Astrid Lindgren: Ronja Räubertochter

Liebenswertes Räubermädchen

Wahrscheinlich kennt ihr alle die Geschichte von Ronja, oder? Sie ist neben Michel und Madita meine Lieblingsfigur von Astrid Lindren. Hier noch einmal kurz, worum es geht:

In einer Gewitternacht wird Ronja, die Tochter von Räuberhauptmann Mattis geboren, als gerade ein Blitz einschlägt und die Mattisburg in zwei Hälften teilt. Umsorgt von ihren Eltern und allen Räubern wächst sie in der Burg auf, bis ihr Vater entscheidet, dass sie alt genug ist, um den Wald zu erkunden.

Eines Tages lernt sie den gleichaltrigen Birk kennen. Er ist der Sohn des Räuberhauptmanns Borka – Mattis Erzfeind.  Der Ärger ist groß, als Borka mit seiner Räubersippe in die abgetrennte Burghälfte zieht. Eigentlich darf Ronja Birk gar nicht mögen, aber dann rettet erst sie ihm das Leben, als er sich im Nebel fast verläuft und noch einmal, als er fast in die Schlucht stürzt. Im Winter kann er sich revanchieren, als sie mit dem Fuß in einem Erdloch steckenbleibt. Die beiden werden Freunde, ja, fühlen sich sogar wie Bruder und Schwester. Doch eines Tages nimmt Mattis Birk gefangen. Ronjas Protest macht ihn wütend, für ihn ist der Sohn seines Feindes nicht einmal ein Mensch. Ronja ist wütend und geht freiwillig zu Borka. Weil sie ihre sturen Väter nicht verstehen, ziehen die beiden nach ihrer Freilassung in den Wald. Ob die beiden Dickköpfe nun zur Vernunft kommen?

„Selbst der Frühling ist uns verdorben“, sagte Birk. „Durch ein paar alte, dickschädelige Räuberhäuptlinge, die kein Fünkchen Verstand haben.“
Ronja fand es traurig, dass Mattis ein alter, dickschädeliger Räuberhauptmann ohne Verstand geworden war. Ihr Mattis, ihre Föhre im Wald, ihre Stärke – warum war es dahin gekommen, dass sie mit ihren Sorgen jetzt nur zu Birk gehen konnte?

Wundersame Wesen und dickköpfige Väter

Ich mag das Buch ebenso sehr wie den Film. Viele fantastische Wesen bevölkern den Mattiswald und machen Mattis und Birk das Leben manchmal recht schwer. Doch die Kinder lernen, mit den Gefahren zu leben, werden sehr selbstständig und machen sich ihre Gedanken über die Welt. Und so kommt es, dass sie irgendwann merken, wie unsinnig die Vorschriften ihrer Väter sind, und sich ihnen widersetzen. Sie erkennen, dass der „Beruf“ ihrer Väter unehrenhaft ist und sie nicht ihre Nachfolger beim Überfallen, Töten und Rauben werden wollen. Viel zu oft haben sie sich Sorgen machen müssen, dass am Abend alle wieder heil nach Hause kommen.

Ronja und Birk muss man einfach mögen. Sie können die Rivalität ihrer Väter zu recht nicht nachvollziehen und wollen selber bestimmen, mit wem sie befreundet sind. Um ihren Wunsch durchzusetzen, mit Birk befreundet sein zu dürften, riskiert Ronja viel.

Ronja Räubertochter ist eine Geschichte voller Humor, mit viel Spannung und einer guten Portion Nachdenklichkeit.

Diese neue Ausgabe des Buches ist mit den Bildern aus der Zeichentrickserie illustriert. Ich mag diese Ronja weniger als die Film-Ronja und die alte Buch-Ronja, da sie mich so sehr an die Zeichentrick-Heidi erinnert. Aber ansonsten sind die Bilder schön. Nur ein kleiner Hinweis an den Verlag: Bei doppelseitigen Bildern sollte nicht gerade das Wichtigste genau in der Mitte angeordnet werden, vor allem gegen Anfang und Ende des Buches. So verschwindet beispielsweise Mattis mit der neugeborenen Ronja ebenso im Falz wie die Köpfe der kämpfenden Väter. Schade drum!

Fazit: Die Geschichte von Ronja Räubertochter ist absolut zeitlos und völlig zu recht ein Klassiker. Nach wie vor ein wundervolles Buch für Kinder ab 8 Jahren.

Astrid Lindgren: Ronja Räubertochter. Aus dem Schwedischen von Anna-Liese Kornitzky. Oetinger 2017. 240 Seiten, Euro 14,99, ISBN 978-3-7891-0811-2.

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Ein Kommentar zu “Astrid Lindgren: Ronja Räubertochter

  1. Meinem Sohn habe ich vor Jahren „Ronja Räubertochter“ vorgelesen, mit dem alten Cover aus dem Jahr 1982 (Altersempfehlung 10-12 Jahre). Das vorlesen war toll, denn auch ich habe mich jeden Abend darauf gefreut. Astrid Lindgren lässt sich wirklich ganz wunderbar und flüssig lesen.
    Deswegen muss ich gestehen, gefällt mir dieses neue, „weichgespülte“ Cover, das ein klitzeklein wenig auch an Mangas erinnert,eigentlich nicht. Mich hat es auch an Heidi erinnert. Ich kann verstehen, dass es auf die Zielgruppe umgemünzt werden sollte (8-10 Jahre). Der Illustrator ist der Japaner Katsuya Kondo, und die Illus im Buch, jedenfalls diejenigen, die man beim „Blick ins Buch“ sieht, sind dann auch nicht mehr so niedlich. Aber gerade für das Cover finde ich das schade, dass man den Kindern nicht mehr zutraut.

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