Rudyard Kippling, Quentin Gréban: Das Dschungelbuch

Erinnerungen …

Als Kind hatte ich ein sehr großes grünes Bilderbuch, das ist sehr liebte: Das Dschungelbuch. Als ich das Cover dieses Buches sah, wusste ich sofort, dass ich es unbedingt lesen und rezensieren möchte.

Das Dschungelbuch – die wahre Geschichte

Wahrscheinlich sind wir alle mit der Disney-Verfilmung des Buches von Rudyard Kipling aufgewachsen und sehen sofort den singenden Balu vor uns, wenn wir an das Dschungelbuch denken. Obwohl ich später das Original von Kipling gelesen habe, ist die Disney-Version viel präsenter bei mir. Dieses Bilderbuch basiert jedoch auf der Originalgeschichte. Mir war nicht bewusst, wie sehr Disney die Geschichte verändert hat. In Wirklichkeit ist sie doch viel düsterer, wilder, ursprünglicher, viel näher am wahren Dschungel. Die Basis ist jedoch identisch: Ein kleiner Menschenjunge wird vom Wolfsvater gefunden und von seiner Familie aufgenommen. Das Wolfsrudel ist skeptisch, aber dank der Fürsprache von Panther Baghira und Bär Balu nehmen sie den kleinen Mogli auf. Schir Khan, der den kleinen Jungen bei den Menschen geraubt hat, ist erbost über den Verlust seine Beute, schwört Rache und bleibt der Widersacher.

Der Tiger sprang vor die Höhle der Wölfe, er war rot vor Zorn.
„Dieses Menschenjunge gehört mir! Ich habe es erbeutet! Gebt es heraus!
So rot er auch werden möchte, es war zwecklos. Niemals gibt ein Wolf des freien Volkes etwas heraus, das er gefunden hat! Niemals gehorcht ein freier Wolf einem Tiger, noch dazu einem lahmenden, bösen Tiger.

Vor Kaa haben zwar wie bei Disney alle Angst, doch der Phython unterstützt Moglis Freunde bei der Rettung des Jungen von den Affen. Diese sind ein wilder, chaotischer, unerzogener Haufen, der von den anderen Tieren verachtet wird, es wird kein einzelner Affe hervorgehoben.
Das Ende ist keineswegs so versöhnlich wie bei Disney, wo Mogli sich verliebt und deswegen zu den Menschen geht. Mogli muss, nachdem sich die Machtverhältnisse bei den Wölfen verändert haben, zu den Menschen zurückkehren. Er wird dort gut aufgenommen, doch es fällt ihm schwer, sich einzugewöhnen. Schließlich kämpft er gegen Schir Khan und besiegt ihn, doch nun halten die Dorfbewohner ihn für einen Hexer und wollen seine Mutter töten. Um sie zu retten, hetzt er Büffel auf die Menschen.

Diese gekürzte Nacherzählung von Kiplings Geschichte orientiert sich deutlich näher am Original. Das bringt es mit sich, dass die Geschichte düsterer und grausamer ist, weniger romantisierend als bei Disney. Bei der Befreiung Moglis werden beispielsweise einige Affen durch Kaa getötet, die Dorfbewohner wollen seine (Zieh-)Mutter töten. Es ist also keine Geschichte für die ganz Kleinen. Dazu hat sie auch zu viel Text. Die Bilder, viele davon ganzseitig, sind beeindruckend. Vor allem die Tierdarstellungen gefallen mir sehr gut. Der Text liest sich sehr gut, die zeitlose Geschichte ist nach wie vor sehr spannend. Erstaunt war ich darüber, dass Baghira weiblich ist, mit DER Panther hatte ich vermutlich immer ein Männchen verbunden. Vielleicht kommt das in dieser Übersetzung aber auch daher, dass der Panther im Französischen weiblich ist.

Fazit: Eine gute, spannende Nacherzählung von Kiplings zeitloser Erzählung für Kinder ab 8 Jahren zum Vor- oder Selberlesen.

Rudyard Kipling/Xavier Deutsch, Quentin Gréban: Das Dschungelbuch. Aus dem Französischen von Ursula Held. Kerle 2016. 112 Seiten, Euro 19,99, ISBN 978-3-451-71407-8.

Zur Verlagsseite – bei Amazon – bei Buch7.de – im Onlineshop eurer Buchhandlung – und in eurer Lieblingsbuchhandlung.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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