Anne Spiecker: Mut im Hut. Meine Mama hat Krebs

Mama hat Krebs

Als Klara gerade in den Kindergarten kommt, wird Mama krank. Das kann Klara am Anfang gar nicht verstehen, denn Mama hat doch gar kein Fieber! Mama hat Krebs! Wie komisch, Krebse hat Klara schon einmal im Urlaub Krebse am Strand gesehen. Aber Mama erklärt ihr, was es damit auf sich hat.

Dann muss Mama ins Krankenhaus, aber nach zwei Tagen darf Klara sie besuchen. Als Mama wieder nach Hause kommt, denkt Klara, dass jetzt doch alles wieder gut sein muss. Aber Mama ist schlapp, müde und hat Schmerzen, wenn Klara mit Schwung zu ihr aufs Sofa springt. Außerdem kann sie den Arm nicht gut bewegen. Zuerst bekommt sie Bestrahlungen, später neonfarbene Flüssigkeiten zum Reparieren ins Blut. Auch ihre Haare fallen aus.

Ich fand nun, dass Mama schon lange genug krank war. Die Wunden sollten jetzt in Ruhe verheilen, der Arm wieder beweglich werden und dann, dachte ich, würde alles wie früher werden. Da sollte ich mich aber gewaltig irren. Was nun folgte, machte Mama erst richtig krank.

Viele Jahre später erzählt sie alles, was sie, ihre Mama und ihr Papa mit dem Krebs erlebt haben, Trauriges und Schönes. Im letzten Kapitel ist ihre Mama wieder gesund. Dennoch kann Klara das Erlebte nicht vergessen.

Hin und wieder denke ich aber doch noch darüber nach, ob der Krebs wieder zurückkommen kann und dass Mama dann daran sterben könnte. Meine Mama war immer da und ich kann mir heute genauso wenig vorstellen, dass sie nicht mehr da ist, wie damals.

In kleinen Kästchen gibt es kindgerechte Erklärungen: Warum heißt Krebs eigentlich Krebs? Wie entsteht er? Wie wird er behandelt? Ist Krebs ansteckend?

Am Ende finden sich noch Hinweise auf Unterstützungsangebote für Frauen mit (Brust-)Krebs.

Offener Umgang mit der Krankheit

Wenn ein Elternteil oder ein anderer geliebter Mensch an Krebs erkrankt, haben Kinder viele Fragen. Besonders schlimm ist es für sie, wenn ihre Mutter erkrankt. Die Erwachsenen wissen dann oft nicht, wie sie damit umgehen sollen. Sollen sie offen sein oder lieber das eine oder andere beschönigen? Doch Kinder merken, wenn sie nicht ernst genommen werden oder wenn man ihnen ausweicht. Dieses Buch will helfen, die unweigerlich aufkommenden Fragen kindgerecht zu erklären. Zum einen geschieht das durch Klaras Bericht, in dem sie von ihren Sorgen erzählt, dass ihre Mama Brustkrebs hat, eine Brust amputiert wird, sie eine Prothese bekommt. Die Kinder hören von Operation, Bestrahlungen, Chemotherapie, ausfallenden Haaren und anderen Nebenwirkungen und erfahren, wie das Lymphsystem funktioniert.

Das ist sicherlich harter Tobak. Doch da Klara das Erlebte aus ihrer kindlichen Sicht und in entsprechender Ausdrucksweise schildert, ist es immer verständlich und erträglich. Tatsächlich erlebt Klara trotz Krankheit sogar lustige Momente mit ihrer Mutter. Schöne Illustrationen unterstützen das Verständnis, Klaras Glücksrabe begleitet die Kinder durch das ganze Buch.

Die Erklärungen in den Wissenskästchen sorgen für das nötige Hintergrundwissen. Man kann sie dann vorlesen, wenn die Frage beim Kind aufkommt. Wenn zum Beispiel im Kindergarten mal wieder Erkältungskrankheiten kursieren und das Kind sich auf einmal fragt, ob Krebs womöglich auch ansteckend ist, findet man hier eine kindgerechte Antwort.

Man merkt gut, dass die Autorin weiß, wovon sie schreibt. Sie hatte selber Krebs, erinnert sich, wie ihre Tochter Klara reagierte und welche Fragen sie stellte und schildert ihre Krankheit deren Sicht.

Fazit: Ein wichtiges und hilfreiches Buch mit kindgerechten Erklärungen, das Kindern von 4 bis 7 Jahren zu verstehen hilft, was Krebs ist und was er mit dem erkrankten Angehörigen (in diesem Fall der Mutter) macht.

Anne Spiecker, Karin Tauer: Mut im Hut. kilian andersen verlag 2017. 48 Seiten, Euro 16,95, ISBN 978-3-9813623-4-3.

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