Franz Hübner, Giuliano Ferri: Mein Gott, dein Gott, unser Gott

David, Johanna und Ibrahim sind schon seit Jahren befreundet und verstehen sich an sich gut. Nur wenn die Sprache auf Religion kommt, beginnen sie zu streiten. Jeder hält nämlich seinen Gott für den größten, besten und mächtigsten auf der Welt. Eines Tages überlegen sie sich, die Frage ein für alle Mal zu klären. Ibrahim erklärt sich bereit, durch die Welt zu reisen, bis er eine Antwort auf diese Frage gefunden hat. Wenn er auf seinem Weg etwas Beeindruckendes sieht, ein Meer, Wälder, Berge, eine Wüste, fragt er jemanden, wer das erschaffen hat. Die Antwort lautet immer: „Unser Gott!“. Und immer ist dieser Gott der größte, beste und mächtigste für denjenigen, auch wenn Ibrahim noch nie von ihm gehört hat. Ibrahim sieht und lernt wunderbare Dinge und findet Freunde. Da erkennt er:

„Es ist immer derselbe Gott, die einen nennen ihn so, die anderen so. Das glaube ich ganz fest.“

Dann kehrt er nach Hause zurück, um seinen Freunden mitzuteilen, was er herausgefunden hat.

Drei Menschen, die einander gerne mögen, streiten über Religion. Es wird nie erwähnt, wer welche Religion hat, aber wir Erwachsenen können an den Namen ablesen, wer welche der Weltreligionen vertritt. Aber letztlich spielt das für die Handlung keine Rolle. Denn es ist egal, wie die Menschen ihren Gott nennen, findet Ibrahim am Ende seiner Reise. Warum sollten unterschiedliche Götter Dinge geschaffen haben, die überall gleich sind: Wunderbare Natur und gemeinsame Werte wie Freundschaft? Für ihn lässt das nur den Schluss zu, dass die Menschen zwar viele Namen haben, aber immer das gleiche göttliche Wesen dahintersteckt. Und dass damit all die Diskussionen und Streitigkeiten sinnlos sind.

Die wunderschönen Bilder Giuliano Ferris tragen dazu bei, dem Leser diese Botschaft der Toleranz zu vermitteln. Hier wird ein wichtiges Thema aufgegriffen und Kindern gut verständlich dargestellt: Es lohnt nicht, über Religionen zu streiten. Mag jeder seinen Gott nennen, wie er es möchte, es ist egal.

Ein schönes, gut verständliches Buch zum Nachdenken oder zum Gesprächseinstieg über das wichtige Thema Toleranz für Kinder von 4 bis 7 Jahren.

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Franz Hübner, Giuliano Ferri: Mein Gott, dein Gott, unser Gott. Herder 2016. 32 Seiten, Euro 14,99, ISBN 978-3-451-71339-2.

Zur Verlagsseite – bei Amazon – über Buchhandel.de – und in der nächsten Buchhandlung.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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