Claudia Lasaroff: Quirli, der Wetterfrosch/Quirli, der Leuchtfrosch

Zwei spannende Froschabenteuer

Band 1: Quirli, der Wetterfrosch

Quirli führt ein für einen Frosch ungewöhnliches Leben. Er wurde in einer Wetterfroschstation geboren, wo er in einem Glas lebt, nur einmal in der Woche kurz baden und nicht quaken darf. Er ist dort so unglücklich, dass er krank wird. Während seiner Krankheit besucht ihn sein Urgroßvater und erzählt ihm, dass seine Familie früher draußen in einem Teich lebte. Quirli staunt über die Wunder, die es außerhalb der Wetterfroschstation geben muss, und fasst den Entschluss zu fliehen. Nach langem Muskeltraining gelingt ihm die Flucht, aber bevor er einen Froschteich findet, muss er viele Gefahren überwinden und lernen, wie man sich draußen verhält.

Band 2: Quirli, der Leuchtfrosch

Nun lebt Quirli schon eine Weile glücklich und zufrieden im großen Teich. Doch eines Morgens beschließt er, ein wenig die Gegend zu erkunden. Dabei kommt er an eine Stelle, an der die Menschen Müll abgeladen haben. Er fällt ihn eine Farbdose mit weißer Leuchtfarbe. Zum Glück kann er sich retten. Zurück am Teich halten ihn die anderen zunächst für ein Gespenst, als sich die Farbe nicht abwaschen lässt, haben einige Frösche Angst, er könnte ansteckend sein. Traurig über die Zurückweisung läuft Quirli davon. Wieder erlebt er einige Abenteuer in der ihm so fremden Natur, bevor er wieder zum Teich und seiner Familie zurückkehrt.

Mutiger kleiner Frosch

Während alle andere Frösche sich mit den Gegebenheiten arrangieren, lässt Quirli das Wissen an eine besser Welt keine Ruhe. Er will unbedingt den Teich finden, in dem seine Familienmitglieder leben. Zum Glück weiß er nicht, worauf er sich da einlässt, denn auf dem langen Weg wird er mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert und ist manchmal verzweifelt, weil er nicht mehr kann und nicht weiß, wie es weitergehen soll. Doch immer findet er wohlmeinende Wesen, die ihm ein Stück weiterhelfen: Menschen, Vögel, eine Eidechse, Mäuse, eine Kröte. Die Neugier verlässt ihn auch dann nicht, nachdem er im Teich angekommen ist und seine Familie kennengelernt hat. Zuerst gibt es dort viel Neues zu entdecken, doch nach einer Weile will er wieder über seinen neuen Horizont hinausschauen.

Viel Entdeckergeist

Quirli ist ein sympathischer Kerl, der schnell dazulernt, einen starken Willen und viel Durchhaltevermögen hat – alles Eigenschaften, die ihm helfen, aus der Wetterfroschstation auszubrechen und den Weg zum Teich zu finden. Doch auch, als er dort angekommen ist, bricht nach einer Weile wieder der Wunsch durch, Neues kennenzulernen. Er ist der typische Entdecker, der immer mehr wissen und lernen will – im Gegensatz zu den anderen Fröschen, die mit ihrem Leben vollauf zufrieden sind und sich nichts anderes vorstellen können – sowohl im Teich als auch in der Wetterfroschstation.

Anpassen oder anders sein?

Quirli sehnt sich nach dem freien Leben im Teich und der Geborgenheit einer Familie. Dass er im Teich nach kurzer Skepsis freundlich aufgenommen wird, macht ihn glücklich. Es gibt viel zu lernen, zum Beispiel kann er nicht einmal schwimmen, und viel zu entdecken. Aber es gibt auch Teichbewohner, die den Neuankömmling nicht leiden können. Als er voller Leuchtfarbe vor ihnen steht, nutzen sie die Gelegenheit, ihn wegzuekeln. Natürlich sind die Bedenken der anderen Frösche nicht unberechtigt, die Art, wie sie mit Quirli umgehen, ist trotzdem nicht nett. Kein Wunder, dass er sich ungeliebt und zurückgestoßen fühlt.

Allerdings merkt man, dass er nicht gelernt hat, dass man bei Problemen miteinander reden kann. Als es schwierig wird, läuft er einfach wieder weg. Nur dank der Vermittlung alter und neu gewonnener Freunde findet er zu seiner Familie zurück und wird von den meisten herzlich wieder aufgenommen.

Der Wunsch, dazuzugehören

Die Geschichte zeigt gut, dass man mit starkem Willen und Durchhaltevermögen viel erreichen kann. Hindernisse wird es immer wieder geben, aber sie können überwunden werden: durch Nachdenken, aber auch durch die Unterstützung von Freunden. Weglaufen ist jedenfalls keine Lösung, das erkennen die Kinder hoffentlich.

Die Geschichte zeigt aber auch, wie schwierig es für jemanden, der anders ist, sein kann, Teil einer Gruppe zu werden bzw. zu bleiben. Quirli ist das zunächst nicht bewusst, aber er wird sich immer wieder entscheiden müssen zwischen seinem Wunsch, dazuzugehören und seinem Drang, die Welt zu entdecken. Die beiden Büchern können gute Gesprächsanlässe zu solchen Themen bieten.

Eingriffe des Menschen in die Natur

Die beiden Bücher thematisieren außerdem die Eingriffe des Menschen in die Natur: Frösche werden einfach aus einem Teich gefischt, um Wetterfrösche zu züchten, sie werden nicht artgerecht gehalten, Verkehr und Autos stellen ein großes Risiko für Tiere dar, achtlos in die Natur geworfener Abfall gefährdet ihr Leben und ihre Gesundheit. Kinder mit ihrem feinen Gespür für richtig oder falsch werden an einigen Stellen bemerken, dass die Menschen sich nicht richtig verhalten. Im ersten Band gibt es jedoch auch Menschen, die Quirli weiterhelfen.

Das Buch hat viel Text, also viel Stoff zum Vorlesen, auf fast jeder Doppelseite gibt es ein Bild.

Fazit: Spannende Erlebnisse eines kleinen Froschs mit großem Freiheitsdrang für Kinder von 5 bis 8 Jahren.

 

Claudia Lasaroff, Jutta Maurer-Schwarzentruber: Quirli, der Wetterfrosch. JuLa 2016. 52 Seiten, Euro, ISBN 978-3-906859-00-2.

Claudia Lasaroff, Jutta Maurer-Schwarzentruber: Quirli, der Leuchtfrosch. JuLa 2018. 52 Seiten, Euro, ISBN 978-3-906859-01-9.

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