Lincoln Peirce: Super Nick. Bis später, ihr Pfeifen

Seit dem großen Erfolg der Greg’s-Tagebuch-Reihe sind Comic-Romane in Mode. Auch Super Nick gehört in diese Kategorie. Die Leser begleiten Nick an einem ganz normalen Schultag mit all seinen (wenigen) Höhen und (vielen) Tiefen. Eigentlich fühlt sich Nick ja zum Heldentum berufen und hält es daher für vollkommen unnötig, die Namen irgendwelcher Vizepräsidenten auswendig zu lernen. Besonders gerne stellt Nick Listen zusammen: Er listet auf, in was er alles ein Held sein könnte, wie er verschiedene Arten von Schultagen bewertet oder welche Spitznamen er seiner Lehrerin gegeben hat (Klasse: Venus von Silo! ,-) ).

Dieser ganz normale Schultag entwickelt sich doch nicht ganz normal, nachdem Nick in einem Glückskeks diesen Hinweis gefunden hat: „Heute wirst du alle übertreffen.“ All seine Versuche, sich aus der Masse seiner Schulkameraden hervorzuheben scheitern kläglich, bis sich am Ende herausstellt, dass er tatsächlich etwas geschafft hat, was noch nie zuvor einem Schüler gelungen ist …

Nick ist kein Einserschüler, sondern eher durchschnittlich. Seine Ängste, Sorgen und Missgeschicke können sicherlich sehr viele Schüler nachempfinden, so beispielsweise seinen Schreck, als er denkt, er würde an diesem Tag eine Arbeit schreiben, für die er nicht gelernt hat. In Gedanken geht er alle Möglichkeiten durch, wie er sich vor der Arbeit drücken könnte, kommt aber immer wieder zu dem Schluss, dass er damit nicht durchkommen und die Strafe viel schlimmer sein würde. Ich kann mich noch gut aus meiner Schulzeit an solche Panikattacken und Gedankengänge erinnern und kann daher gut verstehen, warum meinem Sohn das Buch so gut gefallen hat: Es holt die Kinder in ihrer Welt ab. Sie amüsieren sich köstlich darüber, dass es einem anderen genauso  ergeht wie ihnen oder sogar schlimmer (bei uns gibt es schließlich keine rosa Zettel fürs Nachsitzen oder Feriennachhilfe in der Schule). Auch ich konnte mir das eine oder andere Schmunzeln nicht verkneifen. Dabei gibt es keine Attacken unter der Gürtellinie, die Sprache ist harmlos. Durch die Comicstreifen ist das Buch flott durchgelesen, dafür wird es aber gerne immer mal wieder in die Hand genommen. Die Zeichnungen sind schlicht und karikaturenhaft, bringen Charaktere und Emotionen aber gut an den Leser.

Eine schöne Abwechslung für alle leidgeplagten Schüler zwischen 9 und 13 Jahren. Ob engelhafte Einserkandidaten auch ihr Vergnügen daran haben, da bin ich mir nicht sicher. Andererseits kennen auch sie die dargestellten Typen – warum also nicht …

Lincoln Peirce: Super Nick. Bis später, ihr Pfeifen. cbj 2010. 224 Seiten, Euro 12,99, ISBN 978-3-570-15316-1.

Zum Blick ins Buch.

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