Daniel Defoe, Holger Teschke: Robinson Crusoe

Robinson möchte unbedingt Seemann werden. Er reist nach Brasilien, aber auf dem Rückweg gerät sein Schiff in einen schweren Sturm und sein Schiff sinkt. Er wird an das Ufer einer Insel gespült, zusammen mit einem Hund, Jack. Aber keiner seiner Kameraden ist zu sehen. Schließlich strandet etwas weiter draußen das Wrack seines Schiffes. Immer wieder schwimmt er hinaus und baut schließlich ein Floß, um Lebensmittel, Saatgut, Werkzeug und die Schiffskatze auf die Insel zu transportieren. Mangels anderer Gefährten unterhält er sich mit seinen Tieren, während er sich nach und nach eine Unterkunft aufbaut, Felder anlegt und Ziegen züchtet. Eines Tages, viele Jahre nach seiner Ankunft, legen Männer mit Kanus an: Cariben. Ob sie Menschenfresser sind, wie er in vielen Geschichten gehört hat? Er kann einen ihrer Gefangenen befreien, er nennt ihn Freitag und hat endlich wieder menschliche Gesellschaft. Doch wird es ihm gelingen, eines Tages wieder zurück nach England zu kommen?

Die altbekannte Geschichte von Robinson Crusoe wurde hier als Hörspiel umgesetzt. Damit Robinson nicht permanent Selbstgespräche führt, wurde zu dem Trick gegriffen, Katze, Hund und später auch einen Papagei sprechen zu lassen.

Robinsons Geschichte ist hier sehr verkürzt wiedergegeben und auf die Episode des Schiffbruchs und des Inselaufenthaltes beschränkt, die Ereignisse davor werden weggelassen, sodass es scheint, als wäre Robinson gerade frisch aus England gekommen. Auch das Ende fehlt. Aber das ist in Bearbeitungen für Kinder meistens der Fall, die (teilweise sehr sozialkritische) Geschichte wird auf das Abenteuer verkürzt und so für jüngere Kinder überhaupt erst verständlich (und verdaulich?).

Die Geschichte wird für Kinder spannend erzählt. Musik und Hintergrundgeräusche fügen sich gut ein. Die Sprecher verkörpern ihre Rollen gut, wobei ich zugeben muss, dass mir die ewig gelangweilte Katze und der ständig aufgeregt Hund manchmal etwas auf die Nerven gingen. Ich verstehe die Idee, Robinson mit seinen Tieren sprechen zu lassen, um ein Hörspiel überhaupt erst möglich zu machen. Man kann das auch gut damit begründen, dass jemand, der 28 Jahre alleine auf einer Insel lebt, mangels anderer Gesprächspartner anfangen würde, mit Tieren zu sprechen und sich einzubilden, dass sie ihm antworten. Trotzdem hat mir das nicht so gut gefallen, aber das ist sicherlich Geschmackssache und viele Kinder mögen es sehr, wenn Tiere eine wichtige Rolle spielen.

Insgesamt eine gelungene Umsetzung der Robinson-Geschichte für Kinder von etwa 6 bis 8 Jahren.

Cover_Defoe_RobinsonCrusoe

Daniel Defoe, Holger Teschke: Robinson Crusoe. Hörspiel. DAV 2016. 1 CD, 49 Minuten, ISBN 978-3-86231-659-5.

Sprecher: Tonio Arango, Kathrin Wehlisch, Axel Wandtke, Nico Holonics, Roman Knizka, Hans Teuschner, Michael Hanemann

Zur Verlagsseite – bei Amazon – und in jeder Buchhandlung.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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