Rüdiger Bertram, Heribert Schulmeyer: Die Jungs vom S.W.A.P. 1 – Operation Deep Water

Tim und Bob sind beide Außenseiter, deshalb haben sie sich angefreundet, obwohl sie sehr gegensätzlich sind. Tim kommt aus einer reichen Familie, allerdings haben seine Eltern kaum Zeit für ihn. Er ist ein sehr guter Schüler, weshalb er „Big Brain“  genannt wird. Bob wohnt in einem schlechten Viertel, seine Eltern haben kein Geld und interessieren sich wenig dafür, was ihr Sohn treibt. Seine Noten sind schlecht, aber er weiß sich mithilfe seiner Fäuste Respekt zu verschaffen. Daher lautet sein Spitzname „Die Faust“. Als die beiden etwas ausprobieren, verletzen sie aus Versehen einen Top-Agenten des S.W.A.P, dem Geheimdienst der UNO. Dessen Chefin geht davon aus, dass nur ein ebenso guter Agent dazu in der Lage wäre. Und so werden die beiden, obwohl sie keine Ahnung von irgendwas haben, als Agent 098 und 099 zu einer gefährlichen Mission ausgeschickt. Der Wissenschaftler Hazweio lässt alles Wasser auf der Welt verschwinden. Obwohl ihnen einige Fehler unterlaufen, stellen sie sich gar nicht so dumm an. Aber werden sie es schaffen, die Welt zu retten?

Eigentlich fand ich Tim und Bob nicht immer sympathisch: Tim ist zu altklug und rechthaberisch, Bob zu begriffsstutzig. Aber sie ergänzen sich prima, halten zusammen und schaffen es immer wieder, ihren Kopf zu retten. Von der Chefin und den anderen Agenten werden sie immer wieder ungerecht behandelt, ihre Leistungen werden nicht gewürdigt und sie werden ausgetrickst. Das fand ich ziemlich gemein und ich weiß, dass ich mich als Kind fürchterlich darüber aufgeregt hätte. Die beiden Jungs tragen es jedoch mit Fassung, erleben lieber jeden Tag etwas Neues und riskieren dabei ihr Leben, als wieder gelangweilt im Unterricht zu sitzen.

Was passiert, ist oft völlig überzogen, die beiden Jungen ziehen eine Spur von Chaos und Verwüstung hinter sich her. Wie es dazu kommt, wird aber sehr lustig geschildert – eine schöne Satire auf all die Agentenromane und -filme. Natürlich kommt auch die Spannung nicht zu kurz. Der Text wird immer wieder von Comics unterbrochen. Mal ist es nur ein Bild, das den Text unterbricht, mal eine halbe Seite. Dabei habe ich festgestellt, dass ich an diese Mischung noch nicht gewohnt bin und Bilder mehr als schmückendes Element betrachte. Immer wieder war ich irritiert, weil ich die Handlung nicht richtig verstand und merkte dann, dass ich den Comicteil nicht gelesen hatte. Aber das wird den Kindern wohl kaum passieren, denn sie sind diese Mischung entweder schon gewohnt oder finden sich problemlos damit zurecht, weil sie einfach eins nach dem anderen lesen. Durch die Comicteile ist der Text auch sehr aufgelockert und strukturiert, sodass es auch weniger geübten Lesern und Kindern, die nicht so gerne lesen, gut bei der Stange bleiben. Die turbulente Handlung trägt natürlich ihren Teil dazu bei, das Interesse wachzuhalten.

Das Buch wurde 2015 mit dem Leipziger Lesekompass ausgezeichnet. Für Nachwuchsagenten und alle, die werden möchten, zwischen 10 und 13 Jahren.

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Rüdiger Bertram, Heribert Schulmeyer: Die Jungs vom S.W.A.P. 1 – Operation Deep Water. Oetinger 2014. 256 Seiten, Euro 12,00, ISBN 978-3-7891-2021-3.

Zur Verlagsseite – bei Amazon – und in jeder Buchhandlung.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

3 Kommentare zu “Rüdiger Bertram, Heribert Schulmeyer: Die Jungs vom S.W.A.P. 1 – Operation Deep Water

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