Martina Gorgas: München – Stadtführer für Kinder

Zwei Kinder und ein Dackel begleiten die Kinder auf sechs Touren durch München. Nach Möglichkeit wurden die Spaziergänge so gestaltet, dass sie durch Fußgängerbereiche oder ruhige Straßen verlaufen. Als Ausrüstung werden bequeme Schuhe empfohlen, außerdem gute Augen und ein Bleistift. Doch bevor es losgeht, macht ein Kapitel mit der Geschichte der Stadt München vertraut. Es berichtet auf 13 Seiten von urtümlichen Wäldern, Kelten und Bajuwaren, Mönchen und Römern, der Bedeutung des Salzes, dem Aufstieg zur Residenzstadt und vielem mehr – bis hin zum Fußballfieber bei der WM 2006.

Danach folgen die sechs Besichtungsstrecken. Vorangestellt ist jeweils ein gezeichneter Plan, die U-Bahn- und/oder Straßenbahnhaltestelle des Ausgangspunktes sind angegeben, sodass jeder problemlos hinfinden kann. Anschließend wird ein wenig zur Historie des Ortes erzählt und einzelne Sehenswürdigkeiten vorgestellt. Damit das nicht zu langweilig wird, sind zwischendurch kleine Aufgaben eingestreut, beispielsweise sollen die Kinder analog der mittelalterlichen Handwerkerschilder ein Schild gestalten oder ein Rätsel lösen. Berichtet werden nicht nur Daten und bedeutende Ereignisse, sondern auch kleine Anekdoten, die sich um ein Gebäude oder einen Platz ranken. Viele kleine Bilder lockern die kurzen Texte auf, die sprachlich gut an die junge Zielgruppe angepasst wurden.

Das abschließende Kapitel gibt Tipps, was man mit Kindern in München noch unternehmen kann. Sie sind in folgende Kategorien aufgeteilt: Blick auf München; Blick ins Weltall; Museen für Kinder; Fische und andere Tiere; Palmen, Bäume, Blumen; Spiel und Sport; Wasser, Wasser …; Theater und Kindertipps.

Das handliche Büchlein ist ideal, um mit Kindern München zu entdecken. Die Informationen sind kanpp gehalten, sodass Kinder nicht überfrachet werden und deswegen schnell die Lust verlieren. Die einzelnen Abschnitte sind kurz und kindgerecht geschrieben, die Länge der Rundgänge ist an die Ausdauer kleiner Kinderfüße angepasst. Durch die Aufgaben und Rätsel werden die Kinder immer wieder eingebunden, dürfen selbst etwas tun und werden so bei der Stange gehalten. Die  (teilweise lustigen) kleinen Illustrationen tun ihr Übriges. Wir haben teilweise auch mehrere Spaziergänge aneinandergehängt, aber unsere Söhne waren auch schon größer. Der Ablauf lässt sich wunderbar individuell an das Alter der Kinder, die Dauer des Aufenthaltes und die sonstigen Pläne anpassen. Die sonstigen Tipps im abschließenden Kapitel  nennen ja auch Spielplätze, Schwimmbäder, Theater und andere Orte, wo man nach dem Sightseeing eine Pause einlegen kann.

Ein rundum gut gemachter Stadtführer für Kinder, der sicherlich nicht nur für Touristen geeignet ist, sondern auch für Münchner, die ihren Kindern ihre Stadt näherbringen wollen. Der Picus-Verlag macht keine Altersangaben, Amazon gibt 8 bis 12 Jahre an. Ich denke, dass auch Kinder ab 6 schon ihren Spaß haben, ihnen muss man eben vorlesen (das machen wir aber auch bei älteren Kindern immer). Zwölfjährige dagegen mögen das eine oder andere vielleicht zu kindlich finden oder tiefergehende Informationen wünschen. Aber bei einer Familie mit Kindern verschiedenen Alters kommen sie damit sicher auch noch gut klar.

Martina Gorgas: München. Stadtführer für Kinder. Mit Illustrationen von Sybille Vogel, Picus 2007, 72 Seiten, Euro 10,90, ISBN 978-3-85452-892-0

Inhalt:

Praktische Hinweise

Eine kleine Geschichte der Stadt

Entdeckungstouren durch München:

1. Schäffler, Henker und der Teufel: Vom Marienplatz zur Frauenkirche

2. Von Affen und dem Alten Peter: Vom Marienplatz zum Rindermarkt

3. Stadtrundfahrt mit der Trambahn: Von Sendlinger Tor bis Haidhausen

4. Bronzelöwen und Wellenreiter: Von der Residenz zum Hofgarten

5. Bauerndorf und Künstlertreff: Nach Schabing und in den Englischen Garten

6. Kutschfahrten und andere Vergnügungen: Schloss und Park Nymphenburg

7. Was du in München noch alles unternehmen und anschauen kannst

3 Kommentare zu “Martina Gorgas: München – Stadtführer für Kinder

  1. Das ist ja mal eine klasse Idee!! Die Kinder finden ja meist das Kulturprogramm der Eltern langweilig und so kann man mal ganz auf die Sicht der Kinder achten. Ganz tolle Sache! Hab ich auch noch nie so gehört vorher, werde mich aber gleich mal schlau machen, für welche Städte es das so gibt. Danke für de Hinweis!

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