lonely planet kids: Komm mit nach Paris

Bekanntes und Unbekanntes in Paris entdecken

Zwei Kinder, Marco und Amelia, begleiten die jungen Reisenden auf 19 Touren durch Paris. Auf einer Karte zu Beginn sieht man die jeweiligen Ausgangspunkte. Immer auf einer Doppelseite wird eine Tour erläutert. Bilder (Fotos und Zeichnungen) zeigen, was es alles zu entdecken gibt, in Kästchen wird etwas dazu erklärt und in Sprechblasen gibt es spannende Zusatzinformationen mit Aha-Effekt. Dabei werden natürlich auch die bekanntesten Sehenswürdigkeiten vorgestellt wie der Eiffelturm, Notre Dame oder der Louvre, aber auch sehr viel weniger Bekanntes: die Daumen-Statue in La Défense, der Clos Monmatre oder das Piscine Josephine Baker. Neben Sehenswürdigkeiten wird auch auf Freizeitaktivitäten hingewiesen. Im abschließenden Register findet man alle behandelten Punkte wieder, sodass man herausfinden kann, auf welcher Tour sie angesprochen werden.

TIER-ALARM
Rue de la Blancs Manteaux
In der Rue de la Bancs Manteaux ist eine Löwin auf Beutezug! Nein, nicht wirklich, es ist ein Kunstwerk! Die Fotografin, die es hier angebracht hat, nennt sich Sophie. Früher stellte sie in Galerien aus, wich dann aber auf die Straße aus, wo die Begegnung mit ihren Werken unerwartet und daher intensiver ist. In einer Nebenstraße gibt’s einen Strauß, auf einem Briefkasten einen Pinguin zu entdecken – und das ist nicht alles …

Blicklichter auf Paris

Die große Menge an ausgewählten Sehenswürdigkeiten geht weit über das hinaus, was meist in Reiseführern vorgestellt wird, die eine Stadt in drei, fünf oder sieben Tagen entdecken wollen. Er ermöglicht es, auch Unbekannteres zu entdecken, was aber nicht weniger interessant sein muss oder gerade für Kinder besonders attraktiv ist. So kann man definitiv erreichen, dass Kinder beim Stadturlaub nicht gelangweilt oder genervt sind. Themen der Touren sind zum Beispiel die Revolution, Olympische Spiele oder Action im Untergrund. Meist werden dabei vier Besichtigungspunkte vorgestellt.

Leider gibt es keine Karten oder Adressen. Direkt bei den Sehenswürdigkeiten steht der „Fundort“. Das kann ein Straßenname sein (ohne Hausnummer), aber auch der Name eines Museums, einer Kirche oder eines Parks. Der Stadtplan am Anfang, der die Ausgangspunkte der Touren zeigt, ist sehr schematisch und ohne Straßennamen. Um herauszufinden, wo es langgeht, braucht man also auf jeden Fall noch einen guten Stadtplan, allerdings frage ich mich, wie man zum Beispiel beim obigen Textauszug die richtige Nebenstraße finden soll. Das ist auch deshalb schade, weil es so viel schwieriger wird, Touren hintereinander zu planen, die einzelnen Touren sind ja üblicherweise nicht tagesfüllend. (Das kommt natürlich darauf an, wie genau man sich die einzelnen Punkte anschaut, ob man hineingeht oder nur von außen schaut, ob man einen Park nur besichtigt oder dort ein Picknick macht und den Spielplatz nutzt usw.)

Auch die Beschreibungen sind sehr kurz. Manchmal ist das ausreichend, aber in vielen Fällen hätten meine Kinder mehr erfahren wollen. Ein weiterer Reiseführer, der zurate gezogen werden, wenn mehr Infobedarf besteht, kann also nicht schaden. Bei vielen Sehenswürdigkeiten gibt es allerdings auch Flyer oder Broschüren mit ausführlichen Informationen.

Was hervorzuheben ist, ist die Art der Informationen, die hier vermittelt werden. Oft sind es genau die kleinen Details, die Kinder spannend finden oder die sie neugierig auf mehr machen. Kinder, die gelangweilt die Augen verdrehen, wenn sie mal wieder mit ihren Eltern stundenlang durch eine Stadt latschen sollen, können mit diesem Reiseführer Spaß an Stadtentdeckungen (wieder-)finden. Auch die optische Aufbereitung mit vielen Bildern, den kleinen Infohäppchen und verschiedenen Schriften bzw. Schriftgrößen ist für Kinder sehr ansprechend. Ich kann mir gut vorstellen, den Kindern den Reiseführer schon zur Vorbereitung oder während der Anreise zu geben, damit sie sich die Dinge heraussuchen können, für die sie sich interessieren.

Fazit: Ich würde mich nicht alleine auf diesen Reiseführer verlassen. Er ist aber wunderbar dazu geeignet, Ziele zu finden, die Kinder von 8 bis 12 Jahren spannend finden, interessante Details zu entdecken und lustige, spannende, wissenswerte Informationen knapp und kindgerecht zu vermitteln.

Helen Greathead. Komm mit nach Paris. Geschichten, Geheimnisse und anderes cooles Zeug. lonely planet kids 2017. 102 Seiten, Euro 12,99, ISBN 978-3-8297-4491-1.

Zur Verlagsseite – bei Amazon – bei Buch7 – im Onlineshop eurer Buchhandlung – und in jeder Buchhandlung.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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