Nina Weger: Club der Heldinnen. Entführung im Internat

Nina Weger: Club der Heldinnen. Entführung im Internat

Ein besonderes Internat mit ganz besonderen Bewohnerinnen

Während die Leute im Dorf denken, das Matilda Imperatix sei eine altehrwürdige, aber stinknormale Klosterschule, ist es in Wirklichkeit ein Internet für Mädchen mit besonderen Fähigkeiten. Pina kann hervorragend Spuren lesen, Flo sehr strukturiert denken und Pläne machen, außerdem ist sie eine sehr gute Reiterin. Andere Mädchen sind Computercracks, kennen sich mit Technik aus, wissen alles über einen naturwissenschaftlichen Bereich usw.
Als die Neue, Blanca, zu Charly und Flo ins Zimmer kommt, sind die beiden nicht begeistert. Sie halten sich nämlich nicht gerne an die strengen Internatsregeln und planen gerade einen heimlichen Ausflug. Außerdem gibt Blanca sich sehr bedeckt und behauptet, ihre besondere Fähigkeit sei, Cupcakes zu backen. Backen?
Als beim großen Geländespiel Flos kleine Schwester Charly in einer Gruppe mit Blanca loszieht, verschwindet sie spurlos. Natürlich wollen sich die Mädchen nicht auf die Ermittlungen der Polizei verlassen, sondern nehmen eigene Nachforschungen auf. Dabei erfahren sie nicht nur Blancas Geheimnis, sondern erleben ein spannendes und oft auch gefährliches Abenteuer. Werden sie Charly rechtzeitig finden?

Frauen, die die Welt verändern sollen

Das Matilda Imperatix ist eine tolle Schule. Sie wird von lauter Mädchen mit herausragenden Fähigkeiten besucht. Viele der ehemaligen Schülerinnen sind schon berühmte Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen oder Firmenchefinnen geworden. Dennoch geht es in mancherlei Hinsicht zu wie auf jedem anderen Mädcheninternat. Einige übertreten gerne mal die Regeln, andere petzten, es gibt Freundschaften und Feindschaften. Die Erlebnisse der Mädchen sind deshalb besonders, weil sie besondere Fähigkeiten haben, ebenso wie die, die versuchen, ihnen auf die Schliche zu kommen.

Zickige, aber sehr begabte Heldinnen

Flo hat einen sehr eigenen Kopf und war mir daher nicht immer sympathisch. Doch letztlich geht ihr das Wohl ihrer kleinen Schwester über alles. Auch Blanca zickt manchmal ziemlich herum. Gut, dass die Indianerin Pina mit ihren weisen Sprüchen und ihrem ausgleichenden Wesen die aufgeheizten Gemüter immer wieder beruhigen kann. Insgesamt sind die Mädchen alle recht eigensinnig, was wahrscheinlich sogar realistisch ist, wenn so viele besondere Begabungen aufeinandertreffen. Allerdings machte mir das schwer, eine von ihnen besonders ins Herz zu schließen. Die Schatzsuche ist spannend, wobei ich es übertrieben fand, wie schnell die Mädchen das jahrhundertelang unlösbare Rätsel lösen konnten. Aber das ist in solchen Büchern ja immer so und war auch sehr unterhaltsam. Das Geländespiel und die anschließende Suche nach Charly war teilweise sehr gefährlich und daher auch spannend. Das Ende mit den flirtenden Jungs fand ich etwas unpassend für das Alter der Protagonistinnen und der potenziellen Leserinnen. Der ältere Junge wurde als Fahrer gebraucht, das ist klar, aber seine Bewunderung für alle Indianische hätte nicht gleich ins Flirten übergehen müssen. Dafür hat mir sehr gut gefallen, wie die drei Mädchen aus der Not heraus zu einem Team zusammengeschweißt werden, auch wenn Zickereien weiterhin vorkommen – das ist irgendwie sehr lebensnah.

Insgesamt hat mir die Mischung aus Schatzsuche, Jagd der Entführer und intelligenten Heldinnen gut gefallen. Das Buch war spannend, hatte auch lustige Elemente und zeigt Mädchen mit vielfältigen Begabungen, die sie auch einzusetzen wissen.

Und noch ein Pluspunkt: Das Cover ist weder pink noch lila, sondern gelb und grün. Wie erholsam! Trotzdem werden Mädchen von dem Buch angesprochen werden.

Fazit: Spannende Lektüre für Kinder (vermutlich vor allem Mädchen) zwischen 9 und 12 Jahren, die mit den taffen Heldinnen mit ihren vielfältigen Begabungen mitfiebern.

Nina Weger, Nina Dullek: Club der Heldinnen 1: Entführung im Internat. Oetinger 2017. 208 Seiten, Euro 12,00, ISBN 978-3-7891-0465-7.

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Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.