Susanne Rebscher: Leonardo da Vinci

Weihnachten brachte einen erfreulichen Zuwachs im Regal des Kinderzimmers. Nachdem Sohnemann vom Napoleon-Buch so begeistert war, hatte er sich Leonardo da Vinci gewünscht und bekommen. Auch dieses Buch besticht durch seine besondere Aufmachung: Das Cover wirkt auf den ersten Blick wie aus Leder mit metallverstärkten Ecken, Leonardos bekannte Zeichnung  des Menschen ist erhaben, eine Technik, die mich immer wieder begeistert (ich liebe haptische Elemente an Büchern). Die Seiten sehen aus wie altes Pergament. Dazu bietet das große Format Platz für ganz viele Klappen, hinter denen man nach zusätzlichen Informationen suchen kann, Briefe, die in Taschen festgebunden sind oder in versiegelten Umschlägen stecken, Hologramme, die je nach Blickwinkel ein anderes Bild zeigen und Texte in Spiegelschrift (so machte Leonardo all seine Aufzeichnungen), die mithilfe des anhängenden Spiegels entziffert werden können. Es macht immer wieder Spaß, das Buch erneut in die Hand zu nehmen, darin zu lesen und damit herumzuspielen.

Zum Inhalt: Zunächst bekommt der Leser eine Orientierung über die Epoche, in der Leonardo lebte: Die Renaissance, eine Zeit großer Umwälzungen. Berühmte Zeitgenossen werden vorgestellt und kurz erklärt, welch große Rolle die Neugier, die Suche nach neuer Erkenntnis spielte. Auch Leonardo war neugierig …

Kurz wird das wenige, was über seine Kindheit bekannt ist, erläutert, dann über seine Lehrzeit und Gründung der eigenen Werkstatt berichtet. Zahlreiche Gemälde und Standbilder werden vorgestellt und erläutert, was daran neu und besonders war, natürlich auch „Das letzte Abendmahl“ und die „Mona Lisa“. Aber auch seine anderen Forschungen finden ausreichend Raum: Die Anatomiestudien, die Untersuchung von Pflanzen und seine Bauprojekte. Auch als Ingenieur wurde Leonardo eingesetzt, er beschäftigte sich intensiv mit militärischen Themen wie dem Festungsbau und neuen Waffen und arbeitete als Kartograf. Seine wechselnden Dienstherren werden vorgestellt, darunter so klangvolle Namen wie Medici, Sforza, Borgia, Papst Leo X. und die französischen Könige Ludwig XII. und Franz I.

Leonardo war ein Universalgenie. Er interessierte sich für alles und jedes. So entwarf er Flugmaschinen ebenso wie Zeitmesser, durch Wasser angetriebene Maschinen, Musikinstrumente, verbesserte Buchdruckmaschinen oder gar Roboter. Manches wurde tatsächlich gebaut, von vielem gibt es nur Skizzen. Diese Ideen werden ausgiebig vorgestellt. Einen großen Teil der Skizzen fand man erst in Leonardos Nachlass …

Ein wunderschönes Buch, das jeden Euro mehr als wert ist! Für neugierige Forscher, Weltendecker, Geschichts- und Kunstinteressierte von etwa 10-13 Jahren. Und Ältere, die sich den Spaß an ungewöhnlichen Büchern bewahrt haben und gerne beim Lesen ein wenig „herumspielen“. Völlig zu Recht hat es mehrere Preise gewonnen, so war es zum Beispiel im September 2008 Buch des Monats der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e.V.

Zur Homepage der Autorin geht es hier.

Susanne Rebscher, Emanuelle Etienne: Leonardo da Vinci. Loewe 2008. 32 Seiten, Euro 24,90, ISBN: 978-3-7855-6042-6

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