Jurij Koch, Thomas Leibe: Bauer Sauer und der Maulwurf Ulf

Als ich dieses Buch im Februar auf der Leipziger Buchmesse entdeckte, wusste ich gleich, dass ich es besprechen möchte. Nun habe ich es mir endlich besorgt. Es ist tatsächlich so gut, wie ich es in Erinnerung hatte.

Bauer Sauer liebt seinen schönen großen Garten. Jeden Morgen schaut er aus den Fenster, um ihn zu bewundern und sich an ihm zu erfreuen. Doch eines Tages entdeckt er etwas Schreckliches: Der Garten schaut aus, als hätte er über Nacht Sommersprossen bekommen. Ein brauner Hügel reiht sich an den anderen. Nach einem Moment des Schreckens wird ihm klar, dass nur Maulwurf Ulf dahinterstecken kann, für den der Garten ein Paradies voller Würmer, Käfer und Larven ist. Bauer Sauer möchte aber nicht, dass aus seinem Garten ein Acker wird. Deswegen überlegt er sich, wie er Ulf vertreiben kann.

Der Maulwurf Ulf war zwar ein kleiner Kerl und der Bauer Sauer ein großer Herr, aber große Herren haben mit kleinen Kerlen manchmal große Sorgen.

Zuerst versteckt sich der Bauer im Garten, um den Maulwurf zu erschlagen. Aber das klappt nicht, der Maulwurf lässt sich einige Tage nicht blicken. Der Bauer freut sich, weil er denkt, der Maulwurf ist ausgewandert. Aber Pustekuchen! An nächsten Morgen sieht er neue Hügel. Da holt er sich in einem dicken Buch Tipps. Und tatsächlich: Mitten in der Nacht sieht er den Maulwurf. Doch als er die Hacke hebt, beginnt Ulf plötzlich, mit ihm zu sprechen. Doch Bauer Sauer ist nicht einsichtig und fährt große Geschütze auf. Doch da hat er sich mächtig verkalkuliert und es kommt zu einem überraschenden Finale.

Das Bilderbuch enthält viel Text zum Vorlesen (meist eine Seite der Doppelseite) und großformatige Bilder, in die der Text integriert ist. Großartig getroffen: der wütende Bauer. Am allerliebsten mag ich aber das Bild, wo plötzlich die Batterien von Bauer Sauers Taschenlampe leer sind und er im Dunkeln steht. Die Sprache ist ebenso abwechslungsreich und farbenfroh wie die Bilder, sodass nicht nur das Zuhören, sondern auch das Vorlesen Freude bereitet.

Die Geschichte ist durch die vergeblichen Bemühungen des Bauers, der sich meist eher schadet als nutzt, ziemlich lustig. Doch gibt es auch Momente, wo die Leser sich um das Wohlergehen des Maulwurfs sorgen müssen, dann kommt auch Spannung auf. Denn es ist klar, zu wem die Kinder halten: Sicherlich nicht zum Bauern, der seinen Garten ordentlich haben will! Besonders, da auch genau erklärt wird, wie die Maulwurfshügel entstehen und warum:

Maulwurfshügel sind weiche Bodentürmchen, die Maulwürfe auf Feldern und in Gärten errichten, wenn sie unter der Erde nach Würmern und Käfern und Larven graben und hinter sich lange, röhrenartige Gänge hinterlassen.

Ulf erklärt Bauer Sauer sogar genau, welchen Nutzen ein Maulwurf für seinen Garten bringt, doch der will sich von einem Maulwurf nicht belehren lassen und bleibt stur. Deshalb ist er auch selber schuld an allem, was ihm passiert.

Das Bilderbuch ist eine perfekte Mischung aus Lesespaß, ein wenig Wissensvermittlung und einer deutlichen Botschaft für Kinder ab 5 Jahren. Sie werden garantiert viel Spaß mit Maulwurf Ulf haben und ihm die Daumen drücken. Die vorlesenden Eltern sollten sich allerdings von dem Gedanken verabschieden, jemals einen Maulwurf aus ihrem Garten vertreiben zu dürfen.

Cover_Leibe_BauerSauer

Jurij Koch, Thomas Leibe: Bauer Sauer und der Maulwurf Ulf, Lychatz 2013. 32 Seiten, Euro 9,95, ISBN 978-3-942929-23-3.

Zur Verlagsseite – bei Amazon – und in eurer Lieblingsbuchhandlung.

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