Lorenz Pauli, Miriam Zedelius: Oje, ein Buch!

Lorenz Pauli, Miriam Zedelius: Oje, ein Buch!

Oje, ein Buch? Diese Aussage wurde in unserem Haus noch nie gehört. Hurra, ein Buch!, heißt es hier. Zum Glück! So sieht das auch Juri, die Hauptperson dieses Bilderbuchs.

Ein Geschenk, ein Geschenk!

Juri hat ein Geschenk bekommen. Es ist ein Bilderbuch. Frau Asperilla soll es ihm vorlesen. Doch diese kennt sich gar nicht mit Büchern aus. Sie starrt das Buch an und wartet, dass es losgeht. Sie versucht zu wischen und Bilder größer zu ziehen. Sie möchte sogar einstellen, wie die Geschichte weitergeht. Doch Juri kennt sich aus.

„Das muss man vorlesen. So ist das nun mal. Hier fängt es an. Vorne. Links. Oben.“

Nur widerwillig lässt sich Frau Asperilla auf das Buch und seine Geschichte ein. Juri muss sie immer wieder ermuntern weiterzumachen, wenn sie beispielsweise Angst vor dem hat, was als Nächstes passieren könnte. Er weiß auch, wie wichtig die eigene Fantasie ist, denn so ein Buch kann nicht alles bis ins Detail erzählen. Am Ende geht die Geschichte im Buch im Buch trotz aller Aufregung gut aus. Juri hatte Spaß und Frau Asperilla weiß endlich, wie man ein Buch liest.

Vertauschte Rollen

Das Kind weiß Bescheid und bringt einem Erwachsenen etwas bei. Klar, dass das den kleinen Zuhörern gefällt. Vor allem aber, weil sie dieses Wissen teilen – natürlich wissen die Kinder genauso gut wie Juri, wie ein Buch funktioniert. Diese Frau Asperilla weiß ja nichts! Offensichtlich kennt sie sich nur noch mit Smartphones, Tablets und E-Books aus. Da können die Kinder nur den Kopf schütteln.

Das Buch enthält zwei Geschichten in einer. Einmal die Rahmenhandlung mit Juri und Frau Asperilla und die Geschichte einer Maus, die einem Monster begegnet. Letztere ist fett gedruckt, sodass man auf einen Blick erkennen kann, in welchem Teil man sich gerade befindet.

Moderne Technik versus Kulturgut Buch

Die Spannung entsteht in diesem Buch durch die Gegenüberstellung von moderner Technik und Printbuch. Aber die Technik wird nicht verteufelt, sondern es wird einfach dargestellt, wie man mit einem Buch eine Menge Spaß haben kann. Das gefällt mir sehr gut. Frau Asperillas Ungeschick und Ahnungslosigkeit sorgen für manch eine lustige Situation. Die Idee ist prima und wird hier hervorragend umgesetzt.

Die Geschichte wird in einfachen, gut verständlichen Sätzen erzählt. Die Illustrationen sind überwiegend sehr einfach gehalten und sehen wie Kinderzeichnungen aus. Juri und Frau Asperilla werden nur in Umrissen gezeigt, das Buch im Buch (das übrigens genau das Buch ist, das wir gerade lesen) ist ganz oder teilweise farbig. Nur wenige Seiten sind detaillierter gestaltet. Das gefällt mir, ehrlich gesagt, nicht so gut. Die Kinder wird es vielleicht nicht stören, vielleicht sogar ansprechen, aber ich mag es doch lieber, wenn die Bilder etwas weniger grob sind.

Fazit: Was wäre wenn Kinder besser über Bücher Bescheid wüssten als Erwachsene? Eine humorvolle Geschichte darüber, wie man ein klassisches Buch liest. Für Kinder ab 4 Jahren.

Lorenz Pauli, Miriam Zedelius: Oje, ein Buch!. atlantis 2018. 32 Seiten, Euro 14,95, ISBN 978-3-7152-0742-1.

Ihr möchtet noch mehr Meinungen zu diesem Buch lesen? Es wurde u. a. auch im Buchkind-Blog und im Geschichtenwolke-Kinderbuchblog besprochen.

___________________________________________________

WERBUNG (*)

Zur Verlagsseite – bei Amazon – bei Buch 7 – bei der Autorenwelt – im Onlineshop eurer Buchhandlung – und in eurer Lieblingsbuchhandlung.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

(*) Nach dem Telemediengesetz sind Links auf Verlage, Shops und Affiliate-Links (hier: Amazon) als Werbung zu kennzeichnen, übrigens ganz unabhängig davon, ob das Buch ein Rezensionsexemplar ist oder selbst gekauft wurde. Ich bekomme kein Geld von den Verlagen, sie stellen mir lediglich ein Buch zur Verfügung. Das verpflichtet mich zu nichts, ich schreibe auch kritische Rezensionen oder verzichte ganz darauf, ein Buch zu besprechen. Meine Meinung ist nach wie vor unabhängig. Die Links sind ein Service für euch Blogbesucher, auf den ich nicht verzichten möchte. Lediglich über den Amazon-Affiliate-Link verdiene ich etwas Geld – falls jemand etwas bestellt, nachdem er den Link benutzt hat, bekomme ich ein paar Cent.