Meike Haberstock: Nur Mut, Anton. Alles halb so schlimm

Nachdem mir der Vorgängerband Anton hat Zeit. Aber keine Ahnung, warum! (zur Rezension) so gut gefallen hat, war ich sehr gespannt, ob das neue Buch mich ebenso begeistern kann. Dieses Mal geht es um das Thema Mut.

Anton hat mal mehr Mut, mal weniger. Letzteres kann auch mal peinlich werden, zum Beispiel wenn ausgerechnet Klassenkamerad Steven, der Mitglied der fiesen Ganster-Gang ist, bemerkt, dass er sich nicht traut vom Dreier zu springen. Nun steht die Klassenfahrt an, vor der ihm ein wenig mulmig ist. Am schlimmsten ist aber, dass er in den dunklen Keller gehen soll, um seinen Koffer hochzuholen. Und als er endlich im Keller angekommen ist, geht die einzige Glühbirne kaputt. Zu seiner Rettung schreitet ausgerechnet die Hausmeisterin Frau Bürchterlich, die er gruselig findet. Doch eigentlich ist sie ganz nett und bringt ihm einen guten Trick bei. Auch auf der Klassenfahrt gibt es einige Situationen, bei denen Anton sich fürchtet. Manchmal kann er sich überwinden. Was aber besonders wichtig ist: Anton merkt, dass auch die anderen vor irgendetwas Angst haben, selbst die vermeintlich coolen Mitglieder der Gangster-Gang.

Dieses Buch ist sehr schön gestaltet. Jedes Kapitel beginnt mit einem Mut-o-Meter, der auf einer Skala von 1 bis 10 anzeigt, wie mutig Anton oder einer seiner Freunde in diesem Kapitel ist. Viele Bilder lockern den Text auf, von doppelseitig bis zu vielen kleinen Bildchen in der Umrandung ist alles dabei. Manchmal tauchen auch Sprechblasen mitten im Text auf. Die Geschichte ist trotz des eigentlich ernsten Themas Angst sehr lustig. Anton passieren lustige Dinge, weshalb es viel zu lachen gibt. Aber er macht sich auch viele Gedanken und wenn er alleine nicht weiterkommt, helfen ihm seine Freunde, sein toller Opa oder andere Menschen. Das ist ein sehr schöner Aspekt: Manchmal denkt Anton zwar, dass er mit Problemen alleine fertig werden muss, aber in Wirklichkeit hat er viele Menschen um sich, die ihn unterstützen – sogar die Hausmeisterin, die ihm zunächst Angst machte.

Mir gefällt die Geschichte deshalb besonders gut, weil Anton zum einen merkt, dass er gar nicht der einzige ist, der sich manchmal vor etwas fürchtet, sondern dass alle Menschen Schwachpunkte haben, zum anderen, weil es durchaus Situationen gibt, in denen er mutig ist. Manchmal dauert es ein wenig, bis er sich (mal mit, mal ohne Hilfe) überwindet, aber dabei merkt er, dass Angst vor einer bestimmten Sache kein Gefühl ist, das einen für immer und ewig quälen muss.

Die Ängste und Sorgen Antons und ihre Bekämpfung werden hier nicht nur sehr überzeugend umgesetzt, sondern auch lustig. Zusammen mit den genialen Bildern ergibt das erneut einen tollen Lesespaß. Zum Vorlesen ab 6, zum Selberlesen von 8 bis 10 Jahren für alle Ängstlichen, Mutigen und alle, die sich mal so, mal so fühlen.

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Meike Haberstock: Nur Mut, Anton! Alles halb so schlimm … Oetinger 2015. 128 Seiten, Euro 12,99, ISBN 978-3-7891-3730-3.

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