Berit Hempel: Richard Francis Burton. Erforscher fremder Welten

Als Richard Burton 1821 geboren wird, hat er rote Haare und blaue Augen. Zum Glück für ihn ändert sich das aber bald: Haare, Augen und Haut werden dunkel. Nur deshalb ist es ihm später möglich, sich in Indien als Einheimischer und auf der Hadsch als Araber auszugeben. Sein abenteuerliches Leben schildert das Hörbuch aus der Reihe „Abenteuer und Wissen“.

Burton hat nie eine Heimat kennengelernt, die Familie zog häufig um und herum. Schon als Kind fiel er durch seinen Freiheitsdrang auf. Er war äußerst sprachbegabt, entwickelte eine eigene Methode zum Sprachenlernen. Als junger Mann ging er als Soldat nach Indien. Doch das reglementierte Leben fällt ihm schwer. Lieber lernt er die einheimische Sprache und stromert herum. Er schafft es, sich unter das Volk zu mischen, ohne aufzufallen. So wird er Spion … Später entschließt er sich, nach Mekka zu reisen, was einem Unglaübigen streng verboten ist. Er bessert seine Arabischkenntnisse auf, verkleidet sich und – schafft es. Auch Ostafrika bereist er und macht sich auf die Suche nach der Quelle des Nils. Begleitet wird er auf dieser Expedition von Speke, der vor ihm nach London zurückkehrt und den ganzen Ruhm einheimst. Burton ist zutiefst enttäuscht. Seine Reiseberichte machen ihn dennoch zum bekannten Mann.

Der Schriftsteller Ilja Trojanow war schon als Kind fasziniert von Burton. Wie er ist er in verschiedenen Ländern aufgewachsen. Auf den Spuren  Burtons bereiste er drei Kontinente, beispielsweise lief er drei Monate lang durch Ostafrika. Seine Erlebnisse (über die er ein Buch schrieb) und Kommentare ergänzen den Bericht über Burtons Leben.

Wie immer in dieser Reihe beginnt das Hörbuch mit einem Paukenschlag: ein Überfall in Afrika, bei dem ein Mann schwer verletzt wird! Der Hörer befindet sich umgehend mitten im Geschehen und ist von der ersten Minute an gefesselt. Erst im zweiten Kapitel wird von Geburt und Kindheit des kleinen Richard berichtet. Nachdem man bereits Feuer gefangen hat, ist man natürlich daran interessiert zu hören, wer der Mensch ist, der einen solchen Überfall derart bravourös wegsteckt. Bei uns lauschen die Kinder dann gleichermaßen gebannt wie die Erwachsenen. Durch den Wechsel der Sprecher und die eingebauten Hörspielsequenzen verliert der Bericht niemals an Fahrt. Das ungewöhnliche und spannende Leben Burtons wird gekonnt in Hörbuchform umgesetzt. Lärmende Menschenmengen lassen einen fühlen, als wäre man mit dabei in Indien oder auf der Hadsch, zirpende Zikaden versetzen den Hörer vom heimischen Wohnzimmer nach Ostafrika.

Das Booklet ergänzt das Gehörte um einige Hintergrundinformationen über Mekka und die Hadsch, die Suche nach der Quelle des Nils, Burton in Oberammergau, Burtons Frau Isabel und Ilja Trojanow.

Atemberaubender Hörbuchspaß für jede Altersgruppe ab etwa 8 Jahren.

Berit Hempel: Richard Francis Burton. Erforscher fremder Welten. Abenteuer und Wissen; Headroom 2012. 1CD, 73 Minuten, Euro 12,90, ISBN 978-3-9421175-19-7.

Regie: Theresia Singer

Sprecher: Lutz Riedel, Kornelia Boje, Matthias Koeberlin, Volker Niederfahrenhorst, Edda Fischer, Gunnar Kolb, Katherina Wolter, Sigrid Burkholder, Samuel Namazi, Leon Uebe, Laila Weisel und Ilja Trojanow.

Ich danke dem Headroom-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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