Beliebt wie eh und je: Hanni und Nanni

Neue Abenteuer mit Hanni und Nanni

Die Zwillinge Hanni und Nanni haben mich durch meine Kindheit begleitet. So gerne hätte ich auch eine Zwillingsschwester gehabt und in ein Internat wäre ich jederzeit gegangen. Das musste doch toll sein! Wie ich eben nachgelesen habe, stammen die ursprünglichen Bücher aus den 40er-Jahren, bei der Übersetzung wurde die Handlung nach Deutschland verlegt und so modernisiert, dass sie in ein deutsches Internat der 60er Jahre passte. Ich habe die Bücher – ich hatte fünf Sammelbände – Mitte der 70er bis Anfang der 80er Jahre gelesen, eigentlich hätten sie mir damals schon veraltet vorkommen müssen. Ich glaube, manchmal fand ich tatsächlich das eine oder andere altmodisch, aber das hat mich niemals gestört. Nur wenige Bände sind von Enid Blyton selbst, die Reihe wurde später immer wieder von verschiedenen Autoren ergänzt.

Ich habe nun die Bände 29 und 30 gelesen. Die Zwillinge und ihre Freunde sind in der dritten oder vierten Klasse, die Bücher sind also irgendwo zwischen den früheren anzusiedeln.

Hanni und Nanni finden einen Schatz (Band 29)

Nach den Weihnachtsferien macht die Geschichtslehrerin Frau Lewis mit den Lindenhof-Schülerinnen einen Ausflug ins Museum. Dabei erfahren die Mädchen, dass der Sage nach im Mittelalter von einem Kaufmann ein Schatz vergraben und niemals wiedergefunden wurde. Irgendwo unter den Linden … Dass die Linde ein häufiger Baum in der Gegend ist, hält Hanni, Nanni und ihre Freundinnen nicht davon ab zu glauben, dass er irgendwo auf Lindenhof vergraben sein muss. Sie machen sich auf die Suche, doch auch die Zweitklässlerinnen, die davon erfahren haben, durchstöbern das Gelände. Klar, dass das für einige Schwierigkeiten sorgt.

Außerdem ist Pat neu auf die Schule gekommen. Sie und ihre vier Schwestern wurden in einer Nacht- und Nebelaktion in einer Limousine gebracht. Pat will nicht über ihre Familie reden, sodass die wildesten Spekulationen die Runde machen.

Am Ende finden die Mädchen tatsächlich einen Schatz, allerdings einen ganz anderen, als erhofft, und machen ihrer Direktorin eine große Freude.

Hanni und Nanni – Glück auf vier Pfoten

Bei einer Biologie-Exkursion in den Wald stürzt Frau Lewis und bricht sich den Fuß. Dabei verliert sie ihren Schlüsselbund. Als Hanni, Nanni und einige Freundinnen sich am nächsten Tag auf die Suche danach machen, finden sie nicht nur die Schlüssel, sondern auch einen Karton voller ausgesetzter Hundewelpen. Bei ihrer Rettungsaktion lernen sie den jungen Tierarzt Doktor Marten kennen, der demnächst die Praxis des alten Tierarztes übernehmen will. Bis dahin hat er aber noch etwas Zeit und kann daher den Biologieunterricht vertreten. Die Mädchen besuchen mit ihm das schlecht ausgestattete private Tierasyl, in dem die Welpen untergekommen sind, und planen spontan eine Rettungsaktion. Die Ideen gehen ihnen nicht aus, aber natürlich klappt nicht alles so reibungslos wie gewünscht und die Schülerinnen handeln sich eine Menge Ärger ein. Zufällig erfahren sie von einem Züchter, der genau solche Hunde züchtet wie ihre ausgesetzten Welpen, die keine perfekten Farben haben. Ob er derjenige ist, der die Hündchen ausgesetzt hat? Sie nehmen die Ermittlungen auf.

In der Jetztzeit angekommen?

An vielen kleinen Details, auch an der Sprache, kann man erkennen, dass Lindenhof moderner geworden ist. Statt der Schuluniform tragen die Mädchen Jeans und T-Shirts. Doch sie haben keine Handys, niemals wird ein Computer erwähnt. Um Adressen herauszufinden, müssen sie immer noch ganz altmodisch auf die Post gehen und Telefonbücher wälzen. Ich vermute, dass technische Geräte deshalb keine Rolle spielen, weil die Geschichten möglichst zeitlos bleiben sollen. Den Leserinnen wird also nicht klar werden, wann diese Geschichten eigentlich spielen. Sehr interessant fand ich das, als die Schülerinnen ein altes Foto ihrer Direktorin entdecken und sich über die altmodische Schuluniform amüsieren – in den Bänden, die ich gelesen habe, trugen Hanni und Nanni diese Uniform selbst. Ob das die Leserinnen nicht ein bisschen verwirrt? Vielleicht sind die alten Bände aber inzwischen auch entsprechend modernisiert worden.

Harmlos-fröhliche Geschichten mit Happy End

Noch immer ist Lindenhof etwas ganz Besonderes für die Schülerinnen und noch immer gelten die alten ungeschriebenen Regeln, zum Beispiel, dass nicht gepetzt werden darf. Es hat sich auch nicht geändert, dass die unterschiedlichsten Mädchentypen zusammentreffen: die wilde Carlotta, die sportliche Marianne, die vernünftige Hilda, die daher Klassensprecherin ist, Jenny und Bobby, die gerne Streiche spielen, Elli und Angela, die etwas oberflächlich sind und sich vor Insekten fürchten usw. Meist kommen die Mädchen gut miteinander aus, doch Reibereien und Streit bleiben nicht aus. Gut hat mir gefallen, dass auch die unbeliebteren Mädchen positive Momente haben. Sie mögen sich für Klamotten und Styling interessieren, was die anderen doof finden, aber das heißt ja nicht, dass sie schlechte Menschen sind. So wächst Elli einmal über sich hinaus und Angela rettet alle aus einer riskanten Situation, nachdem sie es sich mit der ganzen Klasse verdorben hat, und verdient sich so Respekt und Anerkennung. Es wird ganz deutlich, dass jedes Mädchen Talente und Fähigkeiten hat, die es zum Nutzen der Gemeinschaft einbringen kann.

Die beiden Geschichten bringen die übliche lockere Mischung aus lustigen Episoden, spannenden, aber letztlich nicht wirklich gefährlichen Momenten und Unterrichtsepisoden, natürlich mit einem guten Ausgang. Übrigens muss sich niemand Sorgen machen, dass man alle Vorgängerbände kennen muss. Ich habe eine Weile gebraucht, um mich wieder an all die anderen Schülerinnen zu erinnern, und weiß nicht mehr wirklich viel über die alten Geschichten, aber das ist auch überhaupt nicht notwendig, um der Handlung folgen zu können.

Was mich amüsiert ist allerdings, dass auf all diesen Büchern Enid Blyton als alleinige Autorin angegeben ist. Aber das dürfte den Kindern egal sein.

Fazit: Neue locker-flockige Internatsgeschichten um die beliebten Zwillinge für Kinder von 8 bis 11 Jahren.

Enid Blyton: Hanni und Nanni finden einen Schatz (29), Schneiderbuch 2018, 192 Seiten, Euro 10,00, ISBN 978-3-505-14195-9.

Enid Blyton, Hanni und Nanni – Glück auf vier Pfoten (30), Schneiderbuch 2018, 192 Seiten, Euro 10,00, ISBN 978-3-505-14196-6.

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Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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