Rätsel der Erde: Der Regenwald

Die Erzählerin reist nach Costa Rica. Schon lange hat sie davon geträumt, den Regenwald zu sehen. Sie landet in San José und macht sich auf den Weg in eine Lodge. Aber weder unterwegs noch nach der Ankunft kann sie den Wald erblicken. Er macht seinem zweiten Namen alle Ehren: Nebelwald. Zum Glück setzt der Nebel erst nachmittags ein, sodass sie am nächsten Tag endlich damit beginnen kann, den Wald zu erkunden. Zu ihrer Überraschung sieht sie kaum Tiere – im Regenwald muss man lernen, genau hinzusehen. Bei scheinbar vertrockneten Blätter handelt es sich beipielsweise um Schmetterlingspuppen. Auch seltene Vögel wie den Quetzal sieht man nur mit scharfem Blick. Sie lernt viel über den Wald: Warum es keine Jahreszeiten gibt, und dass die Bäume das ganze Jahr über Blätter abwerfen. Was Biodiversität ist, und welche Funktion der Regenwald als Apotheke hat. Über den Rückgang der Artenvielfald und die Bedeutung der Mangrovenwälder für den Küstenschutz. Bei einem Besuch bei den Indigenas Bribri wird die heutige Lebensweise der Regenwaldbewohner geschildert. Das traditionelle europäische Verfahren der Brandrodung wird dargestellt, das den Urwaldboden zerstört und nur eine kurze Bebeauung ermöglicht und die Terra Preta vorgestellt, die von den Ureinwohnern als Dünger verwendet wird. Im Gespräch mit Professor Michael Schnitzler, der die fast ausgestorbene Papageienart „Scarlet Macaw“ gerettet hat, wird die Arbeit der Initiative „Der Regenwald der Österreicher“ geschildert.

Immer wieder werden die aktuellen Schilderungen durch historische Rückblicke unterbrochen. So erfährt der Hörer, wie Alexander von Humboldt und Charles Darwin den Regenwald erlebt haben, begibt sich mit Francisco Pizarro auf die Suche nach El Dorado und forscht mit Percy Harrison Fawcett nach der geheimnisvollen Stadt X.

Der Wechsel zwischen der Erläuterung der Fakten durch einen Sprecher, der Darstellung der Erlebnisse der Erzählerin, ihre Gespräche mit einem Wissenschaftler und der von wieder anderen Sprechern gesprochenen historischen Rückblicke macht das Zuhören sehr abwechslungsreich. Die 80 Minuten sind gefüllt mit einer Unmenge von Informationen, die auf so interessante Weise übermittelt werden, dass keine Minute langweilig wird. Auch für mich waren viele Details neu und spannend. Gelegentlich wird die Schilderung durch Hintergrundmusik oder Regenwaldgeräusche hinterlegt – immer dezent, niemals störend, sondern sehr belebend. Eine bessere Möglichkeit, Kindern (und auch Erwachsenen) Informationen über den Regenwald zu vermitteln, kann ich mir nicht vorstellen. Dies ist eine CD, die die Kinder voller Begeisterung wieder und wieder hören und die dabei den Eltern niemals auf die Nerven geht. Einziges kleines Manko: Die Verpackung, aus der schon Eltern die CD nur schwer herausziehen können, Kinder haben noch mehr Mühe damit.

Unbedingt hören!

Cover_Headroom_Regenwald

Therasia Singer, Daniela Wakonigg: Rätsel der Erde: Der Regenwald. Erforschung eines Paradieses. headroom 2010, 1 CD, 80 Minuten, Euro 12,90, ISBN 978-3-942175-02-9. Geeignet für Kinder ab etwa 8 Jahren.

Regie: Theresia Singer

Sprecher: Frauke Poolman, Philipp Schepmann, Claudia Mischke, Daniel Wiemer, Matthias Haase, Robert Steudtner, Jochen Kolenda, Wolfgang Rüter, Prof. Michael Schnitzler

3 Kommentare zu “Rätsel der Erde: Der Regenwald

  1. Pingback: Der Panamakanal: Ader zwischen Atlantik und Pazifik « Kinderohren

  2. Danke für den Tipp. Klingt sehr spannend. Weißt du, für welche Altersgruppe das Hörbuch geeignet ist? Ich denke, für 5-Jährige ist es noch zu anspruchsvoll, oder? Kannst du etwas für diese Altersgruppe empfehlen?

    Viele Grüße

    Katrin

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    • Liebe Katrin,
      ach, ich habe vergessen, eine Altersempfehlung dazuzuschreiben. Das werde ich gleich nachholen. Ich würde sagen, 8 sollten die Kinder schon sein. Für Fünfjährige ist es gar nicht so einfach. Meine haben zu der Zeit noch vor allem Benjamin Blümchen, Bibi Blocksberg und Hexe Lilli gehört. Wir haben gerade den Bestand gesichtet: Die ganze Reihe „Der kleine Nick“ ist sicherlich schon für die Kleinen geeignet. Die Klassiker: „Jim Knopf“, „Der kleine Wassermann“, „Die kleine Hexe“, „Das kleine Gespenst“, „Petterson und Findus“, „Räuber Hotzenplotz“. Mit der „Was ist Was“-Reihe könnte man sicherlich anfangen, die Themen sind ja unterschiedlich komplex. Wenn sich die Kinder gerade für ein Thema sehr interessieren, wie Ritter, Piraten oder Dinos, können sie schon erstaunlich viel begreifen. Extra für Kleinere gibt es die „Wieso? Weshalb? Warum?“-Reihe, die wirklich gut klingt, ich habe aber noch kein Hörbuch aus der Reihe gehört. Wenn sie so gut sind wie die Bücher, sind sie aber sicherlich empfehlenwert. „Igraine Ohnefurcht“ von Cornelia Funke mochten wir auch sehr. Ein tapferes Rittermädchen jenseits des Burgfräulein-Klischees.

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