Jochen Till: Luzifer junior. Zu gut für die Hölle

Zu brav für die Hölle

Luzifer junior ist der Sohn des Teufels, der auch dessen Nachfolger werden soll. Es gibt da nur ein Problem: Er ist einfach nicht böse genug. Zum Beispiel hat er Mitleid mit den Heavy-Metal-Hörern, die in der Hölle gelandet sind, weil Gott kein Heavy Metal mag. Zur Strafe sollen sie unentwegt Volksmusik hören, aber Luzi ändert die Playlist. Sein Vater möchte, dass Luzi

genauso fies, boshaft und gemein

wie er wird. Da kommt sein Onkel Gabriel auf die Idee, Luzi auf die Erde zu schicken, damit er bei den Menschen lernt, wie man richtig böse ist. Und so verabschiedet ihn sein Vater mit dem Wunsch:

„Ich will nur Böses von dir hören!“

Im Internat angekommen, muss Luzi, der hier Vitus heißt, erst einmal lernen, wie das Leben unter Menschen funktioniert. Um seinen Auftrag zu erfüllen, will er sich den fiesesten Jungs des Internats anschließen. Die verlangen eine Mutprobe von ihm. Doch wieso soll er fies zu den Netten sein? In der Hölle werden schließlich nur die Bösen bestraft.

Teuflisch lustige Geschichte

Zunächst spielt die Geschichte in der Hölle. Vor allem dieser Abschnitt ist sehr lustig. Der oberste Chef, der bestimmt, wer in die Hölle kommt, ist der CEO, das bedeutet chronisch einzigartiger Oberchef. Er hat auch ein Auge darauf, ob in der Hölle alles nach seinen Wünschen läuft, und Heavy Metal gehört definitiv nicht dazu. Nachrichten werden über Hellsapp verschickt und Infos findet man im Finsternet. Übrigens gibt es einen eigenen Abschnitt für Laubbläsernutzer! 😀

Aber auch im Internat gibt es viel zu lachen. Zunächst, weil Vitus keine Ahnung hat, wie er sich benehmen muss. Schmerzen waren ihm bisher ebenso unbekannt wie Gefühle wie Hunger. Harmloses Seitenstechen versetzt ihn in Panik, weil der denkt, er müsse sterben, und weil er sich an dem leckeren Essen überfressen hat (in Schwefelluft der Hölle verdirbt alles sofort) blamiert er sich gleich am ersten Abend mit einem Rülpser.

Vitus ist herrlich naiv, hat aber seine Prinzipien. Sein heimlich mitgereister Dämon sorgt auch für einige Verwirrung. Ziemlich schnell findet er Freunde, was für ihn eine völlig neue, bisher unbekannte Erfahrung ist. Lilli, Gustav und Aaron sind zwar manchmal verwirrt von seinem Benehmen, finden es aber gut, mit ihm gegen den fiesen Torben und seine Freunde vorzugehen. Alles könnte gut sein, gäbe es nicht einen Höllenspion, der Luzifer senior berichtet, dass nicht alles nach Plan läuft.

Die Geschichte wird von Christoph Maria Herbst toll gelesen. Das Zuhören macht richtig Freude, nur seine Interpretation des stotternden Schulleiters ging mir schnell auf die Nerven.

Fazit: Höllisch lustiger und origineller Hörspaß für Kinder von 10 bis 13 Jahren.

Jochen Till: Luzifer junior. Zu gut für die Hölle. Gelesen von Christoph Maria Herbst. DAV 2017. 2 CDs, 169 Minuten, Euro 12,99.

Zur Verlagsseite – bei Amazon – bei Buch 7 – im Onlineshop eurer Buchhandlung – und in jeder Buchhandlung.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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