Anette Huesmann: Burginternat Rosenstein. Lena und die Bande der Ritterinnen

Nach eifriger Lektüre von Hanni und Nanni und Dolly wäre ich sofort in ein Internat gegangen, wenn man mir das als Jugendlicher angeboten hätte. Und irgendwie bin ich dem Genre „Internatsroman“ immer noch verfallen. Andererseits: Irgendwie sind die Bücher doch immer sehr ähnlich. Oder doch nicht?

Als Lena auf das Burginternat Rosenstein kommt, ist jedenfalls alles ganz anders, als sie und die Leser es erwarten. Niemand begrüßt sie freundlich, Scharen von Kindern werden abgeholt und fahren davon, sie wird sogar aufgefordert, wieder zu gehen. Aber das geht nicht, ihre Eltern sitzen gerade im Flugzeug nach Kenia, wo sie einige Monate arbeiten werden. Also bleibt Lena zusammen mit ein paar anderen Mädchen im „Club der Heimatlosen“. Durch einen umfangreichen Stromausfall ist die Versorgung der Schülerinnen schwer möglich, Unterricht findet nicht statt. Gelegenheit für die Mädchen, die Burg zu erkunden, alten Geschichten zu lauschen und die Rüstung der Ritterin zu suchen, denn Lena ist fest davon überzeugt, dass es Ritterinnen gegeben hat. Doch dann ist plötzlich der Bestand des Internats gefährdet. Können Lena und ihre neuen Freundinnen es retten?

Eigentlich will Lena gar nicht auf das Internat, sondern mit ihrer Familie nach Kenia fliegen. Und auch ihre beste Freundin vermisst sie sehr. Doch weil es nur für zwei Monate sein soll, versucht sie, das Beste daraus zu machen. Sie ist ein patentes Mädchen, das sich in den Kopf gesetzt hat, die Rüstung einer Ritterin zu finden. Außerdem denkt sie gar nicht daran, schnell aufzugeben, wenn es mal schwierig wird. Auch wenn die Situation, in der sie landet, sehr ungewöhnlich ist, findet sie sich schnell zurecht. Die anderen Mädchen sind ihr teilweise sehr sympathisch, was zu einem Gewissenskonflikt führt: Darf sie neben ihrer besten Freundin Meike denn noch eine andere Freundin haben? Die meisten Mädchen halten fest zusammen, aber natürlich gibt es auch Zicken – sonst wäre es ja langweilig. Dass Mia im Rollstuhl sitzt, ist ganz selbstverständlicher Teil der Geschichte und wirkt (im Gegensatz zu manch anderem Buch) nicht aufgesetzt.

Die Handlung nimmt einige unerwartete Wendungen. Natürlich gibt es einige Dinge, die man auf einer Burg erwartet, wie klappernde Ketten, heulende Geister und eine Schatzsuche, deren Ende jedoch wiederum ganz überraschend verläuft. Die realistisch bis etwas überzogen gezeichneten Protagonisten (manche Erwachsene), die spannenden Erlebnisse der Mädchen und viele amüsante Details machen das Lesen zum Vergnügen. Und die Moral? Nicht unterkriegen lassen – zusammen sind auch Kinder stark.

Sympathische Mädchen retten ein Burginternat und lernen, wie wichtig es ist, in der Not zusammenzuhalten und nicht gleich aufzugeben. Eine abenteuerliche Lektüre für Kinder von 8 bis 11 Jahren.

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Anette Huesmann: Burginternat Rosenstein. Lena und die Bande der Ritterinnen. CS Burg Edition 2016. 128 Seiten, Euro 7,90, ISBN 978-1-5303-2913-7.

Zur Autorinnenseite – bei Amazon – über Buchhandel.de– und in jeder Buchhandlung.

Ich danke der Autorin für das Rezensionsexemplar.

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