Mareike Engelke, Annette Feldmann: Vor den 7 Bergen

Urlaub mit Hindernissen

Die sieben Kinder sind frustriert. Immerzu regnet es! Dabei ist doch Winter. Also beschließen sie, Oma zu besuchen, die hinter den sieben Bergen wohnt.

Da hilft nur eins: zu Oma fahren. Denn bei Oma liegt immer Schnee. Immer! Die 7 Kinder rufen sie sofort an.
„Oma, wir wollen dich besuchen!“, ruft Paula.
Das findet Oma fantastisch.
„Ich beziehe gleich die Betten und backe euch einen Apfelkuchen“, sagt sie.

Alle freuen sich. Doch dann bekommen die Kinder Windpocken. Im Herbst soll ein neuer Versuch gestartet werden, aber die Apfelernte ist so gut, dass Mama ihren Marktstand nicht schließen kann. Die Kinder sind sauer. Aber dann, wieder ist es Winter, ist es endlich so weit. Wirklich?

Bei sieben Kindern ist immer etwas los, wie man auf den Bildern gut sehen kann, sodass Schneewittchens Tochter als alleinerziehende Mutter ganz schön ins Schwitzen kommt. Vom Prinzessinen-Dasein, das man erwarten könnte, ist jedenfalls nichts zu sehen, Mama muss arbeiten. Die Kinder werden zu Beginn alle mit ihren Hobby und Eigenschaften vorgestellt: Fritzi liest sehr viel und ist schlau, Paula, mag nie ruhig sitzen bleiben, Hanno repariert alles usw. Im Verlauf des Buches kann man schauen, ob das immer zutrifft. Stimmt: Fritzi liest zum Beispiel gleich nach, was es mit den Windpocken auf sich hat.

Der Text ist teilweise gedruckt, teilweise sieht er aus, als hätte ein Kind ihn mit der Hand geschrieben. Das lässt die Seiten sehr bewegt wirken. Die Erlebnisse der sieben Kinder sind sehr lebendig geschildert. Wie sie alle krank werden und ins große Bett dürfen, im Sommer beim Eisessen üben wollen, sich an Schnee und Kälte zu gewöhnen oder auf der Fahrt dauernd fragen, ob es noch weit ist. Das sind Situationen, die die kleinen Zuhörer gut nachvollziehen können.

Dass es sich um Schneewittchens Enkel handelt, ist eigentlich nicht weiter wichtig, abgesehen davon, dass Äpfel eine wichtige Rolle spielen. Auf den Vorsatzseiten stehen die Namen vieler Apfelsorten, die Mutter verkauft Äpfel und auf vielen Bildern ist mindestens ein Apfel versteckt (daraus kann man ein hübsches Suchspiel machen).

Die Kinder können einem leid tun. Immer geht etwas schief. Dafür bedauern sie die Leser ordentlich. Gleichzeitig ist es aber auch ein wenig lustig, was alles nicht klappt. Gut gefällt mir, dass die Geschichte einerseits zeitlos ist, andererseits trotzdem sehr modern. Die Kinder nutzen beispielsweise ein Tablet, um ihre Oma anzurufen, und ins Gepäck kommen 9 Hörspiele.

Fazit: Wie es mit Schneewittchens Familie weiterging erfahren die Zuhörer ab 3 Jahren in dieser turbulenten Geschichte, die nicht besonders märchenhaft ist, sondern den ganz normalen Alltagswahnsinn einer Großfamilie zeigt. Obwohl – an ein paar Stellen werden die Leser doch etwas entdecken, was märchenhaft anmutet …

Mareike Engelke, Annette Feldmann: Vor den 7 Bergen. Davon, wie Schneewittchens Enkel in die Berge wollen und ALLES schiefgeht. Kunstanstifter 2017. 32 Seiten, Euro 22,00, ISBN 978-3-942795-48-2.

Eine weitere Rezension findet ihr bei Juli liest.

Zur Verlagsseite – bei Amazon – bei Buch7 – im Onlineshop eurer Buchhandlung – und in der Buchhandlung um die Ecke.

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