Maren Wernecke: Der Islam – was ist das?

Ähnlich wie in Das Christentum – was ist das? erklärt Maren Wernecke in diesem Buch für ältere Grundschüler gut verständlich die Grundzüge des Islams. Sie beginnt mit der Frage, was Islam überhaupt bedeutet und ob Allah dasselbe wie (der christliche) Gott ist. Dann erläutert sie, wer Mohammed war, was der Koran ist und was die Sunna, wie sich der Islam verbreitete, welche Feste gefeiert werden, wie Muslime beten, wie eine Moschee aussieht usw. Später erklärt sie auch Begriffe, die Kinder häufig in den Nachrichten hören wie Scharia, Dschihad oder Islamismus. Auch die Fragen, warum viele Musliminnen ein Kopftuch tragen oder ob Tanzen im Islam erlaubt ist, werden geklärt. Das abschließende Kapitel befasst sich damit, wie Muslime in Deutschland leben.

So kam es, dass Mohammed im Jahr 622 in einen Ort namens Yathrib zog, der rund 400 Kilometer nördlich von Mekka lag. Dort verkündete er nicht nur Gottes Offenbarungen. Er formte unter den Menschen auch die erste islamische Gemeinschaft („Umma“) und schlichtete als deren Anführer Streitereien zwischen arabischen Stämmen. Seitdem wird Yathrib Medina genannt.

Das Buch richtet sich ganz klar an (nicht-muslimische) Kinder, die noch keine oder nur geringe Kenntnisse über den Islam haben. In 27 kurzen Kapiteln und einfacher, gut verständlicher Sprache werden die einzelnen Punkte erklärt. So können die Kinder die Grundzüge der Religion gut verstehen.

Wie eine Muslima ihr Leben gestalten kann, hängt oft viel mehr von dem Staat ab, in dem sie lebt, von dessen Gesetzen und Gewohnheiten. Dann macht es Unterschiede, ob sie in der Stadt oder auf dem Land wohnt. Auch in welcher Familie sie aufgewachsen ist und welche Bildung sie erhalten hat, spielt in ihrem Leben eine große Rolle. Aber all das gilt nicht nur für muslimische Frauen, sondern für alle Menschen.

Kinder in Deutschland haben viele Fragen über den Islam. Sie bekommen mit, wie ihre Klassenkameraden Ramadan begehen und Feste feiern, hören aber auch, wie in den Nachrichten der Dschihad erwähnt wird oder Bekannte sich negativ über Kopftuchträgerinnen auslassen. Deswegen finde ich es gut, dass auch „kritische“ Themen angesprochen werden, damit die Kinder den Hintergrund verstehen und sich auch selbst eine Meinung bilden können. Oft wird deutlich gemacht, dass viele Regeln, Traditionen und Gewohnheiten im Islam nicht einheitlich sind, sondern in unterschiedlichen Ländern ganz unterschiedlich ausgelegt und umgesetzt werden. Vor allem wird dies alles nicht bewertet, sondern neutral dargestellt.

Fazit: Ein gutes Buch, dem es gelingt, Kindern von 9 bis 11 Jahren Grundwissen über den Islam zu vermitteln, ihnen dadurch ermöglicht, sich zu vielen Themen eine eigene Meinung zu bilden und Muslime und ihre Handlungen besser zu verstehen.

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Maren Wernecke, Timo Grubing: Der Islam – was ist das? Herder 2016. 64 Seiten, Euro 12,99, ISBN 978-3-451-71325-5.

Zur Verlagsseite – bei Amazon – bei Buch7.de – und in der Buchhandlung um die Ecke.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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