Henrik Tamm: Ninja Timmy

Henrik Tamm: Ninja Timmy

Wer hat das Lachen gestohlen?

Der kleine Kater Timmy schlägt sich mit seinen Freunden Simon, Jasper und Kasper als Erfinder durch. Gerade hat er eine tolle Maschine für den Obsthändler erfunden, sie hoffen, dafür ein Jahr lang mit Obst und Gemüse versorgt zu werden. Doch als sie den weiten Weg abkürzen wollen, werden sie in einer dunklen Gasse von einer Horde Wildschweine überfallen. Timmy verliert seine Freunde auf der Flucht, verläuft sich und wird mitten in der Nacht von dem Spielzeughersteller Alfred gerettet, der magische Spielzeuge herstellt. Die beiden freunden sich an. Timmy bringt sich in Gefahr, als er Alfred hilft, eine magische Blume zu bekommen.
Allen ist aufgefallen, dass immer mehr Kinder in der Stadt erst für eine Weile verschwinden und dann nicht mehr lachen können. Die Freunde gründen eine Ninja-Truppe. Sie wollen allen helfen, die Hilfe benötigen und herausfinden, wer hinter der Angelegenheit steckt.

„Wir werden diese Stadt verändern.“ Er empfand Stolz, als er das sagte.
„Ich heiße Ninja Timmy, und das ist meine Bande.“
„Sind Ninjas denn nicht böse?“
„Eigentlich schon, aber wir sind gute Ninjas.“

Während ihrer Mission lernen die Ninjas auch Katzendame Flores kennen, in die Timmy sich verliert. Als diese entführt wird, ist klar, dass sie ihr helfen müssen. Dabei bringen sich alle in große Gefahr. Werden sie Flores retten und den Kindern ihr Lachen zurückbringen können?

Klein, aber oho!

Timmy ist ein ehemaliger Straßenkater, der noch darauf wartet, seine Berufung zu finden. Er ist ein bisschen naiv, aber unheimlich liebenswürdig. Ninja zu sein und anderen zu helfen, entpuppt sich als genau die richtige Aufgabe für ihn. Nebenher tüftelt und entwickelt er gerne. Seine Freunde sind der etwas eitle Nerz Simon und die Ferkelzwillinge Jasper und Kasper, die unheimlich gut rechnen können. So wird es den Lesern jedenfalls mehrfach erklärt, tatsächlich bekommen die beiden aber niemals das gleiche Ergebnis heraus, weshalb sie sich immerzu streiten. Das sorgt immer wieder für Schmunzler.

Die Wildschweine dagegen sind zunächst furchtbar unsympathisch. An ihnen kann man sehen, dass reines Schwarz-weiß-Denken oft nicht funktioniert. Es klärt sich im Laufe der Geschichte, warum sie so handeln, und schließlich versuchen sie eine Kehrtwende.

Alfred, der Erfinder magischer Spielzeuge, bleibt ein wenig blass. Er hat eine große Schuld auf sich geladen, die er nun mit der Hilfe der Ninjas abtragen möchte.

Super fand ich zunächst Flores, die unerschrockene Katze, die mit einem selbstgebauten Flugzeug die Luft unsicher macht. Leider entwickelt sich die einzige wichtige weibliche Figur nach üblichem Märchen-Muster: Flores wird entführt und muss vollkommen passiv auf ihre Rettung durch den Helden warten. Schade! Es kommt außerdem noch ein Mädchen vor, Matilda. Als Jasper sie durch eine Bemerkung beleidigt, fällt Timmy nichts Besseres zum Trösten ein, als ihr zu sagen, dass sie ein hübsches Kleid trägt. Hallo, Klischee!

Und dann gibt es noch den bösen Schurken, ohne den solch eine Geschichte nicht funktionieren würde: das Blaue Kaninchen. Natürlich ist das, was es tut, wirklich böse und gemein. Doch der Grund, warum es so handelt, lässt doch ein wenig Mitleid aufkommen.

Gute Ninjas retten die Stadt

Die Geschichte ist spannend erzählt und ich fieberte mit den Ninja-Freunden bei ihren Abenteuern mit. Wirklich ungewöhnlich und toll sind die Bilder. Meistens finden sich in Büchern für Kinder dieses Altern nur wenige Bilder, häufig sind es eher flüchtige Skizzen in schwarz-weiß. Hier finden wir jedoch viele farbige, prächtig gemalte Bilder, die wirken wie Filmszenen.

Am Ende deutet sich an, dass es eine Fortsetzung geben könnte. Ich wünsche mir, dass Flores dann eine wichtigere und vor allem aktivere Rolle spielen darf.

Fazit: Spannende Abenteuer einer Gruppe von Tieren, die als Ninjas ihre Stadt vor dem bösen Blauen Kaninchen retten wollen, mit tollen Illustrationen als besonderem Highlight. Für Kinder von 8 bis 10 Jahren.

Henrik Tamm: Ninja Timmy. Aus dem Schwedischen von Nina Hoyer. Oetinger 2017. 224 Seiten, Euro 8,99, ISBN 978-3-8415-0476-0.

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Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.