Peer Martin: Was kann einer schon tun?

Peer Martin: Was kann einer schon tun?

Ist unsere Welt noch zu retten?

Peer Martin macht sich Gedanken über den Zustand unserer Welt. Er führt vier fiktive Gespräche: mit seinem Hund, mit einer deutschen Jugendlichen, mit einem jungen somalischen Flüchtling und mit seinem zehnjährigen Sohn. Von ihnen will er beispielsweise wissen, ob wir die Welt noch retten und was wir gegen die Klimaerwärmung tun können. Was ist Toleranz? Wer darf bestimmen, wer in welchem Land wohnen darf?

„Es ist wie mit diesem Riesenpuzzle von mir. Als ich noch ein Kind war und das geschenkt gekriegt habe, da war ich ganz verzweifelt, weißt du noch?“
(…)
„ … So ist das mit der Welt auch. Man muss ein Puzzlestück finden, mit dem man etwas tun kann. Und ein zweites finden. Und ein drittes. Und wenn viele Menschen an vielen Ecken Puzzlestücke finden, kann man das Ganze irgendwann zusammensetzen. …“ (Jakob, 10)

Die vier Gespräche werfen viele Fragen auf und nennen auch den einen oder anderen Lösungsansatz. Ich fand es sehr spannend zu lesen, wie die Lage von der Jugendlichen und dem Flüchtling eingeschätzt wird. Daher war ich, wie ich zugeben muss, etwas enttäuscht, als ich am Ende las, dass es fiktive Gespräche waren. Ich hatte gedacht, der Autor hätte sich tatsächlich mit anderen ausgetauscht, um deren Meinung zu erfahren und herauszufinden, was ihre Ideen sind. Das erste Gespräch mit dem Hund Lola hatte ich als seine Gedanken verstanden. Und dann sagt Lola:

„Frag die jungen Leute. Das sind doch nicht irgendwelche, wie heißt das so schön, irgendwelche User, die die Welt hinterlassen bekommen und darin herumlaufen. Die werden doch selber etwas damit machen. Die machen die Politik von morgen. …“

Da dachte ich, er ist losgegangen und hat gefragt. Tatsächlich hat der Autor lange mit Jugendlichen gearbeitet und wohl auch mit Flüchtlingen. Vielleicht sind es also Aussagen, die in vielen verschiedenen Gesprächen gemacht wurden und die er zusammengefasst hat. Vielleicht hat er sich das aber auch nur überlegt, weil er sich wünscht, dass Jugendliche oder Flüchtlinge so denken. Oder weil er es glaubt. Ich weiß es nicht.

Besonders interessant fand ich das Gespräch mit dem somalischen Flüchtling. Martin lebt nämlich in Kanada, es wurde auch über die Fluchtrouten dorthin gesprochen. Das war mir neu. Allerdings hat das nur am Rande mit dem eigentlichen Thema zu tun.

Insgesamt hatte ich Probleme, in das Buch hineinzukommen. Ich fragte mich, warum da jemand mit seinem Hund spricht und zwischendurch immer wieder erzählt, was seine Tochter gerade macht. Auch wenn ich die Gedankengänge teilweise interessant fand, lenkte mich das immer wieder ab. In den beiden folgenden Gesprächen war das besser, die waren mehr auf die Themen fokussiert. Beim vierten Gespräch wird auch viel drumherum erzählt: dass die Familie beim Eisessen sitzt, die kleine Tochter ihr Eis auf der Tischdecke vermatscht, der ältere Sohn keine Lust auf das Thema hat und darüber diskutiert, ob er ins Kino darf. Das war lustig geschildert, tat aber, wie ich fand, nicht viel zur Sache.

Fazit: Ein Büchlein für Jugendliche, das interessante Denkansätze zu einigen wichtigen Themen bringt, mit dessen Form ich aber nicht gut zurechtgekommen bin.

Peer Martin: Was kann einer schon tun? Oetinger 2017. 112 Seiten, Euro 8,99, ISBN 978-3-7891-0867-9.

__________________________________________________

WERBUNG (*)

Zur Verlagsseite – bei Amazon – bei Buch 7 – bei der Autorenwelt – im Onlineshop eurer Buchhandlung – und in eurer Lieblingsbuchhandlung.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

(*) Nach dem Telemediengesetz sind Links auf Verlage, Shops und Affiliate-Links (hier: Amazon) als Werbung zu kennzeichnen, übrigens ganz unabhängig davon, ob das Buch ein Rezensionsexemplar ist oder selbst gekauft wurde. Ich bekomme kein Geld von den Verlagen, sie stellen mir lediglich ein Buch zur Verfügung. Das verpflichtet mich zu nichts, ich schreibe auch kritische Rezensionen oder verzichte ganz darauf, ein Buch zu besprechen. Meine Meinung ist nach wie vor unabhängig. Die Links sind ein Service für euch Blogbesucher, auf den ich nicht verzichten möchte. Lediglich über den Amazon-Affiliate-Link verdiene ich etwas Geld – falls jemand etwas bestellt, nachdem er den Link benutzt hat, bekomme ich ein paar Cent.