Jochen Till, Zapf: Spackos in Space 3. Der doppelte Labrox

Seit mehr als zwei Monaten treibt das defekte Raumschiff Rumpel nun schon durchs All, nachdem die Besatzung den Zombieplaneten verlassen hat (Rezension von Teil 2 siehe hier). Immerhin gibt es seitdem genug zu essen, auch wenn allen das ständige Gemüse schon zum Hals heraushängt. Doch es passiert nichts. Gar nichts. Conny langweilt sich fürchterlich. Da kommt er auf die Idee, eine Band zu gründen. Die anderen Besatzungsmitglieder sind begeistert, abgesehen vom Kapitän. Das Ergebnis ist nicht besonders melodisch, aber so laut, dass Conny zunächst Hobbes’ Warnung überhört: Sie nähern sich einem riesigen Flugobjekt. Schlagartig ist es vorbei mit der Langeweile. Sie lernen einen zweiten Labrox kennen, Amys Bruder. Diese ist nicht begeistert, aber alle anderen lassen sich von dem Komfort des Luxusschiffes einlullen. Doch dann passiert etwas …

Die Rumpel ist ein skurriles Raumschiff und ihre bunt gemischte Besatzung ist noch viel skurriler. Mit der Band haben sie endlich etwas gefunden, was sie beschäftigt und allen Spaß macht. Als sie auf dem Labrox-Raumschiff nach Strich und Faden verwöhnt werden, sind sie nicht bereit, auf Amys Warnungen zu hören. Doch nachdem Conny herausgefunden hat, dass der Kapitän einen Vertrag unterschrieben und das Kleingedruckte übersehen hat, sind sie nicht bereit, das so einfach hinzunehmen. Einfallsreich nehmen sie die Rettung ihrer Freunde in die Hand. Ich muss zugeben, dass ich die komische Truppe inzwischen richtig ins Herz geschlossen habe.

Es ist wieder ein lustiges und originelles Abenteuer, was Conny und die Mannschaft der Rumpel erleben. Die Annehmlichkeiten des Labrox-Raumschiffes würden die Leser sicher auch gerne genießen. Natürlich sind Dinge wie ein Automat, bei dem man jegliches Essen bestellen kann, oder eine Art schwebendes Surfbrett nichts Neues, aber erstens kennen die jungen Leser das wahrscheinlich noch nicht und zweitens ist die Zusammenstellung dieser Elemente mit den Ereignissen drumherum doch wieder etwas Besonderes. Die Sprache steckt voller Sprachspiele, nichts heißt so, wie wir es von der Erde kennen, aber die Namen sind doch so ähnlich, dass man erkennen kann, um was es geht. Für Kinder, denen das Lesen noch schwerfällt, könnte das manchmal schwierig sein, leseerfahrenere Kinder sollten damit keine Probleme haben, sondern es sogar genießen und ihren Spaß daran haben.

Zwischendurch tauchen immer mal wieder kleinere Schwarz-Weiß-Zeichnungen auf, die dabei helfen, sich die Protagonisten vorzustellen. Ich mag besonders das Bild von Connys Frisur, nachdem dieser zwei Roboter gleichzeitig berührt hat. Außerdem lockern verschiedene Schrifttypen den Text auf, so kann man beispielsweise auf den ersten Blick erkennen, was die Roboter sagen.

Die Geschichte ist sehr temporeich und strotzt von skurrilen und fantasievollen Einfällen. Im Gegensatz zu Conny kommt der Leser nicht dazu, sich zu langweilen. Ein abwechslungsreicher Lesespaß für alle zwischen 10 und 12 Jahren.

Cover_Till_Spackos3

Jochen Till, Zapf: Spackos in Space 3. Der doppelte Labrox. Tulipan 2015. 192 Seiten, Euro 13,95, ISBN 978-3-86429-257-6.

Zur Verlagsseite – bei Amazon – und in eurer Lieblingsbuchhandlung.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

3 Kommentare zu “Jochen Till, Zapf: Spackos in Space 3. Der doppelte Labrox

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