Sassafras de Bruyn: Cleo

Auf der Suche nach einer besseren Welt

Cleo denkt über ihr Leben nach:

Ich muss mich immer beeilen:
Ich muss meine Schnürsenkel binden und meine Haare kämmen.
Ich muss kopfrechnen, schreiben, rennen, spielen, pinkeln, schlafen und vor allem zuhören. Jeden Tag!

Aber eines Tages, da ist Cleo sich sicher, wird sie fortgehen, an einen Ort, wo sie nicht gehetzt wird, niemand sie hänselt, sie nicht allein ist und machen kann, was sie will. Man sieht Cleo, wie sie davonsegelt zu diesem wunderbaren Ort und was sie alles erlebt. Unterwegs trifft sie einen tollen Jungen, der mit ihr Abenteuer übersteht. Auf dem letzten Bild sieht man Cleo, die auf einer Bank auf dem Schulhof sitzt, daneben der Junge aus ihrer Fantasiereise – ganz so allein ist sie wohl doch nicht.

Unglückliches Kind

Cleos fühlt sich nicht wohl, ihre Welt kommt ihr ganz dunkel und grau vor. Das drückt sich auch in den Bildern aus, die anfangs wenig Farbe zeigen. Besonders eindrücklich das Bild, auf dem Cleo in die Welt, in die Freiheit davonsegelt: Links die Stadt, eine bedrückend wirkende schwarz-graue Silhouette, rechts die fröhlich winkende Cleo auf ihrem kleinen Boot mit einem bunten Segel. Auch die folgenden Bilder, die ihre Abenteuer zeigen, sind nicht knallig bunt, aber die Farbenwelt ist doch viel lebhafter. Das letzte Bild, das sie wieder auf dem Schulhof zeigt, ist immer noch nicht strahlend, aber nun überwiegen Brauntöne, der Himmel leuchtet in einem hoffnungsvollen Gold. Cleo hat einen Freund gefunden, sie ist nicht mehr allein. Die Bildsprache und die Farbwahl in diesem Buch gefallen mir sehr gut. Die Stimmungen werden sehr gut aufgegriffen. Auch wenn es anfangs niederdrückend auf die Leser wirkt, können sie so sehr gut mit Cleo mitempfinden.

Aufbruch in die Zukunft

Und der Text? Das Buch kommt mit ziemlich wenig Text aus, gerade so viel, wie nötig ist, um das Geschehen über die Bilder hinaus zu erläutern. Teilweise ist er sehr dynamisch in die Bilder eingefügt, so wird er beim Kampf gegen ein Seeungeheuer durch dessen Schwanz regelrecht durchs Bild gepeitscht. Alles ist gut verständlich.

Das Ende bleibt relativ offen. Wird Cleo nun besser mit den Anforderungen der realen Welt klarkommen, weil sie einen Freund gefunden hat? Sind die anderen Kinder gar nicht so feindselig, wie sie sie anfangs empfunden hat? Ich denke, dass die kleinen Zuhörer sich dazu Gedanken machen werden – es lohnt sich sicher, darüber zu reden. Ich bin mir sicher, dass sie Kinder sich gut in Cleo werden hineinversetzen können. Welches Kind ist nicht manchmal genervt, dass es ständig nach den Vorgaben der Erwachsenen handeln muss, dass gedrängelt wird und es gezwungen wird, unliebsame Dinge zu tun? Und welches Kind träumt sich nicht manchmal ganz weit weg? Cleos Geschichte greift also ihre Lebenswelt auf, zeigt, dass das Leben nicht immer einfach und vor allem sehr oft fremdbestimmt ist, dass es aber auch Hoffnungsschimmer gibt.

Fazit: Ein Bilderbuch mit ganz starker Bildsprache und einer traurigen Heldin, die auf einer Fantasiereise und im wahren Leben einen Freund findet und gestärkt in den Alltag zurückkehrt. Für Kinder ab 5 Jahren, die auch manchmal mit den vielen Anforderungen des Alltags hadern (also vielleicht alle).

Sassafras de Bruyn: Cleo. Aus dem Flämischen von Johnny van Hove. Alibri 2017. 28 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-86569-259-7.

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Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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