Max Bollinger, Kathrin Schärer: Stummel. Ein Hasenkind wird groß

Geschichten aus dem Hasenleben

Der kleine Hase Stummel lebt mit seiner Mutter in der Nähe des Waldrandes. Stummel ist ziemlich neugierig, deswegen wagt er sich bald immer weiter von seiner halbwegs sicheren Grube weg, zum Beispiel in den Wald oder bis hinunter zum Bauernhof. Anfangs weiß er nicht, welche Tiere seine Feinde sind, weil er von der Mutter nur die Namen hört, aber nicht weiß, wie die Tiere aussehen. So kommt es schon einmal vor, dass er vor dem Hirsch riesige Angst hat, aber unbeschwert mit einem Fuchsjungen spielt. Stummel wächst heran und erlebt die Jahreszeiten. Eines Tages tauchen weiße Hasen auf. Wie seltsam! Obwohl die anderen Hasen die Schneehasen ablehnen und fürchten, dass sie ihnen das Futter wegnehmen, freundet Stummel sich mit Stoppel an. Als die Schneehasen in die Berge zurückkehren, vermisst er seinen Freund sehr. Eines Tages macht er sich auf den Weg, ihn zu suchen.

Stummel ist eine sehr sympathische Hauptfigur. Er ist neugierig und interessiert und schaut auch mal über den Tellerrand. In seinem Übermut bricht er auch mal die Regeln, frisst zum Beispiel einen ganzen Kohlkopf alleine auf, aber er ist niemals bösartig. Freundschaft ist ihm sehr wichtig, dafür riskiert er auch mal etwas. Er ist nicht bereit, andere aufgrund von Vorurteilen zurückzuweisen, lieber macht er sich sein eigenes Bild.

Neugieriger kleiner Hase

Die kurzen Geschichten über die Erlebnisse des kleinen Hasen Stummel sind als Gutenachtgeschichten gedacht und von der Länge her (ca. 3 Seiten) auch gut dafür geeignet. Allerdings werden die Kinder nicht nach allen sofort einschlafen. Manche Ereignisse sind aufregend, andere ein wenig traurig, denn Bollinger hat die traurigen Seiten des Lebens nicht weggelassen: ein alter Hase stirbt, ebenso der alte Igel, mit dem Stummel befreundet war, ein Reh wird von den Füchsen gejagt und gerissen und Jäger streifen durch den Wald. Auch dass der noch sehr kleine Stummel von der Mutter fortgeschickt wird, um sich selbst zu versorgen, und dann entdeckt, dass er Geschwister bekommen hat, wird die Kinder beschäftigen. Da wird es sicherlich Redebedarf geben oder es braucht eine weitere Geschichte zur Beruhigung. Ich finde das dennoch gut, denn es sorgt dafür, dass die Geschichten trotz aller Verniedlichung das Leben der Wildtiere mit allen Risiken abbilden. Gerade die Vielschichtigkeit der angesprochenen Themen gefällt mir gut. Obwohl man es gar nicht richtig merkt, wird auch einiges Wissen über die Lebensweise von Hasen vermittelt.

Tolle Bilder

Die Illustrationen sind einfach wunderschön. Kathrin Schärer ist definitiv eine meiner Lieblingsillustratorinnen, ich hatte mich schon in die Bilder in Rigo und Rosa und böse verliebt. Die Hasen und andere Tiere sind immer sehr detailliert herausgearbeitet, sie wirken naturgetreu und sehr ausdrucksvoll, die Hintergründe dagegen oft nur mit ein paar Strichen angedeutet. Einige kleine Einzelheiten werden dabei aber oft auch genau dargestellt, z. B. ein paar vertrocknete Blätter in schwarz-weiß, eine einzelne Blüte, einige Ahornsamen. Ich glaube, dass durch diesen Kontrast die Tiere noch beeindruckender wirken, als wenn alles fein herausgearbeitet wäre. Toll!

Bei dem Buch handelt es sich um einen Sammelband der Bücher Stummel, Stummel im Winter und Stummel unterwegs.

Fazit: Mal lustige, mal aufregende und auch lehrreiche Geschichten um einen kleinen Hasen mit wunderschönen Illustrationen für Kinder von 5 bis 7 Jahren.

Max Bollinger, Kathrin Schärer: Stummel. Ein Hasenkind wird groß. Gutenachtgeschichten für Kinder und ihre Eltern. atlantis 2018. 144 Seiten, Euro 16,95, ISBN 978-3-7152-0743-8.

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