Jutta Bücker: Zorilla

Jutta Bücker: Zorilla

Aufgepasst! Der Zorilla ist in der Stadt!

In einer großen Stadt nahe am Hafen lebte der Zorilla.
Niemand wusste, wann und woher er gekommen war.

Seine Behausung verließ er nur selten, meist erst
nach Sonnenuntergang, aber immer mit dunklem Mantel
und hochgestelltem Kragen. Begegnete ihm jemand
auf der Straße, schaute er ihn mit ernster Miene an,
griff in seine Manteltasche und umklammerte etwas.

War es vielleicht ein Messer oder gar eine Pistole?
Man wusste es nicht.

Die Stadtbewohner wissen nichts über den Zorilla. Sein Aussehen und sein Verhalten machen ihnen Angst und niemand wagt, ihn anzusprechen und nachzufragen. Die Spekulationen treiben wilde Blüten. Irgendwann wagen sie sich kaum noch vor die Tür aus Angst vor ihm. Doch dann ist er verschwunden. Was ist passiert? Sie gehen in seine Wohnung und sehen, was er hinterlassen hat. Doch was bedeutet das?

Hier beginnt ein neuer Teil des Bilderbuchs, das nach den einleitenden Worten

Hätten sie nur einmal den Zorilla gefragt …

ODER: WAS AUCH GESCHAH

ganz ohne Worte auskommt. Der Zorilla sieht nun gar nicht mehr bedrohlich aus. Man beobachtet ihn bei seiner Arbeit und erkennt, dass er Vorbereitungen für eine Reise trifft. Alles ist ganz harmlos, auch wenn das Ende überraschend ist.

Über Vorurteile und grundlose Ängste

Aus dem Aussehen und Verhalten des Marderzorillas ziehen die Leute eine Menge wilder Schlüsse. Mit ihren Spekulationen machen sie wiederum anderen Angst, sodass sich niemand mehr traut, den Zorilla anzusprechen. Dabei war alles ganz anders, sie hätten nur mal fragen müssen. Dies wird im zweiten Teil mehr als deutlich.

Man muss den Kindern hier nichts über Vorurteile und ihre Folgen erzählen, das erreicht die Geschichte wunderbar.

Was man vielleicht wird erklären müssen, ist, für was die Gerätschaften es sind, die in der Wohnung bzw. Halle herumstehen, weil die Kinder vermutlich nicht gleich verstehen werden, dass der Zorilla eine (für ihn) riesige Flasche herstellt.

Der Text ist knapp und gut verständlich. Die kraftvollen Bilder zeigen viele Tiere, die in einer Hafenstadt leben und arbeiten. Die Farben sind meist eher etwas dunkler und gedeckter und greifen so gut die Stimmung der Stadtbewohner auf und wirken etwas bedrohlich. Im zweiten Teil sind die Farben dann etwas fröhlicher.

Fazit: Eine eingängige Geschichte über Vorurteile und ihre Auswirkungen für Kinder ab 3 Jahren.

Jutta Bücker: Zorilla. Kunstanstifter 2019. 36 Seiten, 20 Euro, ISBN 978-3-942795-71-5.

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