Katerina Dimitriadis: Käts Studentenküche

Es ist so weit: Mein erstes Kind verlässt in wenigen Tag das Elternhaus und zieht in eine Studentenbude. Zum Geburtstag des Sohnes Ende August gingen die Ideen der Gäste alle in eine ähnliche Richtung und so schenkten sie Badelaken, Geschirrtücher, die erste Tütensuppe ( 😀 ) und ähnliche nützliche Dinge. Zum Beispiel das Buch „Käts Studentenküche“.

Es ist in die Kategorien Frühstück, Kleiner Hunger, Brain Food, Großer Hunger, Süße Sachen und Party Food eingeteilt. Wie üblich gibt es eine Zutatenliste und das Rezept in einfachen Worten, aber so ausführlich, dass auch ein Kochanfänger damit klarkommt.

Unten auf der Seite ist jeweils ein QR-Code mit der Einkaufliste, das dürfte dem modernen Studenten sicher sehr entgegenkommen. Außerdem wird der Schwierigkeitsgrad von 1 (blutige Anfänger) über 2 (Wenn man schon ein bisschen kochen kann) bis 3 (Rezepte, die mehr Erfahrung und Geduld erfordern) angegeben. Münzen symbolisieren die Kosten: eine Münze bis 2,50 Euro/Person, zwei Münzen bis 3,50 Euro/Person und drei Münzen bis 5 Euro/Person. Außerdem wird noch die Zubereitungszeit in Minuten angegeben. Manchmal werden unten auch noch benötigte Küchenutensilien gezeigt wie ein Handrührgerät oder eine Auflaufform, die vielleicht nicht zur Grundausstattung der Studentenküche gehören.

Gelegentlich gibt es einen Gewusst-wie-Kasten, in dem spezielle Zubereitungstipps gegeben werden oder man erfährt, wie man eine Zutat ersetzen kann.

Am Ende des Buches gibt es auf der Seite Clever einkaufen Hinweise, worauf man beim Einkaufen achten sollte. Schon als nützlich erwiesen hat sich die Liste Küchenausstattung, die wir als Grundlage für den Einkauf von Geschirr, Töpfen usw. verwendet haben, auch wenn wir auf Kuchenformen oder Handrührgerät erst einmal verzichtet haben. Amüsant fand ich, dass kein Dosenöffner aufgelistet ist. Die Autorin bereitet vermutlich alles frisch zu, ich vermute jedoch, dass die meisten Studenten auch mal eine Dose aufmachen müssen, und sei es eine Obstkonserve. Es folgen eine Liste mit Vorräten, die sich gut halten, mit Aufbewahrungstipps und ein Rubrik über den Kühlschrank (Was gehört wohin, Speisereste erst auskühlen lassen etc.). Anschließend gibt es noch eine Seite mit Tipps und Tricks zum Kochen und Backen. Ein Register hilft bei der Suche, ein Saisonkalender rundet das Buch ab. Zwischendurch gibt es an passender Stelle auch noch Übersichten und Erklärungen zu verschiedenen Themen wie Gewürzen oder Pastasorten.

Vom Aufbau, der Menge und Art der Informationen her finde ich das Buch sehr gelungen. Natürlich wird es Studenten geben, die bei manchen Infos die Augen verdrehen, weil sie das alles längst wissen, aber die können die entsprechenden Abschnitte ja einfach überblättern. Der absolute Küchenneuling erfährt jedenfalls, was er wissen muss.

Auch die Gestaltung mit vielen Bildern (manchmal auch einzelne Zubereitungsschritte) und Zeichnungen, farbigen Hintergründen etc. ist sehr ansprechend.

Bei der Auswahl der Rezepte kann man sicherlich unterschiedlicher Meinung sein. Manches ist wirklich sehr einfach, z. B. Rührei, wo ich eigentlich hoffe, dass niemand so unbedarft aus dem Elternhaus geht, ein paar Rezepte sind vielleicht dem einen oder anderen zu exotisch, aber ich denke, es sollte für jeden, der wirklich kochen möchte, etwas dabeisein. Die Rezepte sind für eine oder zwei Personen, abgesehen von den Partyrezepten. Sie sind verständlich geschrieben und ich denke, wenn sich ein absoluter Anfänger erst einmal an den einfachsten Rezepten probiert, sollte er das schaffen. Die anderen können sich ja gleich an die Kategorie zwei oder drei wagen.

Ich habe etliche Rezepte entdeckt, die ich noch nicht kenne und gerne ausprobieren würde. Angesichts meiner Begeisterung wurde mir gesagt, dass ich mir das Buch dann wohl selber noch einmal kaufen müsse. Tja, ich fürchte, so ist es. Tatsächlich ausprobiert habe ich bisher nur ein Rezept, das gut gelungen ist. Die Praxistauglichkeit im Studentenleben muss also demnächst erst erprobt werden.

Die Autorin ist übrigens selbst erst 22 Jahre alt und Studentin. Sie kennt also vermutlich die Probleme ihrer Kommilitonen, bringt aber Erfahrung aus der elterlichen Restaurantküche mit.

Ein schönes Geschenk für Studenten oder andere junge Leute, die von zu Hause ausziehen und noch keine Kochprofis sind.

Cover_KätsStudentenküche
Katerina Dimitriadis: Käts Studentenküche. Kochen und Backen für alle Kochsemester. DK 2012, 192 Seiten, Euro 16,95, ISBN 978-3-8310-22192-5.

Zur Verlagsseite – bei Amazon

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