Mirjam Zels: Fast wie Freunde

Niederdrückende Angst

Sophie, ein ganz normales Mädchen, lebt in einer ganz normalen Stadt mit ganz normalen Bewohnern.

Es gab einmal eine Stadt, in der war eigentlich alle in Ordnung.

Auf den ersten Blick ist also alles okay, doch auf den zweiten Blick erkennt man, dass die Menschen niedergedrückt sind. Und Sophie geht es gar nicht gut. Sie kann einfach nicht so locker, ungezwungen und fröhlich sein wie die anderen Kinder. Niemand kann ihr helfen, was auch daran liegt, dass niemand so genau hinschaut. Sophie ist viel allein, doch eines Tages beschließt sie, gegen das zu kämpfen, was sie niederdrückt: ihre Angst. Von da an lernt sie,  sich Schritt für Schritt von ihr zu lösen.

Alle schauen weg

Dass es Sophie nicht gut geht, kann man auf den Bildern gut erkennen: Auf ihrem Rücken sitzt ein großes, schwarzes Etwas. Kein Wunder, dass sie niedergedrückt ist. Die anderen Kinder, die unbeschwert spielen, haben so etwas nicht. Sophie merkt irgendwann, dass niemand ihr helfen kann oder will. Da nimmt sie all ihre Energie zusammen und versucht, die Angst loszuwerden. Als sie sich ihr stellt und sich genauer mit ihr befasst, merkt sie, dass sie eigentlich gar nicht so schlimm ist. Sie akzeptiert sie als einen Teil ihres Lebens. Manchmal findet sie sie sogar ganz gut, aber es gibt immer mehr Momente, wo sie sich ganz davon lösen kann. Bis sie eines Tages verschwindet.

Ich finde es wunderbar, wie es in diesem Buch gelungen ist, Sophies Angst zu visualisieren. Auf manchen Bildern ist sie von dem schwarzen Etwas vollkommen eingehüllt, auf anderen wird sie heruntergedrückt. Und wenn man dann genauer hinschaut, merkt man, dass die Erwachsenen fast alle etwas Schwarzes auf dem Rücken haben. Die Redewendung „Jeder hat sein Päckchen zu tragen“ wird in diesem Moment sehr klar. Ganz toll wird auch Sophies Kampf gegen das Schwarze dargestellt, so können es auch kleine Kinder gut verstehen.
Die Bilder sind in gedeckten Farben gehalten. Weil auch das Papier leicht grau ist, wirken auch die fröhlichen Bilder etwas düster.
Der Text ist sehr knapp, er reicht aber vollkommen, um die Ereignisse zu erklären.

Eines Tages, als Sophie es nicht bemerkte …
… ging ihre Angst fort.

Eine Geschichte, die Mut macht

Die Geschichte zeigt ein starkes Mädchen, das alleine schafft, sich von dem zu befreien, was es niederdrückt. Doch das Schöne daran ist, dass ihre Veränderung ansteckend wirkt. Die anderen bemerken sie, trauen sich nun ebenfalls, genauer hinzuschauen und machen es ihr nach. So fühlen sich nach und nach immer mehr Menschen in der ganz normalen Stadt besser.

Fazit: Eine starke Botschaft für Kinder von 4 bis 6 Jahren: Es lohnt sich, gegen seine Ängste und Sorgen anzukämpfen, man sollte nicht darauf warten, dass andere das für einen übernehmen.

Mirjam Zels: Fast wie Freunde. Kunstanstifter 2017. 44 Seiten, Euro 22,00, ISBN 978-3-942795-51-7.

Zur Verlagsseite – bei Amazon – bei Buch7 – im Onlineshop eurer Buchhandlung – und in der Buchhandlung um die Ecke.

Ich danke dem Verlag für Rezensionsexemplar.

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