Jochen Till: Spackos in Space. Zoff auf Zombie 7

Cornelius Spacko, genannt Conny, ist ziemlich sauer. Eigentlich sollte er nur die Ferien auf dem Raumschiff seines Vaters verbringen, aber nach einem Unfall dümpeln sie durchs All, die Lebensmittel an Bord sind schon vor einer ganzen Weile zur Neige gegangen. Und was macht sein Vater? Er spielt mit der Besatzung Karten. Conny muss also selber die Initiative ergreifen, entdeckt einen Planten, auf dem es Nahrung geben könnte, muss eine kleine Meuterei gegen seinen desinteressierten Vater anstiften und die Landung mit dem beschädigten Schiff organisieren. Auf dem Planeten finden sie zunächst nichts Essbares, aber der Buchhalter Kalkulius hilft ihnen aus der Patsche: Er hat zwei grüne Daumen, die er nur in die Erde stecken muss, damit überraschend wohlschmeckendes Gemüse wächst. Alles könnte wunderbar sein, würde nicht der Putzroboter nachts den Sand wegkehren und dadurch Zombies aus der Erde locken, die am liebsten leckeres Hirn futtern wollen. Nun muss sich die Besatzung aber schnellstens etwas einfallen lassen!

Die Geschichte an sich ist vielleicht nicht übermäßig originell (Junge ist schlauer als die Erwachsenen und rettet am Ende alle), sie ist aber abwechslungsreich und doch überrachend umgesetzt. Der Autor sprudelt offensichtlich vor Fantasie: runde Flatterwesen namens Flobbobbs treiben seit dem Unfall das Flugzeug an, der Schiffsarzt heißt Doktor Meier-Metzel (Spezialgebiet: Amputationen); Labrox Amy ernährt sich von Schrott, Putzroboter Scrubby kann keinen Dreck sehen, weshalb er am Strand fast verzweifelt, der Kapitän ist derart wasserscheu, dass er sogar das Schwitzen vermeidet usw. An fehlenden physikalischen Gesetzmäßigkeiten darf man sich nicht stören, das wird nicht so eng gesehen. So steckt seit dem Unfall ein Baum im Raumschiff, weshalb es mit einem Loch in der Bordwand durchs All fliegt … Das könnte allerdings den einen oder anderen der jungen Leser stören.

Die Sprache ist fantasievoll, originell, aber auch hin und wieder etwas flapsig. Viele neue Wörter werden geschaffen, verfrockte Schlotze! Man weiß aber immer, was gerade gemeint ist. Die vielen Zeichnungen und die verschiedenen Schrifttypen, -größen und -stärken erinnern ein wenig an einen Comic. Es ist eine dieser Geschichten, die für Kinder den Einstieg ins Lesen „richtiger“ Bücher erleichtern können. Als die Zombies erwachen und auf die Suche nach Hirn gehen, wird das Buch sogar richtig spannend. Ich fürchtete ehrlich gesagt, dass es nun zu ekligen Szenen und wüsten Kämpfen kommen würde. Aber keine Sorge, auch das Zombieproblem wird auf eine richtig tolle, originelle Art gelöst. Und am Ende bekommt Conny sogar einen Nutellabaum, der ihm irgendwann Abwechslung vom ewigen Gemüse bringen könnte.

Etwas gestört habe ich mich am Titel, schließlich ist Spacko eine Beleidigung, die man Kindern nicht unbedingt beibringen muss. Er wird im Buch allerdings erklärt, als Conny sich über einen anderen Namen lustig macht und meint, dass er mit Spacko ja gut weggekommen sei, darüber könne man ja nicht lästern – andere Planeten, andere Sitten. Zoff auf Zombie 7 ist bereits der zweite Band der Serie. Es ist aber nicht zwingend notwendig, den ersten Teil zu kennen, Conny erinnert sich zu Anfang an die vergangenen Ereignisse, sodass der Leser ausreichend im Bilde ist.

Ein Lesespaß für Kinder von etwa 10 bis 12 Jahren, auch für solche, die sonst (noch) nicht so begeisterte Leser sind.

Dies ist wieder eine Rezension für Blogg dein Buch.

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Jochen Till, Zapf: Spackos in Space. Zoff auf Zombie 7. Tulipan 2014. 192 Seiten, Euro 13,95, ISBN 978-3-86429-198-2.

Zur Verlagsseite – bei Amazon

4 Kommentare zu “Jochen Till: Spackos in Space. Zoff auf Zombie 7

  1. Pingback: Jochen Till, Zapf: Spackos in Space 3. Der doppelte Labrox | Kinderohren

    • Oh, der Autor höchstselbst, das freut mich! 🙂
      Ja, das habe ich schon verstanden. Aber er denkt ja darüber nach, dass er mit einem Nachnamen gesegnet ist, den man nicht veralbern kann. Und das spielt schon darauf an, dass es in UNSEREM Universum ein Schimpfwort ist. 🙂 Aber tragisch finde ich das nicht.

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