Lorenz Pauli, Claudia de Weck: Geld zu verkaufen!

Alma baut am Ufer des Sees ein Baumhaus aus Treibholz. Milan, der das von seinem Garten aus sieht, möchte auch eins haben. Seine Mutter kauft ihm einen Bausatz. Doch als er mit dem Werkzeug zurückkommt, fehlen Bretter: Alma! Natürlich will er die Bretter wiederhaben, doch Alma findet, wenn der eine viel hat und der andere wenig, müssen sie teilen. Milan findet, Alma soll sich selber Bretter kaufen, doch sie hat kein Geld. Am Ende finden sie eine Lösung: Alma hilft Milan beim Bau seiner Hütte, dafür gibt er ihr etwas Geld, von dem sie ihm wiederum Baumaterial abkauft. Schließlich kaufen sie sich von dem Geld Limonade. Doch nun wollen sie noch ein Seil, aber das Geld ist leider ausgegeben. Die beiden Kinder lassen sich etwas einfallen …

Der eine hat Geld, der andere hat keins. Das ist blöd, denn mit Geld kann man allerhand schöne Sachen machen, zum Beispiel eine Hütte kaufen. Doch andererseits hat Alma schon ganz ohne Geld ein tolles Baumhaus gebaut. Aber Milan hat es viel einfacher gehabt. Als Alma sich einfach bei Milans Sachen bedient, beginnt eine ziemlich philosophische Diskussion zwischen den beiden. Darüber wird man mit den Kindern reden müssen. Wer hat recht? Milan, der Alma als Diebin beschimpft? Klar! Alma, die meint, man müsse teilen, wenn der eine viel hat und der andere wenig? Ja, eigentlich auch. Milan, der ihr erklärt, dass man für Geld eben arbeiten müsse? Sicher! Oder doch Alma, die ihn daraufhin fragt, wie viel er denn gearbeitet hat, um seine Hütte kaufen zu können? Nämlich gar nicht. Auch wieder richtig.

Doch zum Glück besteht das Buch nicht nur aus solchen theoretischen Diskussionen, sondern auch aus ganz aktivem Handeln. Die Kinder malen Geldscheine, sie verkaufen etwas, verdienen Geld, kommen so doch noch zu ihrem Seil  und können endlich spielen, toben und Pläne schmieden.

Ich finde, hier gelingt es gut, Kindern die verschiedene Aspekte von Geld aufzuzeigen: handeln, arbeiten, verschenken, sparen, aber auch Werte wie Gerechtigkeit.

Die Zeichnungen sind sehr reduziert und meist auf die beiden Kinder und das Baumhaus fokussiert. Schon auf der ersten Seite sieht man, dass Milan aus einer wohlhabenden Familie kommt: Sie haben ein Haus mit großem Garten am Seeufer. Dass Alma kein Geld hat, erfahren wir dagegen erst aus ihrem Bericht. Auch Milans Fertighütte ist viel luxuriöser als Almas Baumhaus, allerdings darf er kein Baumhaus haben, weil die angeblich ausverkauft waren und letztlich nutzen die Kinder Almas gemütliches Baumhaus viel lieber. Trotz des schwierigen Themas ist der Text gut verständlich.

Zum Bilderbuch gibt es Begleitmaterialien für Eltern, Erzieherinnen und Erzieher und Lehrerinnen und Lehrer.

Fazit: Ein gelungenes Bilderbuch zum Thema Geld für Kinder von 5 bis 8 Jahren, das Anlass für intensive Gespräche werden kann.

Lorenz Pauli, Claudia de Weck: Geld zu verkaufen! Atlantis 2017. 32 Seiten, Euro 14,95, ISBN 978-3-7152-0727-8.

Zur Verlagsseite – bei Amazon – bei Buch7.de – im Onlineshop eurer Buchhandlung – und in eurer Lieblingsbuchhandlung.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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