Susanne Orosz: Wo ist die Sonne in der Nacht? Vorlesegeschichten für neugierige Kinder

19 Geschichten rund um die Nacht

In dieser Geschichtensammlung dreht sich alles um die Nacht. Häufig geht es um astronomische Themen, zum Beispiel wird geklärt, warum es nachts dunkel ist, wie man sich am nächtlichen Sternenhimmel orientiert, warum im Weltall ewige Nacht herrscht, warum es Orte gibt, an denen nachts die Sonne scheint, was eine Sonnenfinsternis oder was Lichtvermutzung ist.

Andere Geschichten erklären, warum manche Menschen nachts arbeiten, was bei einer Nachtwanderung geschieht, was an Halloween los ist, welche Aufgaben ein Nachtwächter hat, warum man nachts keine Farben sieht, wie Tiere schlafen, warum nachts viele Dinge gruselig aussehen oder was passiert, wenn wir träumen.

Die Erklärungen sind immer in eine Geschichte eingebunden. Als Leoni ihren Freund Elias besucht, reagiert dieser nicht auf ihr Klingeln. Leoni erfährt, dass Elias’ großer Bruder Mike nachts als Feuerwehrmann im Einsatz war. Was, mitten in der Nacht? Da würde sie nicht arbeiten wollen. Aber Elias weiß, dass man in vielen Berufen nachts arbeiten muss.

Idas Tante Natascha hat ein Teleskop gewonnen. Natürlich wollen die beiden es gleich ausprobieren. Ida darf bleiben, bis es dunkel wird, dann schauen sie durch das Teleskop. Aber irgendwie funktioniert es nicht. Sie kommen auf die Idee, das Licht in der Wohnung auszuschalten, aber es geht trotzdem nicht. Die Nachbarin von oben hat alles hell erleuchtet. Also gehen sie in den Park, aber auch da klappt es nicht richtig. Weil Tante Natascha denkt, dass etwas kaputt ist, fragen die beiden bei einem Optiker nach. Zum Glück kennt der junge Mann sich aus und kann den beiden erklären, was Lichtverschmutzung ist.

Wissen, schlau verpackt

Ich mag das Konzept dieser Reihe, in der Wissenswertes in eine Geschichte verpackt wird. Kinder erleben etwas, bei dem eine Frage aufkommt und geklärt werden muss. Mit ihnen lernen auch die Zuhörerinnen und Zuhörer, fast ohne es zu merken.

Die Nacht ist etwas, was bei Kindern viele Fragen aufwirft. Das fehlende Sonnenlicht lässt alles anders aussehen, vieles wirkt ein bisschen gruselig, und am Himmel sind auf einmal Mond und Sterne zu sehen. Man soll schlafen, träumt, plötzlich sind andere Tiere unterwegs und es gibt besondere Feste und Rituale wie Halloween und Laternenumzüge. Kein Wunder, dass Kinder viele Fragen zu diesen Themen haben. Und wie gut, dass diese Fragen hier geschickt, recht einfach und in kindgerechten Worten erklärt werden. Zwischendurch kommt zwar immer mal ein Begriff vor, der nicht richtig erklärt wird, wie beispielsweise Fixstern, aber das hält sich im Rahmen. (Wieso „nicht richtig erklärt“? Sophies Vater erklärt schon, was es mit der Sonne auf sich hat, aber es fehlt ein verbindender Satz, in dem erläutert wird, dass fix fest bedeutet und die Sonne deshalb Fixstern genannt wird.) Falls ein Kind an einem solchen kleinen Sprung strauchelt, können die Vorlesenden ja einen kleinen Satz zur Erklärung hinterherschieben. Aber im Allgemeinen ist alles super erklärt.

Nur eine Geschichte hat mir nicht gefallen: Ein Junge ist zum ersten Mal im Theater, in einer Open-Air-Vorstellung, und stellt dauernd Fragen. Dass die anderen Leute sich gestört fühlen, wird auch erwähnt. Aber der Junge bekommt ausführliche Erklärungen … Hoffentlich nutzen die Vorlesenden das, um ihren Kindern zu erklären, dass man seine Fragen manchmal auf später verschieben muss, wenn es in der Geschichte schon nicht erwähnt wird.

Schöne Bilder von Heike Vogel illustrieren das Geschehen und sorgen dafür, dass auch die Augen der zuhörenden Kinder ein wenig zu tun haben.

Fazit: Wissenswertes rund um die Nacht, verpackt in spannende, lustige und alltägliche Geschichten. Für neugierige Kinder von 4 bis 6 Jahren.

Susanne Orosz, Heike Vogel: Wo ist die Sonne in der Nacht? Vorlesegeschichten für neugierige Kinder. ellermann 2018. 128 Seiten, Euro 15,00, ISBN 978-3-7707-2734-6.

__________________________________________________

WERBUNG (*)

Zur Verlagsseite – bei Amazon – bei der Autorenwelt – im Onlineshop eurer Buchhandlung – und in eurer Lieblingsbuchhandlung.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

(*) Nach dem Telemediengesetz sind Links auf Verlage, Shops und Affiliate-Links (hier: Amazon) als Werbung zu kennzeichnen, übrigens ganz unabhängig davon, ob das Buch ein Rezensionsexemplar ist oder selbst gekauft wurde. Ich bekomme kein Geld von den Verlagen, sie stellen mir lediglich ein Buch zur Verfügung. Das verpflichtet mich zu nichts, ich schreibe auch kritische Rezensionen oder verzichte ganz darauf, ein Buch zu besprechen. Meine Meinung ist nach wie vor unabhängig. Die Links sind ein Service für euch Blogbesucher, auf den ich nicht verzichten möchte. Lediglich über den Amazon-Affiliate-Link verdiene ich etwas Geld – falls jemand etwas bestellt, nachdem er den Link benutzt hat, bekomme ich ein paar Cent.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.