Henry Sperling: Wullefump. Die Reise ans Meer

Wer bin ich?

Wullefump lebt im Süffelsee ein zufriedenes und glückliches Leben. Er schwimmt mit den Karpfen im Reifenlabyrinth um die Wette, das er selber aus weggeworfenen Reifen gebaut hat, besucht die Fiesmuscheln oder plaudert mit seinem besten Freund Maximus, einer Möwe. Das ganze Jahr über hat er leckere Uferknispeln zu essen, weil er sie in weggeworfenen Gläsern einmacht. Ihm geht es prima!

Doch dann bringt ihn Maximus völlig durcheinander. Er erzählt ihm von anderen Seen und vom Meer, will wissen, was für ein Wesen er eigentlich ist und fragt, ob es noch mehr von seiner Art gibt oder ob er der einzige Wullefump ist.

„Ja, aber du, Wullefump? Was bist du? Du hast Fell, einen Kopf wie ein Elch, vier Füße mit Schwimmhäuten und einen puscheligen Schwanz wie ein Fuchs – und wenn du dich freust, machst du Miau. Versteh ich nicht.“

Das kann Wullefump aber nicht beantworten, er kennt nichts anderes als den Süffelsee. Doch nun kommt eine Sehnsucht in ihm auf, er ist aufgeregt und kann nicht einschlafen. Wie ist es wohl, das Meer, das so riesig sein soll? Und was soll er schon sein? Ein Wullefump natürlich!

Maximus verspricht Wullefump, ihn irgendwie zum Meer zu schaffen. Dann kann er dort nach Artgenossen Ausschau halten. Zusammen mit Bauer Schlocke, der merkwürdigerweise seine Sprache verstehen kann (und umgekehrt) heckt er einen abenteuerlichen Plan aus …

Liebenswertes Wesen

Bauer Schlocke, der Wullefump schon öfters am See gesehen hat, denkt, dass es sich um ein Ungeheuer handeln muss. Die anderen Bewohner des Ortes lachen ihn dafür aus. Erst als er Maximus kennenlernt, erfährt er, dass Wullefump nichts von einem Ungeheuer an sich hat, sondern ein total liebenswertes Wesen ist. Deswegen will er auch gerne dabei helfen, ihn zum Meer zu bringen. Bis es so weit ist, müssen die neuen Freunde einige Hindernisse überwinden. Wullefump muss sogar erst einmal ausprobieren, ob er über Wasser atmen kann. Nur einen Moment, also muss er im Wasser transportiert werden. Das macht es nicht einfacher …

Wullefump ist ein liebenswerter Kerl, den ich sofort ins Herz geschlossen habe. Er mag groß und plump sein, aber er ist gutmütig, fröhlich und vielleicht ein wenig naiv.

Sein Freund, die verfressene Möwe Maximus, hat schon einiges gesehen und erlebt und ist viel welterfahrener. Trotzdem ist es auch für ihn ein Schock, als er plötzlich einen Menschen verstehen kann. Seine Freundschaft mit Wullefump ist ihm sehr wichtig und er ruht nicht eher, bis eine Möglichkeit gefunden ist, ihm zu helfen.

Auch Bauer Schlocke ist ein netter Kerl, obwohl er an seinem Verstand zweifelt. Erst ein vermeintliches Seeungeheuer, dann eine sprechende Möwe. Das ist doch nicht normal!

Freundschaft und Umweltschutz

Freunde lassen einander nicht hängen und helfen einander, Wünsche zu erfüllen – das ist die die vordergründige Botschaft dieses Buches. Außerdem geht es um Mut, denn für Wullefump ist es natürlich nicht einfach, alles hinter sich zu lassen, um die Welt zu entdecken. Der Geschichte ist die Aufforderung „Hab Mut!“ vorangestellt.

Ganz nebenbei wird Kritik an der menschlichen Lebensweise geübt. Auch wenn Maximus das weggeworfene Essen der Imbisse gut schmeckt, wundert er sich über diese Verschwendung und erkundigt sich bei Schlocke, warum sie das tun. Wullefump hat sich mit den Dingen, die die Menschen in den See werfen, gut eingerichtet: Er hat einen tollen gelben Wecker, der nicht tickt, sondern blubbert, eine Rennstrecke aus Reifen, Gläser zum Einmachen seiner geliebten Uferknispeln und viele praktische Dinge mehr. Trotzdem ist er erstaunt darüber, dass die Menschen so viel Zeug in den See werfen. Auch ohne Vorwürfe oder Kritik verstehen die Leserinnen und Leser sofort, dass dieses Verhalten nicht in Ordnung ist.

Spannendes Abenteuer über und unter Wasser

Wullefumps Geschichte ist mal lustig, mal ein wenig spannend, an der einen oder anderen Stelle macht sie aber auch nachdenklich. Der Text lässt sich gut lesen, er enthält viel wörtliche Rede und nur gelegentlich schwierigere Wörter. Er eignet sich auf jeden Fall super zum Vorlesen, aber da die Schrift ein wenig größer ist, können Kinder ab 8 Jahren sie auch gut selber lesen. Sie wird durch viele lustige, bunte Bildern aufgelockert, die mich öfter zum Grinsen brachten. Die Menschen sind überzeichnet dargestellt, die Unterwasserwelt detaillierter herausgearbeitet.

Die Geschichte ist auch als Hörbuch erhältlich, einfühlsam gelesen von Jens Böttcher.

Insgesamt habe ich richtig viel Spaß an den Erlebnissen des liebenswerten Wullefumps und seiner Freunde gehabt, wozu die herrlichen Illustrationen beigetragen haben.

Fazit: Lustige Geschichte um ein vermeintliches Seeungeheuer, das gerne das Meer kennenlernen möchte. Zum Vorlesen für Kinder ab 6 Jahren, ab 8 zum Selberlesen.

Henry Sperling: Wullefump. Die Reise ans Meer. schwarzweissradio 2019. 120 Seiten, Euro 14,95, ISBN 978-3-943745-09-2.

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