Andreas Schlüter: City Crime. Puppentanz in Prag

Joanna ist glücklich: Sie hat zwei Karten für das Coldplay-Konzert gewonnen. Dummerweise findet es in Prag statt und sie muss erst noch ihre Eltern herumkriegen, dass die Familie einen Kurzurlaub in Prag verbringt. Und als sie das geschafft hat, muss sie sie noch überzeugen, dass sie, 13, alleine mit ihrem elfjährigen Bruder Finn ins Konzert gehen darf. Nicht, dass sie Finn so gerne mag, aber mit ihrer Mutter zu gehen fände sie peinlich. Doch als die Familie in Prag angekommen ist und auf Besichtigungstour geht, entwickelt sich alles komplett anders als geplant. Joanna verguckt sich auf der Karlsbrücke in den jungen Puppenspieler Ondra. Finn bekommt mit, wie ein Ehepaar nach einem Streit eine Tüte mit einer Marionette darin auf dem Brückengeländer liegenlässt, aber er kann sie in dem Gewühl nicht rechtzeitig wiederfinden. Dann verletzt sich Mama auch noch am Fuß und muss zum Arzt. Papa nimmt die Puppe mit, während die Geschwister alleine eine Bootstour machen dürfen. Leider gibt es viele Taschendiebe, sodass Joannas kostbare Konzertkarten geklaut werden. Die will sie natürlich wiederhaben. Doch dann stellt sich heraus, dass eine Menge Leute sehr an der Marionette interessiert sind. Unvermittelt finden sich Joanna und Finn in einem aufregenden und gefährlichen Abenteuer wieder, in das sie auch ihre Eltern mit hineinziehen.

Weil Finn die verlorenen Puppe an sich genommen hat, geraten die Geschwister ins Visier von Kriminellen. Alle wollen die Puppe haben, die aber verschwunden ist. Auf der Suche nach der Puppe und später nach den Gangstern kommen sie in Prag ordentlich herum. Unterwegs finden ihre neuen tschechischen Freunde immer noch ein wenig Zeit, den beiden die Sehenswürdigkeiten der Stadt und etwas von ihrer Geschichte zu erzählen. Das ist gut gemacht, so dass es nie unpassend oder störend wirkt. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, schafft Atmosphäre, die Handlung ist rasant, immer wieder werden tschechische Wörter oder Ausdrücke eingeflochten, die sofort erklärt werden. Zusätzlich gibt es einen kleinen Tschechisch-Wortschatz am Ende.

Die Kinder sind sehr sympathisch. Wie echte Geschwister zicken sie sich immer mal an, halten aber zusammen, wenn es nötig ist. Geschickt werden die Eltern durch die Verletzung der Mutter aus dem Weg geschafft, um das Abenteuer der Kinder erst möglich zu machen. Natürlich sind Joanna und Finn viel mutiger als normale Kinder, aber so muss das in einem Krimi auch sein. Ich habe mit den beiden und ihren Freunden, sie sich auf ein gefährliches Spiel eingelassen haben, mitgefiebert und hatte viel Spaß an ihrem originellen Abenteuer.

Man kann das Buch als ganz normalen spannenden Krimi lesen, aber auch in Vorbereitung eines Prag-Besuchs. Es macht richtig Lust darauf, die Stadt kennenzulernen. Vermutlich wird man auf der Karlsbrücke die Puppenspieler ganz genau ansehen, ob sie nicht Ondra und seinen Freunden ähneln – und lieber nichts Liegengelassenes mitnehmen, sicher ist sicher! Kinder von 10 bis 13 Jahren werden den Krimi mit angehaltenem Atem lesen.

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Andreas Schlüter: City Crime. Puppentanz in Prag. Tulipan 2015. 192 Seiten, Euro 11,99, ISBN 978-3-86429-219-4.
Zur Verlagsseite – bei Amazon – und in jeder Buchhandlung.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

Ein Kommentar zu “Andreas Schlüter: City Crime. Puppentanz in Prag

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