Margot Käßmann: Die Bibel für Kinder

100 biblische Geschichten

Wie Margot Käßmann im Vorwort erläutert, hat sie für dieses Buch 100 wichtige biblische Geschichten ausgesucht und so nacherzählt, wie sie sie auch ihren Töchtern erzählt hätte. Die Auswahl entspricht den meisten umfangreicheren Kinderbibeln, allerdings haben auch einige seltener ausgewählte Geschichten Platz gefunden, beispielsweise über Debora, Gideon und Simson.

Die Geschichten gehen über eine oder zwei Seiten und werden jeweils von einem Bild begleitet.

Als die Geburt ihres Kindes näher rückte, machten sich Josef und Maria auf eine weite Reise. Der römische Herrscher hatte befohlen, dass alle zu ihren Geburtsorten gehen sollten. Dort mussten sie sich für eine Volkszählung in Listen eintragen lassen.
Josef aber war ein Nachfahre von König David. Deswegen musste er nach Bethlehem und Maria kam mit ihm. Es war eine sehr beschwerliche Reise für sie in ihrem Zustand. Am Ende der Reise kam ihr Sohn Jesus in Bethlehem zur Welt.

Moderne Sprache

Die Geschichten werden in moderner, verständlicher und kindgerechter Sprache erzählt, die mir gut gefällt. Schwierigere Wörter wie in obigen Beispiel Volkszählung oder Nachfahre sind vermutlich unvermeidlich und müssen ggf. von dem vorlesenden Erwachsenen erklärt werden. Ich finde gut, dass die Texte nicht auf eine einheitliche Länge zurechtgestutzt werden, wie es manchmal der Fall ist, weil das den Geschichten oft nicht gerecht wird. Der oben zitierte Abschnitt ist ein ganzes und damit eines der kürzesten Kapitel. Andere gehen über zwei Seiten.

Die Bilder sehen aus, als wären sie auf groben Stoff gemalt. Das lässt sie plastisch wirken und verleiht ihnen Struktur. Sie sind farbenfroh, wirken aber nicht kitschig. Ich mag sie sehr. Ich habe gesehen, dass die Bilder einer älteren Ausgabe als zu düster bemängelt wurden, auch könne man den Text auf dem dunklen Untergrund schlecht lesen. Dies ist hier nicht mehr der Fall, entweder steht der Text im Weißraum oder der darunter liegende Bildteil ist sehr blass.

Insgesamt finde ich diese Kinderbibel sehr gelungen. Nur an zwei Stellen hat mich etwas gestört: Das Vaterunser und Psalm 23 werden nur erwähnt, verbunden mit der Aufforderung, sie in der Bibel nachzulesen.

Dann brachte er ihnen ein Gebet bei, das Vaterunser. Du kannst es in der Bibel nachlesen mit deinen Eltern. Menschen auf der ganzen Welt beten es, weil Jesus alles zusammengefasst hat, was wir Gott gern sagen wollen.

Da hätte ich es doch besser gefunden, diese beiden Texte oder wenigstens das Vaterunser auch abzudrucken, vielleicht sogar in zwei Versionen, der traditionellen und einer modernen, verständlichen.

Fazit: Eine gute Auswahl von biblischen Geschichten, die kindgerecht nacherzählt und durch schöne Bilder illustriert werden. Sie eignet sich zum Vorlesen für Kinder von 4 bis 8 Jahren.

Margot Käßmann, Carla Manea: Die Bibel für Kinder. Herder Neuausgabe 2017. 144 Seiten, Euro 16,99, ISBN 978-3-451-71388-0.

Zur Verlagsseite – bei Amazon – bei Buch 7 – im Onlineshop eurer Buchhandlung – und in der Buchhandlung um die Ecke.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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