Rätsel der Erde: Die Inka – Die Söhne der Sonne

Hufgetrappel. Schnaubende Pferde. Im Hintergrund werden Befehle gerufen.

Es ist das Jahr 1532, als der spanische Hauptmann Francisco Pizarro sich mit der Erlaubnis Königs Karls V. aufmacht, um die Eroberung Perus fortzusetzen. Die Spanier dringen, obwohl sie nur ein kleines Häufchen Soldaten sind, immer weiter in das Inkareich vor. Die Indios halten sie für Viracocha, Götter, und greifen sie deshalb  zunächst nicht an. Als sie es schließlich doch tun stellt sich heraus, dass ihre Waffen den europäischen Gewehren und Kanonen weit unterlegen sind. Außerdem profitieren die Spanier davon, dass die Söhne des verstorbenen Inka gerade mit Erbfolgestreitigkeiten beschäftigt sind.

Ausgehend von den ersten Szenen der Eroberung durch die Spanier, die den Anfang vom Ende des Inkareiches markiert, werden Mythen, Religion, Geschichte und Kultur der Inka, soweit sie heute bekannt sind, geschildert: Die Gründung des Reiches Tahuantinsuyo, was vier zusammenhängende Gebiete bedeutet und für die Himmelsrichtung steht. Die Art der Eroberung und Verwaltung dieses großen Reiches durch Herrscher, die keine Schrift in unserem Sinne besaßen. Die Kommunikationsmöglichkeiten durch die gut ausgebauten Straßen und die Quipu, die Knotenschnüre. Die Lieder und Theaterstücke. Und, und, und. Eine der Quellen: Guaman Poma de Ayalas Schrift „El primer nueva corónica y buen gobierno“ (Die neue Chronik und gute Regierung), die vom deutschen Romanisten Richard Pietschmann in einem Kopenhagener Archiv gefunden wurde.

Dann immer wieder Szenen der Eroberung, geschildert aus der Sicht des Sohns des letzten Inka, Titu Cusi Yupanqui, der lange im Widerstand lebte und das letzte Rückzugsgebiet, Vilcabamba, regierte.

Dazwischen: neuzeitliche Berichte, so von dem Auffinden einer gut erhaltenen Mumie und deren Untersuchung 1995 oder der Entdeckung Machu Picchus 1911 durch den Amerikaner Hiram Bingham, der den Berichten eines 11-jährigen Indiojungen zunächst nicht wirklich Glauben schenkt, sich aber dennoch seiner Führung überlässt.

Eine gelungene Zusammenstellung dessen, was man über das faszinierende Volk der Inka weiß. Die Eroberung wird spannend geschildert, trotz des häufigen  Themenwechsels verliert der Hörer nie den Faden, sondern ist von der ersten  bis zur letzen Minuten gefesselt. Sehr gut die musikalische Untermalung. Durch den häufigen Sprecherwechsel und die gelegentlichen Dialoge hat das Hörbuch fast Hörspielcharakter, was es für mich noch reizvoller macht.

Für alle ab 8 Jahren, die sich für Geschichte und Kultur der Inka interessieren. Ich persönlich finde ja, dass man hier viel zu wenig über Lateinamerika weiß (da spricht die Lateinamerikanistin in mir 😉 ). Von daher: unbedingt hören!

Zwei Hörproben gibt es hier.

Oliver Elias: Rätsel der Erde. Die Inka – Söhne der Sonne. headroom 2011, 1 CD, 80 Minuten, Euro 12,90, ISBN 978-3-942175-09-8

Sprecher:

Erzähler: Bodo Primus, Frauke Poolman

Pietschmann: Matthias Ponnier

Titu Cusi Yupanqui: Wolf Aniol

Manco Inka: Matthias Haase

Hernando Pizarro: Jochen Kolenda

Francisco Pizarro: Oliver Krietsch Matzura

Atahualpa: Martin Bross

u. a.

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