Quentin Gréban: Billy

Billy ist ein noch sehr junger Tiger mit einer großen Zahnlücke, er hat seinen ersten Zahn verloren. Deshalb lispelt er stark und die anderen Leute haben Schwierigkeiten, ihn zu verstehen. Außerdem ist Billy der neue Sheriff von Cactus Valley. Obwohl er sehr jung ist, denkt er, dass er die Arbeit gut wird erledigen können. Doch als er nach einem Banküberfall die Bankräuber festnehmen will, verstehen die ihn gar nicht und nehmen ihn wegen seiner geringen Größe überhaupt nicht ernst. Billy ist enttäuscht. Genauso geht es ihm, als er kurz darauf im Salon einen Falschspieler entdeckt und ihn ermahnt. Ja, er schafft es nicht einmal, sich ein Getränk zu bestellen und das Gewünschte zu bekommen. Billy ist so niedergeschlagen, dass er seinen Sheriffstern zurückgibt. Als sich das herumspricht, feiern alle Bösewichte. Doch als Billy den bösesten aller Banditen vorbeikommen sieht, besinnt er sich. Er fordert ihn zum Duell – und er siegt. Der Grund warum er siegt, mag zwar etwas ungewöhnlich sein, aber egal! Seit diesem Tag gibt es niemanden mehr in Cactus Valley, der Billy nicht respektiert.

Die Sprache ist im Allgemeinen recht einfach. Allerdings lispelt Billy, was das Verständnis manchmal etwas schwerer macht. Aber die Kinder können sich schnell einhören und finden es sehr lustig zu verstehen, was Billy eigentlich sagen will und was die anderen hineininterpretieren. Die Bilder sind klasse. Die Farben sind nicht zu knallig und wirken ein wenig pudrig. Auch wenn Billy zunächst fast formatfüllend gezeigt wird, wird wenig später doch deutlich, wie klein er im Vergleich zu all den Banditen ist. Als er mit großen traurigen Augen am Tisch im Saloon sitzt, möchte man ihn  am liebsten in den Arm nehmen und knuddeln. Ich bin mir sicher, dass sich viele Kinder sehr gut in ihn hineinversetzen können. Er hatte so viel vor, doch die Großen nehmen ihn einfach nicht ernst! Außerdem machen sie sich über sein Lispeln lustig, dabei kann er doch gar nichts dafür. Auch sein Durchhänger ist gut nachzuvollziehen. Doch dann reißt er sich zusammen und versucht es noch einmal, und dieses Mal mit Erfolg. Die Botschaft ist klar: Nicht immer klappt alles beim ersten Mal und oft ist es schwer, sich in der Erwachsenenwelt durchzusetzen, aber es lohnt sich, nicht aufzugeben und es immer wieder zu versuchen. Doch ganz abgesehen von dieser Moral ist das einfach eine schöne spannende Geschichte, die kleinen Zuhörern von 4 bis 6 Jahren großen Spaß macht.

Cover_Greban_Billy

Quentin Gréban: Billy. Aus dem Französischen von Gabriele Stein. Bachem 2015. 32 Seiten, Euro 12,95, ISBN 978-3-7616-2986-4.

Zur Verlagsseite – bei Amazon – und in eurer Lieblingsbuchhandlung.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Ein Kommentar zu “Quentin Gréban: Billy

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