Laura Ellen Anderson: Amalia von Flatter. Wer hat Angst vor Einhörnern

Gefährliche Reise ins Königreich des Lichts

Prinz Marillos Mutter Morgentau ist seit vielen Jahren verschwunden. Ihr Vater, der Vampir König Vladimir, sucht sie unentwegt. Das Problem ist, dass Morgentau eine Fee ist, die aus dem Königreich des Lichts kommt. Die Geschöpfe der Königreiche des Lichts und der Nacht haben normalerweise nichts miteinander zu tun. Im Gegenteil, die Kinder bekommen von klein auf eingeimpft, wie schrecklich die jeweis anderen Wesen sind und was sie für fürchterliche Dinge tun. Vampire trinken zum Beispiel gar kein Blut und Feen fressen keine kleinen Vampire.

Nun haben Prinz Marillos neue Freunde beschlossen, König Vladimir ins Reich des Lichts zu begleiten und ihm bei der Suche zu helfen. Vampirmädchen Amalia und ihr Kürbis Kürbinian, Yeti (nein, kein Monster, sondern eine seltene Yeti-Rasse) Flora, Todd, der Tod (Sohn, nur für kleine Wesen zuständig) brechen zusammen mit König Vladimir und Marillo auf, nachdem sich alle ordentlich verkleidet haben. Zunächst sind sie überwältigt von all dem Licht und den prächtigen Farben.

McSchiller wies auf die üppige Landschaft. „Das Strahletal ist heute besonders schön.“
Amalia staunte. Die Farben waren überwältigend nach all dem Grau und Schwarz zu Hause. Das Strahletal war ein Fest für die Sinne.
„Mir ist übel“, murmelte Todd. „Das ist mir zu bunt.“

Nach einem Abenteuer mit einem Wunschbrunnen, bei dem sie durch Ungeschick König Vladimir verlieren, treffen sie den Kobold McSchiller. Dieser verrät ihnen, wie sie nach Glitzeropolis kommen, wo sie Morgentau vermuten. In der Stadt gehen merkwürdige Dinge vor. Immer wieder verschwinden Kinder des Lichts, die angeblich von den Wesen der Nacht entführt werden, was aber, wie die Abenteurer genau wissen, nicht stimmt. Schließlich fällt Amalia etwas auf. Die Freunde decken das Geheimnis von Glitzeropolis auf und entdecken die Vermissten. Wird es ihnen gelingen, sie zu befreien?

Mutige Nachtkinder

Für die Kinder aus Nokturnia ist der Aufenthalt im Königreich des Lichts eine große Herausforderung. Nicht nur, dass sie nicht auffallen dürfen, was besonders der nicht gerade zierlichen Flora schwerfällt. Die vielen Farben und süßlichen Düfte rufen Übelkeit bei ihnen hervor – und erst all das süße Essen. Widerlich! Da sehnen sie sich schnell zurück nach Achselschweißshakes und eitergefüllten Eclairs. Da sie für gewisse Zauber der Lichtwelt nicht anfällig sind, kommt Amalia dahinter, was in Glitzeropolis wirklich vor sich geht und wer dahintersteckt. Sie schaffen es nicht nur, Morgentau und alle anderen Verschwundenen zu befreien, sie finden auch den Verfasser all der Bücher, die die Gerüchte über die jeweils andere Welt auslösen und zementieren, und schaffen es, beide Reiche zu vereinen. Licht- und Nachtwesen sind zwar in manchen Punkten sehr unterschiedlich, verstehen sich aber ziemlich gut, sobald die Angst erst einmal überwunden ist.

Das Buch besticht durch Sprachwitz und viele lustige Szenen, die aus der Gegenüberstellung der so unterschiedlichen Welten entstehen. Die Kinder der Nacht sind trotz ihrer befremdlichen Essensvorlieben allesamt sympathisch, auch wenn Flora ihre große Klappe nicht immer im Zaum halten kann und Marillo immer mal wieder vergisst, dass er seine Freunde nicht herumkommandieren darf. Auch die Lichtwesen sind überwiegend freundlich und hilfreich, vor allem McSchiller. Nur die Anführer der Einhörner entpuppen sich als fiese, machtsüchtige Wesen. Diesen Dreh fand ich großartig, weil Einhörner als niedliche Wesen gehypt werden. In dieser Welt sind sie weit davon entfernt, niedlich zu sein, auch wenn sie großartig aussehen.

Kleine, clevere Retter

Es handelt sich hier um den zweiten Band einer Reihe. Ich kenne den ersten Band nicht, aber ich bin trotzdem schnell in die Geschichte gekommen. Einige Erinnerungen und Rückblicke sorgten dafür, dass ich im Laufe der Zeit auch eine grobe Ahnung davon bekommen habe, was im ersten Band passiert ist. Aber für das Verständnis dieses Buches ist das an sich nicht nötig.

Die Geschichte ist ziemlich lustig und kein bisschen gruselig, wie man vielleicht erwarten könnte, sondern eher ein bisschen skurril. Gegen Ende gibt es auch ein paar sehr spannende Momente. Es ist eine klassische Abenteuergeschichte, in der Kinder die Welt retten, auch wenn diese Kinder zufällig Vampire und Monster sind. Es gibt sehr viel Situationskomik und Wortwitz. Der Stil ist recht einfach und gut zu lesen, viele Wortneuschöpfungen peppen die Geschichte auf. Zahlreiche Schwarz-Weiß-Zeichnungen illustrieren das Buch.

Fazit: Lustige und ungruselige Geschichte über eine Gruppe von „Monster“kindern, die in das Königreich des Lichts aufbrechen, um eine vermisste Person zu suchen und dabei spannende Abenteuer erleben. Herrlicher Lesespaß für Kinder von 8 bis 10 Jahren.

Laura Ellen Anderson: Amalia von Flatter 2. Wer hat Angst vor Einhörnern? Aus dem Englischen von Katrin Segerer. Schneider 2018. 240 Seiten, Euro 12,00 ISBN 978-3-505-14087.

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