Michelle Kaden: Die verborgenen Pforten. Jacobs Vermächtnis

Welten treffen aufeinander

Janosch ist mit seiner Mutter in das Haus seines verstorbenen Großvaters gezogen. Statt in der Stadt leben sie nun auf dem Land, die Ferien sind fast zu Ende und er wird in eine neue Schule kommen, in der er niemanden kennt. Da seine Mutter schon sehr lange mit seinem Großvater zerstritten war, hatten sie ihn nicht mehr besucht, er kennt sich also nicht aus.

Janosch ist gerade allein zu Hause, als er plötzlich Geräusche hört. Er schleicht sich an und entdeckt vier fremde Kinder. Es stellt sich heraus, dass die vier aus einer anderen Welt, Aselija, kommen: Leila, die Prinzessin; Roger, der Vampir; Vincent, der Zauberer und Clara, die  Werwölfin. Einmal im Monat haben sie durch einen geheime Verbindung  Jacob, besucht, Janoschs Großvater. Als sie erfahren, dass er tot ist, würden sie gerne in ihre Welt zurückkehren, doch der Schlüssel zu dem Kästchen, das die Verbindung öffnet, fehlt. Janosch versteckt die vier in seinem Zimmer. Am folgenden Tag durchsuchen sie das ganze Haus nach dem Schlüssel, vergeblich. Hinzu kommt, dass sich die Verbindung nur in Vollmondnächten herstellen lässt. Wie soll Janosch die vier Kinder einen Monat verstecken und ernähren? Die Geschichte wird dadurch kompliziert, dass sie wilden Werwolf entdecken, der sie beobachtet. Noch ist er relativ ungefährlich, doch was passiert, wenn der nächste Vollmond kommt und er sich verwandelt? Und was weiß eigentlich Janoschs Mutter über Aselija?

Fünf sehr verschiedene Kinder treffen sich: eine Prinzessin, ein Zauberer, ein Vampir, ein Werwolf und ein Menschenkind – der Stoff, aus dem Märchen und Mythen bestehen, trifft hier aufeinander und wird ordentlich vermischt. Doch wie soll das funktionieren? Auch wenn in Aselija Möglichkeiten gefunden wurden, damit diese verschiedenen Wesen friedlich zusammenleben können, sie mögen sich dennoch nicht. Die Eltern sind also keineswegs begeistert von den Spielkameraden ihrer Kinder. Diese mögen sich dennoch und treffen sich, so oft es geht. Weil sie noch Kinder sind, sind ihre verschiedenen besonderen Fähigkeiten noch nicht ausgereift. Roger beispielsweise will überhaupt kein Blut trinken, Ketchup und Kirschsaft sind völlig ausreichend.

Meine Meinung

Wie diese ungewöhnlichen Charaktere gemeinsam versuchen, eine Lösung für ihr Dilemma zu finden, wird spannend geschildert. Schnell wächst die Freundschaft zu Janosch, der zwar zuerst etwas überwältigt von den vielen Neuigkeiten ist, sich dann aber redlich bemüht, den vier Besuchern zu helfen. Auf der Suche nach dem Schlüssel entdeckt er andere sehr interssante Dinge und kommt hinter ein Geheimnis. Neben der Spannung kommt aber auch der Spaß nicht zu kurz. Mir hat besonders gefallen, wie glaubhaft die so verschiedenen Kinder dargestellt werden, vor allem Janosch, der „normale“ Junge, der mit seinen Sorgen und Zweifeln zurechtkommen muss.

Das Buch ist der Auftakt zu einer Serie, die mit ihren ungewöhnlichen Protagonisten, dem Wechsel zwischen den beiden Welten und der spannenden Handlung durchaus das Potenzial hat, die jungen Leser auf Dauer zu fesseln. Geeignet für Fans von Prinzessinen-, Vampir-, Zauberer- und fantastischen Abenteuergeschichten ab 9 Jahren.

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Michelle Kaden: Die verborgenen Pforten. Jacobs Vermächtnis. Pepperbooks 2013. 212 Seiten, Euro 12, 95 , ISBN 978-3-943315-05-9. Leseprobe

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