Barbara Rose: Camillas geheime Zauberküche

Rettung aus dem Küchenchaos

Es war ein herrlicher Morgen. Die Luft war fluffig und weich wie Eisschnee, aus dem Gewächshaus im Garten strömte der Duft von Lavendel ins Zimmer.

Missis Eltern haben ein Restaurant. Ihr Vater ist Koch aus Leidenschaft, doch leider kocht er nicht besonders gut, weswegen das Restaurant schlecht läuft. Er begeistert sich für allen möglichen technischen Schnickschnack, der ihm nicht wirklich weiterhilft. Sein größtes Problem ist aber, dass er unkonzentriert und hektisch ist. Da vergisst er schon mal eine Zutat, lässt etwas anbrennen oder verwechselt etwas. Genau das passiert auch an dem Tag, als er Missi für den Kochwettbewerb in der Schule aus Versehen eine Dose mit super-scharfer Chili mitgibt statt Obst. Als Missi todtraurig nach Hause kommt, steht eine merkwürdig gekleidete Frau vor der Tür, die sich als Tante Camilla vorstellt. Sie kann wunderbar kochen und hat in ihrem magischen Koffer alles dabei, was benötigt wird. Kurzerhand zieht sie bei Familie Zuckerschwert ein. Kann Tante Camilla Missis Vater das Kochen beibringen, das Restaurant retten und auch noch Missis Lehrer besänftigen?

Missi stutzte … Wieso roch es hier eigentlich so komisch? … Sie überlegte kurz … Hier roch es ganz seltsam nach … Missi raste in die Küche. Ihr Blick fiel auf den Gasherd, die knisternde Flamme, den dampfenden Topf.
„Papa!“, brüllte Missi. „Du hast die Milch vergessen!“

Eine Küchenfee?

Die arme Missi tut den Lesern wirklich leid. Ihr Vater hat immer tausend Dinge gleichzeitig im Kopf, auch wenn es um etwas geht, was Missi wirklich wichtig ist. Da wünscht sie sich so sehr, dass beim Kochwettbewerb alles klappt, da verdirbt ihr Vater ihr alles. Kein Wunder, dass sie die nette Tante Camilla als Rettung empfindet und hofft, dass sie eine Weile bei ihnen bleibt. Sie denkt gezwungenermaßen schon weiter, als es für ihr Alter normal ist.

Camilla kann nicht einfach nur kochen, sondern sie kocht so, dass sie damit auch die Stimmung der Esser positiv beeinflussen kann. Auch auf die Pflanzen im Gewächshaus hat sie einen eindeutig positiven Einfluss. Wo sie genau herkommt, bleibt offen. Missi ist schnell klar, dass Camilla irgendwie magisch ist,  denn sie weiß viele Dinge, die sie eigentlich nicht wissen kann. Die Erwachsenen merken das nicht. Alle genießen aber ihr köstliches Essen. Camilla ist den Lesern vom ersten Augenblick an sympathisch, so einfühlsam und an allen interessiert, wie sie ist.

Neben Camilla spielt noch ihr Freund Theo eine wichtige Rolle. Eigentlich kann sich Missi auf Theo immer verlassen, doch im Moment ist er ziemlich schlecht drauf und verrät Missi nicht, was mit ihm los ist. Die Leser ahnen es …

Missis Vater wird zwar als liebenswerter Sonderling geschildert, aber ich fand ihn trotzdem unsympathisch, weil er sich beispielsweise nicht mal zwei Minuten darauf konzentrieren konnte oder wollte, seiner Tochter das Rezept für den Kochwettbewerb zu geben. Missis Mutter bleibt dagegen recht blass.

Bei den Lesern kommen die tierischen Hausbewohner besonders gut an, der tollpatschige Hund Basil und die freche Ziege Pimpi.

Rezepte zum Nachkochen

Was dieses Buch neben der lustigen Geschichte mit einigen nachdenklichen Passagen ausmacht, sind die einfachen Rezepte aus Tante Camillas Kochbuch, die von Kindern nachgekocht werden können, zum Beispiel Pfannkuchen und Pizza. Einige Kräuter und Gewürze werden näher vorgestellt, beispielsweise Chili. Auch der Vorsatz ist hübsch gestaltet mit Zeichnungen verschiedener Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch und Pimpinelle, einer kurzen Beschreibung und einem Hinweis, wofür sich dieses Kraut besonders eignet. Für Kinder, die sich fürs Kochen interessieren, ist das natürlich toll. Die Kochtipps nehmen aber nicht einen so großen Umfang ein, dass das Buch für Kinder, die kein Interesse daran haben, langweilig würde. Das finde ich sehr gut gelöst.

Gut gefällt mir auch, dass in Beschreibungen immer mal wieder Bezug aufs Kochen genommen wird, wie in obigem Beispiel, wo die Luft mit fluffigem Eischnee verglichen wird. Der Text lässt sich gut lesen, der Anteil der wörtlichen Rede ist recht hoch. Gelegentliche Schwarz-weiß-Zeichnungen illustrieren den Text und lockern etwas auf.

Fazit: Eine überwiegend lustige Geschichte rund um eine sympathische Köchin mit magischen Fähigkeiten für Kinder von 8 bis 10 Jahren.

Tante Camilla mit Kräutern und Pfanne in der Hand und Missi mit einem Kochlöffel

Barbara Rose: Camillas geheime Zauberküche. Oetinger 2017. 224 Seiten, Euro 12,99, ISBN 978-3-7891-0794-8.

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