Kinder entdecken Leipzig: Wissensbuch für junge Stadtforscher …

… im Alter von 6 bis 12 Jahren. Band 1: Wissen und Geschichte (das heißt hier vor allem Museen); Band 2: Kultur

Was gibt es in Leipzig zu sehen und erleben? Mit den Heften aus der „Kinder erleben Leipzig“ finden Familien leichter die Angebote, die Kinder interessieren und die ihnen Spaß machen. Begleitet von Löwe Leopoldo lernen die Kinder Museen, Denkmaler, Theater und andere sehenswerte Orte kennen.

Auf den linken Seiten wird zunächst den Erwachsenen die Sehenswürdigkeit erklärt. Oder, wie es im Vorwort heißt: „Die jeweils linke Seite erklärt den betreffenden pädagogischen bzw. museumspädagogischen Ansatz der Kinderbildung. Eltern erhalten die wichtigsten Fakten …“ Da die Texte also für die Eltern geschrieben wurden, sind sie nicht kindgerecht aufbereitet. Den erwachsenen Begleitern bleibt es selbst überlassen, den Kindern die Fakten in einer für sie geeigneten Weise näherzubringen. Ich persönlich bevorzuge es ja, wenn in Kinderstadtführern Geschichte so aufbereitet wurde, dass ich sie den Kindern vorlesen kann, wenn Details an Bauwerken hervorgehoben werden, die Kinder besonders interessieren und wenn Anekdoten erzählt werden, die vielleicht nicht übermäßig wichtig sind, aber Geschichte für die Kinder anschaulich und begreifbar machen.

Unter den Erklärungen zeigen einige Bilder beispielsweise das Bauwerk oder Denkmal, eine Besuchergruppe, lesende Kinder, etc. Dies halte ich für verschenkten Platz. Hier hätten beachtenswerte Details gezeigt werden können, die die Kinder am Bauwerk suchen können oder die man auf die Entfernung nicht genau erkennen kann.

Auf der rechten Seite folgen Mitmachaufgaben. Mal ist es ein Quiz, die ich insgesamt für recht gut gelungen halte. Um die Fragen lösen zu können, müssen die Kinder genau hinsehen, Stufen zählen, Bilder suchen oder sogar durch fühlen etwas herausfinden. Einige der Fragen sind sicherlich für jüngere Kinder etwas schwierig, mit der Hilfe der Eltern aber lösbar. Häufig werden Ausmalbilder angeboten, gelegentlich ein Bastelbogen, also nicht so gut für unterwegs geeignet, sondern eher für die Nachbereitung.

Jeder Abschnitt endet mit einem Block: Was hast du erfahren und erlebt? Diese Fragen erinnern mich sehr an Schulunterricht. Die Kinder werden aufgefordert, mit ihren Eltern über einen im Museum Film zu sprechen oder zu berichten, ob sie auch etwas sammeln. Für einen Lehrer wäre die Antwort ja neu, aber warum sollen die Eltern etwas fragen, was sie doch genau wissen? Oder: „Hast du viel Neues über Leipzig gelernt“? Niemals würde ich meine Kinder auf diese Weise bei einer Stadtbesichtigung befragen. Schließlich möchte ich, dass sie nächstes Mal wieder Lust haben, mit mir eine Stadterkundung zu machen und nicht meutern.

In Band 1 werden vorgestellt: das Völkerschlachtdenkmal, das Kindermuseum LIPSIKUS, das Museum der bildenden Künste, das GRASSI Museum für angewandte Kunst, das GRASSI Museum für Völkerkunde, das GRASSI Museum für Musikinstrumente, die Galerie für Zeitgenössische Kunst, das Naturkundemuseum, das Ägyptische Museum, das Antikenmuseum, das Schulmuseum, das Spielzeugmuseum und das Astronomische Zentrum. Daran anschließend wird auf einer Seite ein kurzer Abriss der Geschichte Leipzigs gegeben, auf einer weiteren Seite folgen die Anschriften aller Kinderbibliotheken. Acht leere Seiten am Schluss sollen der individuellen Gestaltung dienen. Hier können Eintrittskarten oder Fotos aufgeklebt oder Bilder gemalt werden.

Band 2 ist ähnlich aufgebaut, allerdings fehlt hier des öfteren die Mitmachseite, nach der kurzen Vorstellung des Ortes für die Eltern folgen nur einige Fragen. Hier geht es vor allem um berühmte Bauwerk und Theater: den Augustusplatz, das City-Hochhaus, den Hauptbahnhof, das Alte Rathaus, Auerbachs Keller, die Moritzbastei, das Gewandhaus, die Oper, Nikolai- und Thomaskirche, das Puppentheater Sterntaler, das Centraltheater, das Theater der Jungen Welt, Burg Mildenstein in Leisnig, die Albrechtsburg Meissen, Schloss Moritzburg bei Dresden, das Gohliser Schlösschen. Auch hier folgen die leeren Seiten. Ich muss gestehen, dass ich in einem Leipzigführer keine Informationen über weit entfernte Schlösser erwartet hätte, wobei gegen Ausflugstipps generell natürlich nichts einzuwenden ist, ich denke aber, da hätte es näherliegende Möglichkeiten gegeben.

Fazit: In diesen Führern kann man sich Anregungen für Unternehmungen mit Kindern holen und sie als Nachschlagewerk über die Angebote der Museen, speziell der Museumspädagogik nutzen. Dafür sind auch die jeweils angegebenen Internetadressen hilfreich, Um mich über die Geschichte zu informieren, würde ich jedoch lieber auf einen herkömmlichen, ausführlicheren Reiseführer zurückgreifen und mir dort für meine Kinder die passenden Informationen heraussuchen.  Schade, diese Wissensbücher arbeiten für meinen Geschmack zu sehr mit dem erhobenen Zeigefinger. Ein Familienausflug ist nunmal keine Schulexkursion.

Kinder entdecken Leipzig. Wissensbuch für junge Stadtforscher im Alter von 6 bis 12 Jahren. Band 1: Wissen und Geschichte, familia koch Verlag 2010, 32 Seiten, Euro 8,95, ISBN 978-3-9812959-5-5

Kinder entdecken Leipzig. Wissensbuch für junge Stadtforscher im Alter von 6 bis 12 Jahren. Band 2: Kultur, familia koch Verlag 2010, 32 Seiten, Euro 8,95, ISBN 978-3-9812959-6-2

2011 erschien noch ein dritter Band, „Freizeit und Parks“.

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