Ina Krabbe. Funkelsee 2. Versunken in der Pferdebucht

Tolle Pferde, echte Freunde und ein Schatz

Für Malu hat sich viel verändert. Sie lebt nun mit ihrer Mutter auf Schloss Funkelsee – und zusammen mit ihrem Halbbruder Edgar, den sie bis vor Kurzem noch nicht kannte. Das ist toll. Auch das alte Pferd Papilopulus hat sie nun immer in ihrer Nähe – zum Glück, denn so sieht sie beim Blick aus dem Fenster, wie das geliebte Tier zusammenbricht. So kann sie schnell genug Hilfe holen. Doch es stellt sich heraus, dass jemand Giftpflanzen in seinen Futtertrog getan hat. Schnell hat Malu einen Verdacht …
Außerdem erfahren sie und Edgar, dass ein alter Nachbar ins Altenheim kommen soll, die Pferde, denen er ein Gnadenbrot gegeben hat, sollen eingeschläfert werden. Es ist klar, dass sie das verhindern wollen! Auch das Thema Schatz noch immer nicht erledigt, schließlich sind sie im Sommer bei ihrer Suche nicht fündig geworden. Doch es scheint auch andere Interessenten zu geben.
Ein aufregender Herbst steht ihr bevor.

Edgar fuhr sich durch seine strubbeligen blonden Haare. „Das soll ihn vergiftet haben?“, fragte er skeptisch. „Die Blumen wachsen hier doch überall.“
„Papi steht schon seit Jahren auf dieser Wiese und er hat die noch nie gefressen“, bekräftigte Malu die Aussage ihres Bruders.
„Es sieht aber so aus, als ob er jetzt damit angefangen hat.“

Viel Aufregung und ein paar Gefahren

Wieder ist eine ganze Menge los auf Funkelsee. Gelegentlich erinnert sich Malu an Ereignisse aus Band 1, sodass man sich grob zusammenreimen könnte, was geschehen ist, falls man das Buch nicht gelesen hat. Es ist aber empfehlenswert, mit dem ersten Band zu beginnen (Rezension), dann hat man bestimmt mehr von der Fortsetzung. Das alte Schloss ist nach wie vor in einem sehr schlechten baulichen Zustand, weshalb es allen sehr helfen würde, wenn der Familienschatz endlich auftauchen würde. Im Moment ist Edgar auf die Einnahmen angewiesen, die er für das Unterstellen von Mariellas Pferd braucht. Da Mariella eine Freundin der blöden Lenka ist, kann Malu sie nicht ausstehen, außerdem stört es sie sehr, dass Edgar sich mit ihr gut zu verstehen scheint. Überhaupt, Edgar: Verbirgt er etwa etwas vor ihr?

Malu grübelt viel und macht sich viele Gedanken. Nicht immer liegt sie damit richtig. Zum Glück zieht Edgar mit ihr an einem Strang, als es um die Rettung der Pferde geht. Spaß bringt ihre etwas chaotische, aber äußerst liebenswerte Freundin ins Buch, die handyverrückte Lea. Auch wenn sie Pferde nicht leiden kann, würde Malu nie im Stich lassen, wenn diese Hilfe braucht.

Malu, Edgar und Lea bringen sich durch ihre Rettungsaktionen und die Schatzsuche wiederholt in Gefahr. Das macht das Buch sehr spannend. Nach wie vor gefällt mir gut, dass es zwar um Pferde geht, sich aber nicht die halbe Handlung ums Ausmisten, Hufe auskratzen, Zöpfchen flechten und lange Ausritte dreht wie in manch anderem Pferdebuch. Die Pferde spielen zweifellos eine wichtige Rolle, aber die Jugendlichen erleben nebenher noch allerhand andere Dinge. Malu stellt zum Beispiel fest, dass sie einen Jungen ziemlich sympathisch findet. Ob mehr daraus wird?

Die Protagonisten sind zwar teilweise etwas überzogen gezeichnet, aber insgesamt doch relativ realistisch. Niemand ist übertrieben mutig, die gefährlichen Situationen passieren einfach und müssen wohl oder übel gemeistert werden. Auch die Fiesen sind zwar fies, aber es ist doch nicht so, dass man deswegen gleich weiß, wer etwas getan hat. Nicht nur Malu liegt da mit ihrer Einschätzung auch mal daneben. Nur die Tochter des alten Pferdebesitzers ist von Anfang an unangenehm und richtig doof. Aber das ist auch okay so. Malu jedenfalls muss herausfinden, wem sie trauen kann und wem nicht. Das ist gar nicht so einfach!

Manche Teile der Handlung sind zwar vorhersehbar, es gibt aber auch einige Überraschungen. Am Ende nimmt die Geschichte noch einmal eine Wendung, die ich so überhaupt nicht erwartet hatte. Ich war so gefesselt, dass ich bis mitten in die Nacht gelesen habe, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht.

Fazit: Ein spannendes Abenteuer rund um eine Pferdenärrin und eine gelungene Fortsetzung. Für Pferdefans und alle, die spannende Abenteuergeschichten lieben, von 10 bis 13 Jahren.

Ina Krabbe: Funkelsee 2. Versunken in der Pferdebucht. Südpol 2017. 256 Seiten, Euro 14,90, ISBN 978-3-943086-48-5.

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Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.