Jasmin Schäfer: Die Sache mit den Tigerstreifen

Tiger Kalle macht einen Ausflug. Unterwegs trifft er etliche andere Tiere – und alle haben ein Problem. Der Hund zum Beispiel hat seinen Ball auf den Baum geworfen und bekommt ihn nicht mehr herunter. Es gibt eine Leiter, aber drei Sprossen sind kaputt. Was tun? Der Tiger hat eine Idee, wie er ganz einfach helfen kann. Und nicht nur dem Hund, ihm fällt bei jedem Problem eine tolle Lösung ein. Doch leider geht das alles auf seine Kosten und am Ende ist er traurig, weil er alles hergegeben hat.

Die Sonne scheint Tiger Kalle ins Gesicht.
„Guten Morgen, lieber Tag!“, gähnt er,
„heute möchte ich ein Abenteuer erleben!“
Er springt aus dem Bett.

Kalle ist ein supernetter und vor allem sehr hilfsbereiter Tiger. Er kommt gar nicht auf die Idee, jemanden einfach stehen zu lassen, der Hilfe braucht. So macht er viele andere Tiere glücklich und denkt nicht an sich selbst. Dass er am Ende trotzdem traurig ist, weil er dabei quasi seine Identität aufgegeben hat, ist verständlich. Die Lösung, die es für Kalle gibt, ist sehr originell und wunderschön. Manche der geschilderten Probleme sind richtig niedlich, wie der kaputte Zebrastreifen – darauf muss man erst einmal kommen.

Ich brauchte einen Moment, um mit den Bildern warmzuwerden. Vieles wirkt etwas kastenförmig: der Tiger, die Bäume, das Gepardenkind. Anderes, beispielsweise manche Blätter, ist detailliert und in meinen Augen sehr lebendig dargestellt. Insgesamt wirken die Bilder jedoch stimmig. An jedem Tier ist etwas Besonderes, was mir aber beim ersten Lesen gar nicht aufgefallen war. Ich musste das Buch also noch ein zweites Mal durchblättern und nachschauen – tatsächlich. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die zuhörenden Kinder, die die Bilder meist viel genauer anschauen als die vorlesenden Erwachsenen, das beim ersten Mal schon mitbekommen.

Das Buch bietet einen schönen Anlass für ein Gespräch über das Helfen: Macht man es nur für eine Gegenleistung? Oder einfach so, weil Hilfe eben nötig ist? Wie fühlt sich der kleine Tiger, wie hat sich das Kind in einer entsprechenden Situation schon einmal gefühlt? Aber das ist natürlich kein Muss, man kann es auch einfach als aufregenden Ausflug, auf dem eine Menge passiert, lesen.

Fazit: Ein Ausflug, auf dem richtig viel passiert, bei dem der Tiger vielen hilft, ohne auf sich selbst zu achten, und dafür im Nachhinein entschädigt wird.

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Jasmin Schäfer: Die Sache mit den Tigerstreifen. atlantis 2016, 40 Seiten, Euro 14,95, ISBN 978-3-7152-0717-9.

Zur Verlagsseite – bei Amazon – über Buchhandel.de – und in eurer Lieblingsbuchhandlung.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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