Jon Scieszka: Frank Einstein 2. Die Jagd nach dem Blitzfinger

Frank Einstein, das Genie, befasst sich im zweiten Band mit Energie. Die Leser lernen den Unterschied zwischen nicht erneuerbaren und erneuerbaren Energiequellen kennen, erfahren, wie verschiedene Energieerzeuger funktionieren (Solarzellen, Windmühlen, Geotermie), werden mehrfach mit den newtonschen Grundsätzen der Bewegung konfrontiert und können einfach Experimente nachmachen, zum Beispiel zu elektrostatischer Energie. Dies alles ist natürlich wieder in ein spannendes Abenteuer eingebunden: Frank hat nach Tesslas Berechnungen einen „Blitzfinger“ erfunden, der Energie kabellos überträgt. Sein Widersacher Edison hat derweil alle Elektrizitätswerke aufgekauft und zerstört zusammen mit seinem Schimpansen Chimp eins nach dem anderen, damit die Einwohner von ihm und seinem Wasserkraftwerk abhängig sind und jeden Preis zahlen müssen, den er verlangt. Frank Einstein, sein Freund Watson, seine Freundin Janegooodall und die Roboter Klink und Klank kommen ihm auf die Schliche und versuchen, seine Pläne zu vereiteln. Das wird spannend …

Wie bei Band 1 (Die Entführung der Roboter, Rezension) wird in diesem Buch physikalisches Wissen gut in eine spannende Geschichte verpackt. In Band 1 mussten allerdings erst alle Personen vorgestellt werden, nach meinem Empfinden geht es hier früher und intensiver um die Wissenschaft, dafür ist das Buch allerdings auch dünner. Die Verknüpfung ist wieder gut gelungen, allerdings vermute ich, dass es nicht gelingen wird, ein Kind, das sich nicht für Naturwissenschaften interessiert, damit zu begeistern. Es wird das Buch entweder beiseite legen oder die wissenschaftlichen Details einfach überspringen. Ein Kind jedoch, das sich für Naturwissenschaft und Technik interessiert, dürfte begeistert sein.

Frank Einstein und sein Freund Watson sind liebenswürdige, sympathische Jungs, auch wenn Frank seinem Freund selten richtig zuhört. Dabei ist es Watson, der sich zwar nicht für die technischen Details interessiert, aber gesunden Menschenverstand besitzt, der einen entscheidenden Hinweis liefert. Die beiden Roboter spiegeln die Jungen: der eine (Klink) hochintelligent, der andere etwas verpeilt (Klank), der am Ende aber alle rettet. Kurz taucht auch ein (Alibi-)Mädchen auf, vermutlich um mehr Leserinnen anzusprechen. Ich fand beim ersten Band ja schon die Namen Einstein und Watson übertrieben, aber dass das Mädchen nun Janegoodall  (das ist der Vorname) heißen muss, finde ich doch etwas dick aufgetragen.

Einige kleinere Kritikpunkte: Bei einem Elektrostatik-Versuch werden „zwei Päckchen Salz, drei Päckchen Pfeffer und ein[en] Plastiklöffel“ benötigt. Gemeint sind vermutlich kleine Tütchen, wie man sie im Schnellrestaurant bekommt. Meine Kinder hätten bei dieser Aufgabenstellung alle im Vorratsraum auffindbaren 250-g-Salzpackungen angeschleppt und ratlos vor der Pfeffermühle und den verschiedenen -streuern gestanden … Da wäre es doch sinnvoller gewesen, die Mengen in Löffeln anzugeben.

Und dann funktioniert ein Teil der Handlung meiner Meinung nach nicht richtig. Edison kauft alle Kraftwerke auf, zerstört dann alle bis auf das Wasserkraftwerk, damit die Einwohner gezwungen sind, allen Strom von ihm zu kaufen und er die Preise diktieren kann. Wenn er alle Kraftwerke gekauft hat, ist er doch bereits Monopolist, wozu muss er die Kraftwerke dann noch zerstören?

Abgesehen davon ist es aber wieder eine recht gelungene Verknüpfung von wissenschaftlichen Informationen mit einer spannenden Geschichte, die Naturwissenschaftsfans ab 10 Jahren gefallen dürfte.

Cover_Scieszka_FrankEinsteinBlitzfinger

Jon Scieszka: Frank Einstein. Die Jagd nach dem Blitzfinger. Heyne fliegt 2015. 176 Seiten, Euro 12,99, ISBN 978-3-453-26979-8.

Zur Verlagsseite – bei Amazon – in in der Buchhandlung um die Ecke.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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