Marion Mebes: Der Gefühleflip

Ein Gefühleflip? Was ist denn das?

Es handelt sich dabei um einen Aufsteller mit Karten zum Umblättern, ähnlich einem Kalender. Auf der linken Seite ist jeweils eine Zeichnung eines Bibers, genannt Bib, zu sehen. Mal ist er traurig,mal fröhlich, mal wütend, mal grüblerisch – 24 Gefühle werden gezeigt, dazu kommen noch einige Vierer-Bildkarten. Auf der rechten, schmaleren Seite ist das Gefühl in Worte gefasst: „Ich bin überrascht“, „Ich schäme mich“, „Ich ekle mich“. Am Ende gibt es einige Texte, die die Möglichkeiten erweitern, denn auf ihnen stehen Satzanfänge wie: „Ich bin nie …“, „Ich fühle mich manchmal …“, „Am liebsten wäre ich …“ oder „Dieses Gefühl kenne ich nicht“. Der Aufsteller ist so gestaltet, dass auf beiden Seiten immer das gleiche Bild zu sehen, der gleiche Text zu lesen ist, sodass Kind und Erwachsener einander gegenüber sitzen können.

Am Ende gibt die Autorin eine ausführliche Erklärung mit vielen Vorschlägen, wie der Gefühleflip eingesetzt werden kann, zum Beispiel als Gesellschaftsspiel. Willkürliche Zuordnungen von Bild und Text lassen ganz neue Assoziationen entstehen, die zu einem Gespräch über Gefühle führen können. Beispiel: Neben dem verliebten Bib steht „Ich bin traurig“. Was könnte ihm widerfahren sein?

Er kann auch als Hinweisgeber eingesetzt werden, um seinen Mitmenschen zu signalisieren, wie man gerade drauf ist.

Besondere Einsatzmöglichkeiten hat der Gefühleflip jedoch in der pädagogisch-therapeutischen Arbeit. Manche Menschen können aus den verschiedensten Gründen nicht über ihre Gefühle sprechen. Anderen fehlen die Worte dazu, sie benötigen einen Anstoß. In den Erklärungen wird genau erläutert, wofür man welche Karten sinnvollerweise einsetzen kann, wie man dabei vorgeht, was unbedingt beachtet werden sollte usw.

Ich halte den Gefühleflip für eine gute Möglichkeit, um miteinander ins Gespräch zu kommen, sei es in spielerischen Eltern/Lehrer/Erzieher/Betreuer-Kind-Situationen oder auch im Rahmen von Therapien von Kindern oder evtl. auch Jugendlichen. Das sympathische Aussehen des Bibers, den man gleich ins Herz schließt, dürfte die Hemmschwelle senken und den Gesprächseinstieg erleichtern

Cover_Mebes_Gefühleflip

Marion Mebes: Der Gefühleflip. Flip mal. Mix mal. Fühl mal. Illustrationen: Antje Bohnstedt. Mebes & noack 2014. 72 Seiten, Euro 16,50, ISBN 978-3-927796-98-0.

Zur Verlagsseite – bei Amazon

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

2 Kommentare zu “Marion Mebes: Der Gefühleflip

  1. Pingback: Gefühleflip Maxi-Karten | Kinderohren

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