Nele Palmtag: Durch den Wald

Daheim ist es am schönsten!

Kater, Pudel und Kanarienvogel, die Haustiere von Frau Lieb, sind sehr verwöhnt. Nach draußen kommen sie nur selten. Doch dann stürzt Frau Lieb bei der Suche nach ihrer Kette von der Leiter und wird ins Krankenhaus gebracht.

„Wer gibt uns zu fressen? Wer streichelt uns jetzt?“, so fragen sich Kater und Pudel entsetzt.

Die Tiere sind erst einmal aufgeregt, doch dann beschließen sie, Frau Lieb im Krankenhaus zu besuchen. Sie eilen dem Krankenwagen hinterher. Auf ihrem Weg landen sie mitten im Wald, hören komische Geräusche und bekommen Angst. Dann steht plötzlich der riesige Keiler vor ihnen und macht sich über „die Püppchen aus der Siedlung“ lustig.

Ob es die drei schaffen werden, unbeschadet bei Frau Lieb im Krankenhaus anzukommen?

Eine Welt voller Gefahren

Katze und Pudel kennen die Außenwelt nur von Spaziergängen, bei denen sie brav bei Fuß die Straße entlanggegangen sind. Der Vogel wird selbst im Wald von den beiden anderen im Käfig getragen. Dass sie sich überhaupt nach draußen gewagt haben, grenzt an ein Wunder. Doch nun sind sie völlig überfordert. Sie finden den Weg nicht und wissen nicht, was im Wald auf sie lauert. Alles wirkt sehr bedrohlich. Doch am Ende bekommen sie Hilfe von unerwarteter Seite. Sie gehen sehr gestärkt aus ihrem Abenteuer hervor.

Wir woll’n noch mal los – noch mehr erleben,
es könnt so viel zu entdecken geben.

Angst überwinden, Neues entdecken

Die Kinder, die diese Geschichte hören, erkennen schnell, dass das vermeintlich tolle Leben der Haustiere nicht so toll ist: Der Pudel wird geföhnt, die Katze liegt auf dem Sofa und nascht, der Vogel hockt in seinem kleinen Käfig. Das ist zwar sicher und bequem, aber auch ziemlich langweilig. Dass die Tiere sich überwinden und hinaus ins Unbekannte gehen, hätte man nicht unbedingt erwartet. Und tatsächlich kommt es zu unangenehmen Begegnungen und schwierigen Situationen. Doch sie bekommen nicht nur Hilfe, sondern finden auch Freunde, sodass sie ihre Erlebnisse im Nachhinein spannend finden. Sie haben gemerkt, dass es jenseits der Wohnung so viel zu entdecken gibt. Sie sind endlich neugierig auf die Welt geworden. Der Vogel fliegt sogar selbst! Das ist alles so viel toller als das alte Leben.

Wer wagt, gewinnt!

Das Buch hat eine tolle Botschaft: Bequemlichkeit und Sicherheit sind schön, aber man muss sich auch einmal hinaus in die Welt wagen. Dort kann man viel sehen und erleben und vor allem auch Freunde finden. Natürlich soll den Kindern nicht vermittelt werden, dass sie nun Hals über Kopf ohne Vorbereitung in die Welt ziehen sollten. Immerhin sind die Tiere ja auch zu dritt und nicht ganz auf sich allein gestellt. Aber dass man neugierig auf die Welt sein sollte, das ist eine gute Botschaft. Und am Ende kann man ja wieder nach Hause kommen, so wie die Tiere es auch Frau Lieb versprechen.

Der Text ist gut gereimt und ziemlich eingängig. Die Bilder überraschen durch Details, die man beim ersten Lesen oft noch gar nicht bemerkt. Zum Beispiel tauchen auf einem Vorhang in Frau Liebs Haus Eichenblätter auf wie später im Wald. Sehr schön auch die mal staunenden, mal ängstlichen Augen der Haustiere.

Fazit: Die Botschaft, dass man auch mal über seinen Schatten springen muss, um die Welt zu entdecken, wird hier Kindern zwischen 3 und 6 Jahren auf humorvolle und spannende Weise vermittelt.

Nele Palmtag: Durch den Wald. Kunstanstifter 2017. 32 Seiten, 20 Euro, ISBN 978-3-942795-56-2.

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Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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