Andrea Behnke, Tanja Huesmann: Ene, mene, Maus, und du bist raus

Mit Dreierfreundschaften ist es oft so eine Sache.  Aber bei Lulu, Fiete und Neda war das bisher nie ein Problem, sie nennen sich Lu-Fi-Ne und machen alles zusammen. Doch eines Morgens im Kindergarten erfährt Lulu, dass die beiden anderen ohne sie spielen wollen. Sie wollen Zwillinge sein. Lulu ist enttäuscht und fühlt sich allein gelassen. Und auf einmal sieht sie nur noch Zweier: Augen, Ohre, Nasenlöcher, den Doppelpack Zahnpasta, die Räder an ihrem Rädchen usw. Am nächsten Tag im Kindergarten spielen Fiete und Neda ihr Spiel weiter, ohne sie. Doch plötzlich fordert Mara sie zum Spielen auf. Die beiden verstehen sich blendend. Als später Neda bei ihnen mitmachen will, ziert sich Lulu erst ein wenig. Doch dann findet sie eine Lösung, mit der sie alle glücklich sind.

Bei Dreierfreundschaften kommt es immer wieder vor, dass zwei sich gegen den Dritten verbünden oder dass nicht alle einer Meinung sind und einer unzufrieden übrig bleibt. Das passiert Lulu, die sehr unglücklich darüber ist und sich zuerst gar nicht zu helfen weiß. Auf die Idee, einfach mit anderen Kindern im Kindergarten zu spielen, kommt sie gar nicht. Sie vertraut sich auch niemandem an, ist nachmittags nur motzig und regt sich über die vielen Pärchen auf, die sie entdeckt. Zwei scheint die perfekte Zahl zu sein – ob Fiete und Neda jetzt immer alleine spielen wollen? Erst als ein anderes Mädchen sie anspricht, kann sie sich aus ihrer Erstarrung lösen.

Lulus Gefühle sind sehr schön dargestellt. Fast jedes Kind dürfte eine vergleichbare Situation schon einmal erlebt haben und kann sich daher gut in Lulu hineinversetzen. Vielleicht hat es aber auch schon einmal ein Kind ausgeschlossen. Wahrscheinlich geschah das gedankenlos, aber beim Lesen dieser Geschichte dürfte ihm das bewusst werden. Auch wenn die Handlung teilweise nachdenklich stimmt, ist das keinesfalls ein ernstes Buch. Vor allem, wenn Lulu davon verfolgt wird, plötzlich alles nur noch paarweise zu sehen, wird es auch richtig lustig. Garantiert werden die Kinder sich noch mehr Beispiele überlegen, das bietet einen schönen Anlass für ein Suchspiel im Haus oder vielleicht am nächsten Tag auf dem Weg zum Kindergarten. Die Bilder von Tanja Huesmann sind einfach nur klasse. Die Gefühle der Kinder sind gut zu erkennen, sie sind niedlich, aber nicht kitschig dargestellt. Die Umgebung ist schön anschaulich, aber nicht zu detailreich.

Eine schöne, runde Geschichte mit tollen Illustrationen für Kinder ab 3 Jahren.

Cover_Behnke_EnemeneMaus

Andrea Behnke, Tanja Husman: Ene, mene, Maus, und du bist raus. Kerle 2015. 32 Seiten, Euro 12,99, ISBN 978-3-451-71333-0.

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Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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