Familien-Reiseführer Dänemark

Urlaubszeit – Reiseführerzeit. Zu meiner Enttäuschung gab es für Dänemark keinen Kinderreiseführer. Jedenfalls keinen aktuellen, durchaus ältere, dieaber nur noch antiquarisch erhältlich sind. Das verstehe ich eigentlich nicht, bei den Massen von deutschen Familien, die ihren Urlaub in Dänemark verbringen, sollte da doch ein Markt sein. Nur der „Familienreiseführer Dänemark“ war zu haben. Obwohl ich mit dem Niederlande-Führer aus der gleichen Reihe nicht sehr glücklich war (siehe hier), habe ich ihm eine Chance gegeben. Schließlich könnten andere Autoren anders an die Sache herangegangen sein.

Der Reiseführer ist in fünf Kapitel unterteilt: Dänemark für Eltern und Kinder; Kinderfreundliche Strände; Zehn Touren, die allen Spaß machen; Die tollsten Attraktionen für Kinder; Gut zu wissen. Im ersten, recht kurzen Abschnitt erhält der Leser allgemeine Informationen zu Dänemark, wird darauf hingewiesen, dass es die Heimat von Andersen und Wickie ist und erfährt etwas über typische dänische Speisen. Im zweiten Kapitel werden auf ein bis zwei Seiten zwölf besonders kinderfreundliche Strände bzw. Badegebiete vorgestellt. Ich gebe zu, dass mich dieser Bereich wenig interessiert hat. Schöne Strände findet man in Dänemark überall, der nächste Strand ist nie weit entfernt. Keiner der beschriebenen Strände befand sich in der Nähe unseres Ferienhauses, wir waren mit dem dortigen Angebot vollauf zufrieden und hatten keine Veranlassung, deswegen weit zu fahren.

Kapitel drei ist das, worauf es mir bei einem Kinderreiseführer vor allem ankommt: Was kann man unternehmen, das auch den Kindern Spaß macht? Zwei der Touren, Kopenhagen und Nordseeland, lagen für uns in erreichbarer Nähe. Letztlich handelt es sich um nichts weiter als eine kurze Zusammenstellung empfehlenswerter Ziele mit Hinweisen zu Öffnungszeiten und knapper Beschreibung. Als Anregung gut geeignet, als einziger Reiseführer untauglich. Schließlich finden Kinder es langweilig, wenn man ihnen zu einem Schloss nicht viel mehr sagen kann als den Namen. Um ihr Interesse zu wecken, braucht man Hintergrundwissen: lustige Anekdoten, spannende historische Ereignisse, kuriose Details. Und genau daran fehlt es. Es war also notwendig, dass wir das in einem Reiseführer für Erwachsene Gelesene selber in die geeignete Form brachten und erzählten.

Der folgende Abschnitt war der Interessanteste. In ihm werden 14 einzelne Attraktionen vorgestellt, vor allem Freizeitparks, Badeländer oder Freilichmuseen. Hier kann man sich gute Anregungen für Unternehmungen holen. Man muss allerdings sagen, dass 14 Tipps für ein ganzes Land nun wirklich nicht die Masse ist. Das Legoland beispielsweise ist nicht gerade ein Geheimtipp. Ich stimme aber zu, dass der Kinderspaß bei dieser Auswahl garantiert ist. Zum Schluss gibt es noch allgemeine Hinweise zu Geschichte, Feiertagen, Sprache usw.

Wer also noch keine Ahnung von Dänemark hat, kann den Reiseführer sicherlich gut zur Planung verwenden und sich informieren, welche Ziele in der Umgebung des Ferienortes einen Besuch lohnen. Als Begleiter während der Ausflüge, um weitergehende Hinweise zu Sehenswürdigkeiten zu erhalten, lohnt er sich meiner Meinung nach nicht. Für die Feinplanung waren für uns jedenfalls die vielen Prospekte hilfreicher, die man in jeder Touristeninformation bekommt, meistens auch auf Deutsch, mindestens auf Englisch. Dort erfährt man dann auch etwas über die nähere Umgebung. So haben wir beispielsweise das Lejre Versuchszentrum entdeckt, das nicht im Reiseführer enthalten ist, für unsere Söhne aber der schönste Ausflug war. Fazit: Bei dem Preis kann man nicht viel verkehrt machen, für Dänemark-„Neulinge“ aber hilfreicher als für Familien, die schon einmal in Dänemark waren.

Marie Fischer, Lennart Hansson, Inken Karlstorff, Christoph Schumann: Familien-Reiseführer Dänemark. Companions 2009. 128 Seiten, Euro 12,80, ISBN 978-3-89740-601-8.

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