Stella Gurney, Mark Chambers: Das Kaninchen und der große rote Roller

Wenn das Kaninchen auf seinem kleinen blauen Dreirad durch die Gegend fährt, freuen sich alle. Immer wieder hält es an, um ein Schwätzchen zu halten oder jemandem einen Gefallen zu tun, zum Beispiel ein paar schwere Taschen zu transportieren. Doch dann kommt eines Tages der Hase mit einem tollen schnellen Motorroller vorbei, vom den das Kaninchen schwer beeindruckt ist. So möchte es auch fahren können! Das blaue Dreirad kommt ihm auf einmal ziemlich schäbig und langsam vor. Als es im Schaufenster eines Ladens einen wundervollen  roten Motorroller entdeckt, zögert es nicht lange und kauft ihn. Erst hat es bisschen Schwierigkeiten, mit dem schnellen Gefährt fertigzuwerden, aber dann genießt es das Tempo und saust überall herum. Leider hat es keine Zeit mehr, um mit seinen Freuden zu reden oder ihnen gar zu helfen. Im Gegenteil, es scheucht sie grantig aus dem Weg. Doch dann passiert ein Unfall und das Kaninchen erkennt, wie dumm es war, unbedingt schneller als der Hase sein zu wollen. Es verkauft den Roller, repariert das alte Dreirad und alles nimmt seinen gewohnten Gang.

Ich bin überzeigt, dass jedes Kind von diesem Bilderbuch so begeistert sein wird wie ich. Die Bilder überzeugen durch schöne Farben, Wichtiges ist recht detailliert dargestellt, weniger Wichtiges wird nur angedeutet. Mal nimmt ein Bild eine ganze Seite ein, mal befinden sich mehrere Bilder auf einer Seite. Die Tiere tragen meist keine Kleidung, abgesehen von Kopfbedeckungen wie Helm. Die Geschichte macht nicht allzu viele Worte, meist stehen nur ein, zwei Sätze auf einer Seite. Die Schriftgröße variiert, des Kaninchens Begeisterungsausruf „Toll!“ ist beispielsweise entsprechend groß und fett gedruckt.

Und die Geschichte? Sie spricht die Kinder natürlich an. Neid ist im Vorschulalter ja kein unbekanntes Thema mehr, das Kind versteht die Beweggründe des Kaninchens also genau. Es sieht allerdings auch schnell, wozu es führt, dass es sich seinen Traum erfüllt hat und findet, dass sich das Kaninchen ziemlich blöd verhält. Dass Freunde wichtiger sind als ein schneller Motorroller, sieht jedes Kind schnell ein. Moral hin oder her, es ist einfach eine schöne Geschichte mit tollen Bildern, die man gerne vorliest, die gerne gehört wird und die Anlass zum Reden bietet.

Für Dreiradfahrer und alle anderen Kinder ab 4 Jahren.

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Stella Gurney, Mark Chambers: Das Kaninchen und der große rote Roller. Aus dem Englischen von Seraina Maria Sievi. Orell Füssli 2014. 32 Seiten, Euro 14,94, ISBN 978-3-280-03480-4.

Zur Verlagsseite – bei Amazon

 

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